Lebensdaten
1751 bis 1822
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 13644976X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Giesel, Johann August

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Zitierweise

Giesel, Johann August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13644976X.html [17.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Christian, Kauf- u. Handelsmann in D., S d. Brau-Eigners Johann in Zielenzig;
    M Maria Elisabeth, T d. Fleischhauers Christoph Kögler in D.;
    B Joh. Ludwig (s. 2);
    N. N.; kinderlos.

  • Leben

    G. erhielt seine Ausbildung 1764-69 im Zeichnen bei Ch. Hutin, in praktischer Baukunst bei Festungsbaumeister Ch. F. Renner; seit 1766 arbeitete er als Maurer mit am Bau des Palais auf der Langen Gasse für den Chevalier de Saxe unter F. A. Krubsacius, der (wie Ingenieur-Oberst E. G. Francke) bis 1773 sein Lehrer war. 1773 weilte er mit Prinz Xaver in Paris, tätig als „Inspekteur des Bâtiments“ in Paris selbst und auf den Gütern des Prinzen in Ponts-sur-Seine; dort baute er unter anderem eine englische Doppeltreppe und schuf Dekorationen zu den Zimmern. Während dieser Zeit setzte er das Architekturstudium bei J. F. Th. Chalgrin und D. G. Legrand fort. 1782 kam er zurück nach Dresden und wurde 1783 Baudirektor bei Prinz Maximilian. G.s Umbau und Erweiterung des seinerzeit für G. Chiaveri errichteten Gebäudes zum Palais Prinz Max (1890 abgebrochen) (unter anderem Anbau der Flügel, Errichtung eines Observatoriums über dem Dachgeschoß), wurde mit seiner Gartenarchitektur im englischen Stil eine großartige städtebauliche Gesamtanlage in der Achse zum Japanischen Palais. – G., zur 2. Generation der Dresdner Klassizisten gehörig, entwickelte in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts das Dresdner Rokoko, vor allem auch in der Inneneinrichtung, selbständig zum Zopfstil im Sinne des Frühklassizismus französischer Prägung weiter. 1783 erhielt er den Auftrag des Prinzen Anton, die französischen Gartenanlagen am Palais der Langen Gasse (später Palais der Sekundogenitur, 1945 zerstört) in einen englischen Garten umzuwandeln.

    G. wirkte als Bauinspektor des Prinzen Anton und der Sekundogenitur hier und anderswo bis zum Tode (unter anderem Umbau sowie innenarchitektonische Erneuerung des Palais; Errichtung der Pavillons im Garten). Wahrscheinlich ist er auch der Urheber der Eremitage und anderer meist Tr. Weinlig dort zugeschriebener Kleinbauten. Ohne archivalische Nachweise können G. aus stilistischen Gründen in der nächsten Nähe Dresdens 2 weitere große Bauvorhaben zugeschrieben werden, die dem Prinz-Max-Palais eng verwandte 1786-89 für die freiherrliche Familie von Gregory errichtete Villa Sorgenfrei in Radebeul und das bereits 1850 abgebrochene, „schönste Wohnpalais“ Dresdens, das sich Lord Fandlater 1811 auf den Loschwitzbergen hatte errichten lassen. Für den Konferenzminister Graf von Einsiedel stattete er das 1945 zerstörte Schloß Mückenberg neu aus und baute 1794-1804 die ganz einheitlich in den Formen des Hochklassizismus durchgestaltete Kirche in Wolkenburg, den bedeutendsten Kirchenbau Sachsens auf dieser Stilstufe. Ebenso errichtete er 1799 für den gleichen Bauherrn im klassizistischen Stile die Spinnerei in Wolkenburg, eine der frühesten Industriebauten Sachsens.

  • Werke

    Weitere W u. a. Umbau u. Erweiterungsbauten d. Bayer. Brauhauses in d. Friedrichstadt, 1787;
    für Fürst Clary in Schloß Teplitz Theatersaal sowie Pavillonbauten im Garten, den G. wieder aus e. franz. in e. engl. umwandelte, 1787;
    Entwurf: Grabmal f. d. Chevalier de Saxe auf d. Kath. Friedhof Dresden, 1774, ausgef. v. F. B. Dorsch.

  • Autor/in

    Fritz Löffler
  • Empfohlene Zitierweise

    Löffler, Fritz, "Giesel, Johann August" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 385 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13644976X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA