Lebensdaten
1779 bis 1821
Geburtsort
Eisleben
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Maler ; Porträtmaler ; königlich sächsischer Hofschauspieler ; Bühnenschriftsteller
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118717170 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Geyer, Ludwig Heinrich Christian
  • Geyer, Ludwig
  • Geyer, Ludwig Heinrich Christian
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Geyer, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118717170.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Benjamin (1744–99), Advokat u. Notar, Justizamtmann in Artern, S d. Gottlieb Benj. (1710–62), Kantor u. Organist in E., aus Musikerfam., u. d. Christiane Elis. Schmieder;
    M Christiane Wilh. Elis. (um 1749-n. 1814), T d. Thomas Fredy (1708–57, kath.), aus Metz, Herrschaftskoch, u. d. Katharina Dor. Gebler aus Radeberg;
    B Karl (1789–1829), Goldschmied in E.;
    Pötewitz b. Zeitz 28.8.1814 Johanna (1774–1848), Wwe d. Frdr. Wagner ( 23.11.1813), Polizeiaktuar in Leipzig, T d. Bäckermeisters Joh. Gottlob Pätz in Weißenfels u. d. Dor. Erdmuthe Iglisch;
    T Cäcilie (* 26.2.1815, 1893, 1840 Eduard Avenarius, 1885, Verleger, s. NDB I);
    7 Stief-K, u. a. RichardWagner, (* 22.5.1813, 1883), Komponist, Dichter, 3 weitere gingen zur Bühne.

  • Leben

    Trotz vielseitiger künstlerischer Neigungen begann G. 1798 an der Universität Leipzig Rechtswissenschaften zu studieren; gleichzeitig nahm er Malunterricht bei A. F. Oeser an der Kunstakademie. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters mußte er sein Studium aufgeben und die Malerei zum Broterwerb machen. Daneben trat er 1805 als Berufsschauspieler der Secondaschen Theatertruppe in Leipzig bei, seit 1816 gehörte er dem Hoftheater in Dresden an (besonders in Charakter- und Intrigantenrollen, auch als Sänger). Er schrieb auch kleinere Bühnenstücke, meist Lustspiele, von denen „Der bethlehemitische Kindesmord“ (1821), eine Parodie auf das Familienleben eines Künstlers in gereimten Alexandrinern, häufig aufgeführt und selbst von Goethe freundlich gelobt wurde. Größere Bedeutung aber erwarb er sich als Maler lebendiger, ausdrucksvoller Bildnisse in der realistischen Malweise, wie sie unter dem Einfluß von Friedrich Tischbein und Daniel Caffé in der Leipziger Bildnismalerei zu Anfang des 19. Jahrhunderts gepflegt wurde. Die Lebendigkeit der Wiedergabe und die Brillanz seiner Farben machten ihn bald in Hof- und Adelskreisen beliebt. So porträtierte er 1819 auf einer Münchener Gastspielreise König Maximilian I. Joseph von Bayern und dessen Gemahlin, den Feldmarschall Fürst von Wrede und andere, am sächsischen Hof 1820 Königin Amalie und deren Tochter Prinzessin Augusta. – Seit 1800 war er mit dem sehr kunstfreudigen Polizeiaktuarius Friedrich Wagner in Leipzig befreundet – dem Vater Richard Wagners –, dessen Witwe Johanna Wagner er 1814 ehelichte; somit wurde er der Stiefvater Richard Wagners. Bis heute wird in der Forschung die Annahme diskutiert, G. sei auch der leibliche Vater Richard Wagners, wie dieser selbst vermutete und sich vertrauten Freunden gegenüber geäußert haben soll (Glasenapp, S. 77 f.) und wie man aus einer Briefstelle vom 14.1.1870 an seine Stiefschwester Cäcilie Avenarius zu ersehen glaubt. Endgültig wird diese Frage nicht zu entscheiden sein. – G. war ein aufopfernder Familienvater. Seine lebhafte Künstlernatur und seine vielseitigen Begabungen ließen ihn als Maler, Schauspieler und Autor Anerkennung finden, ohne daß ihm Hervorragendes gelang.

  • Werke

    Weitere W u. a. Bildnisse: Schauspieler J. A. Christ;
    E. T. A. Hoffmann, Pastell, um 1813;
    Johanna Wagner, 1813;
    Frdr. Wagner, Pastell, bald n. 1800;
    Camillo Gf. Marcolini, um 1813 (Leipzig, Mus. d. Bildenden Künste);
    G. A. Müllner, 1819 (früher Schloß Groß-Zschocher b. Leipzig).

  • Literatur

    L F. Glasenapp, Das Leben R. Wagners I, 1909;
    J. Kurzwelly, Das Bildnis in Leipzig, 1912, S. 43 f.;
    O. Bournot, L. H. G., Der Stiefvater Rich. Wagners, 1913 (P);
    H. Bélart, Rich. Wagners Beziehungen zu F. u. E. Wille (darin: L. G. als leibl. Vater R. Wagners), 1914;
    C. F. Wittmann, Vorwort zu: L. G., Der bethlehemit. Kindesmord, (Reclam Nr. 1979) o. J. (um 1915);
    E. Newman, The Life of R. Wagner I, New York 1946 (P);
    Richard Wagner, Briefe, Die Slg. Burell, hrsg. u. kommentiert v. J. N. Burk, 1953, S. 25 ff., 586 ff.;
    ders., Mein Leben, 1963;
    Goedeke XI, 1, S. 295 ff;
    W. Rauschenberger, R. Wagners väterl. Abstammung, in: Geneal. u. Heraldik 3, 1951, S. 169-71;
    Kosch, Theater-Lex.;
    ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnisse, Abb. b. Bournot u. Newman.

  • Autor/in

    Elisabeth Meixner
  • Empfohlene Zitierweise

    Meixner, Elisabeth, "Geyer, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 359 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118717170.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA