Lebensdaten
1874 bis 1935
Geburtsort
Pottendorf (Niederösterreich)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Pädagoge ; sozialdemokratischer Politiker
Konfession
katholisch,konfessionslos,katholisch
Normdaten
GND: 118695452 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Glöckel, Otto Friedrich
  • Glöckel, Otto
  • Glöckel, Otto Friedrich

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Zitierweise

Glöckel, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118695452.html [17.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich, Lehrer, S d. Schneidermeisters Jos. in Ödenburg/Ungarn u. d. Theresia Raab;
    M Franziska, T d. Spenglermeisters Anton Zimmermann in Mattersburg/Burgenland u. d. Franziska|Hauser;
    Wien 1897 Leopoldine (1871–1937), soz.demokrat. Kommunalpolitiker, Landtagsabg. (s. ÖBL), T d. Oberpostkontrolleurs Jos. Pfaffinger u. d. Anna Mitterbacher;
    S Walter ( 1961), Zentraldir. d. Steyr-Werke.

  • Leben

    G. erhielt seine Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt Wiener-Neustadt 1888–93, wirkte dann an Wiener Volksschulen, wurde aber 1897 wegen seiner sozialdemokratischen politischen Betätigung entlassen. 1907 wurde er als Abgeordneter des Bezirkes Erzgebirge in das österreichische Abgeordnetenhaus entsandt und in der Ersten Republik Österreich 1919 Unterstaatssekretär für Unterricht im Bundesministerium für Inneres und Unterricht. Als solcher und später als Präsident des Stadtschulrates für Wien (1920–34) versuchte er eine organisatorische Neuordnung des österreichischen Schulwesens durchzusetzen, deren zentraler Gedanke die Vereinigung der bisher getrennten Schulbahnen für die Kinder von 10 bis 14 Jahren, nämlich Oberstufe der Volksschule, Bürgerschule, Unterstufe der Mittelschulen, in einer einzigen, der Allgemeinen Mittelschule, war. Der Plan drang nicht durch, und die Schulgesetze von 1927, das Hauptschulgesetz und das Mittelschulgesetz, hielten fest an der Trennung der Pflichtschuloberstufe von der Unterstufe der achtjährigen Mittelschulen. Ein größerer Erfolg war der „inneren Schulreform“, der G. und seine Mitarbeiter den Weg bahnten, beschieden, deren Hauptleistungen die Erneuerung des Volksschulunterrichtes nach den Grundsätzen der Kindesgemäßheit, Selbsttätigkeit und des Gesamtunterrichts, die Schaffung neuer Lehrbücher und pädagogischer Lehrwerke, die reiche Entfaltung der Kindergärten und des Sonderschulwesens waren. Eine besonders verdienstliche Leistung G.s als Unterstaatssekretär war die Errichtung der Bundeserziehungsanstalten. Diese höheren Schulen mit Internat sollten begabten Kindern, in deren Wohnsitz keine solche Schule bestand, Gelegenheit zu diesen Studien bieten, aber auch als Stätten von Versuchen neuer Methoden in Erziehung und Unterricht dienen. Im Gefolge der politischen Umwälzung von 1934, die die Ausschaltung der sozialdemokratischen Partei aus dem politischen Leben brachte, wurde G. seines Amtes enthoben und längere Zeit im Anhaltelager Wöllersdorf interniert. Vermutlich infolge dieser Aufregungen wurde er von einem Herzleiden befallen, dem er im nächsten Jahr erlegen ist.

  • Werke

    Die Reaktionären an der Arbeit, 1908;
    Schule u. Klerikalismus, 1911;
    Die Wehrhaftmachung d. Jugend, 1916;
    Schulreform u. Volksbildung in d. Republik, 1919;
    Ausführungen d. Unterstaatssekretärs f. Unterricht üb. d. nächsten Pläne d. Schulverwaltung u. üb. d. Stand d. Schulreform in d. Sitzungen d. Ausschusses f. Erziehung u. Unterricht, 1919-20;
    Die österr. Schulreform, 1922;
    Die Wirksamkeit d. Stadtschulrates f. Wien, 1925;
    Drillschule, Lernschule, Arbeitsschule, 1928.

  • Literatur

    L. E. Tesar, Die Schulreform in Österreich, in: W. Nohl u. L. Pallat, Hdb. d. Päd. IV, 1928;
    H. Fischl, Wesen u. Werden d. Schulreform in Österreich, 1929;
    Aus dem Leben e. gr. Schulmannes, O. G., 1939;
    V. Fadrus, O. G.s Anteil an d. Kulturpol. d. Ersten Republik Österreich, in: Zs. f. Erziehung u. Unterricht, 1946, S. 54 ff.;
    R. Meister, in: 200 J. österr. Unterrichtsverwaltung 1760-1960, Festschr., 1960, S. 87 ff.;
    Lex. d. Päd. II, 1953, S. 466 f.;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Richard Meister
  • Empfohlene Zitierweise

    Meister, Richard, "Glöckel, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 461 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118695452.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA