Lebensdaten
1882 bis 1940
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
schweizerischer Historiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 124020321 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gagliardi, Ernst Robert
  • Gagliardi, Ernst
  • Gagliardi, Ernst Robert

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Zitierweise

Gagliardi, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124020321.html [16.01.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Roberto Pfiffer-G., Telegraphenbeamter, S d. Bernardo Pfiffer-G. (1810-67), Ing., Oberaufseher d. Straßen im Maggia- u. Bleniotal, Großrat, Staatsrat, Vorkämpfer d. Liberalismus d. ital.-sprachigen Schweiz (s. HBLS) (S d. Großrats Carlo Giuseppe Pfiffer u. d. N. N. Gagliardi);
    M Pauline, T d. Rud. Rathgeb in Schwamendingen b. Zürich u. d. Regula Gujer;
    Zürich 1923 Emma (* 1893), T d. Jak. Graf u. d. Rosine Ochsner; kinderlos.

  • Leben

    G. wurde nach einer Lehrtätigkeit im Landerziehungsheim Glarisegg 1910 Privatdozent und 1919 Ordinarius für neuere Schweizer und allgemeine Geschichte an der Universität Zürich. Er zählt zu den bedeutendsten Geschichtsforschern und -schreibern des laufenden Jahrhunderts in der Schweiz. In seiner hochkultivierten Vereinigung von Romane und Deutschschweizer war er charakterisiert durch feinsinniges Temperament, vielseitige Interessen und nuancierte anschauliche Darstellungsgabe. Sein Hauptwerk „Geschichte der Schweiz von den Anfängen bis zur Gegenwart“ (3 Bände, 1920–27, 22 Bände, 1934–37, auch französisch, 41939, reich illustriert) ist durch eine außerordentliche, vor allem politische und kulturhistorische Quellenkenntnis und durch überlegte entschiedene Urteile bestimmt. In „Hans Waldmann und die Eidgenossenschaft im 15. Jahrhundert“ (1912) und „Der Anteil der Schweizer in den italienischen Kriegen“ (1918), die Großmachtepoche der eidgenössischen Historie, und in der Biographie „Alfred Escher“ (1919) hat er vorher wesentliche Abschnitte monographisch behandelt. Aus Anlaß der Hundertjahrfeier der Universität Zürich schrieb er gemeinsam mit Hans Nabholz und Jean Strohl die Hochschulgeschichte mit hervorragenden Gelehrtenporträts und geistesgeschichtlichen Exkursen (1938).

    In der allgemeinen deutschen Universalgeschichtsschreibung trat er durch das 2bändige Werk „Bismarcks Entlassung“ (1. Teil: „Die Innenpolitik“, 2. Teil: „Der Ausgang“, 1927 und postum 1941) hervor. Er untersuchte darin eingehend die innen- und außenpolitischen Umstände des erzwungenen Rücktritts des Reichskanzlers sowie die persönlichen Gegensätze zu Wilhelm II. von ausländischer Warte aus. Seine Thesen, daß letztlich das subjektive Geltungsbedürfnis des neuen Monarchen, aber auch die innenpolitisch unzeitgemäße Haltung des Kanzlers sowie dessen altersbedingte Starrheit zur dramatischen Zuspitzung führten, erweiterte er durch die Überzeugung, daß sich persönliche und objektive Momente in verhängnisvoller Art durchdrangen, daß die Zerstörung des kunstreichen diplomatischen Werkes von Bismarck eine der zahlreichen Ursachen zum Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde. – Für die Geschichte des Arbeitsrechtes und der Sozialgesetzgebung ist wesentlich die als Exkurs dem 1. Band beigegebene Schilderung „Die Stellung der Schweiz zu der von Wilhelm II. vorgeschlagenen Internationalen Arbeiterkonferenz“.|

  • Auszeichnungen

    Gottfried-Keller-Preis.

  • Literatur

    G. Hoffmann, E. G., Sein Leben u. Wirken, 1943.

  • Autor/in

    Eduard K. Fueter
  • Empfohlene Zitierweise

    Fueter, Eduard K., "Gagliardi, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 37 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124020321.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA