Lebensdaten
1861 bis 1946
Geburtsort
Leidersbach bei Sulzbach/Main
Sterbeort
Schweinfurt
Beruf/Funktion
Kugellagerfabrikant
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122440889 | OGND | VIAF: 52570872
Namensvarianten
  • Fries, Engelbert

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Zitierweise

Fries, Engelbert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122440889.html [07.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Kaspar, Kleinbauer;
    M Elisabeth Stegmann;
    1886 Sophie, T d. Schreiners Meyer in Sch.;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    F. verließ mit 15 Jahren sein Elternhaus, diente als Knecht auf Bauernhöfen, arbeitete zwischendurch in einem Mannheimer Getreidegeschäft und als Heizer und Maschinist bei den Höchster Farbwerken. 1884 kam er durch Vermittlung eines Bruders nach Schweinfurt, wo er eine Anstellung als Gefängniswärter erhielt. 1886 trat er bei dem Mechaniker und späteren Industriellen Friedrich Fischer als Reisender für Nähmaschinen ein. Als dann 1887 der Teilhaber Fischers ausschied, beteiligte sich F. mit einer Einlage von 3500 Mark an dem Geschäft. Weil Fischer sich weigerte, F. und Höpflinger, der einen neuartigen Fräsapparat zur Herstellung sphärisch runder Kugeln erfand, entsprechend zu entlohnen, trennten sich diese von ihm und gründeten in der Werkstatt von F. Schwiegervater mit einem Kapital von 5000 Mark eine eigene Fabrik zur Herstellung von Kugellagern. Das Unternehmen florierte so, daß schon 1891 mit 17 Arbeitern ein Jahresumsatz von 35 000 Mark und 1892 mit 58 Arbeitern ein solcher von 140 000 Mark erzielt wurde. 1892 erwarb F. außerhalb der Stadt ein großes Baugelände, auf dem er 1894/95 eine Fabrik (mit 150 Arbeitern) errichtete. 1896 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen „Deutsche Gußstahlkugelfabrik AG vormals Fries & Höpflinger“ umgewandelt, in der F. und Höpflinger Fabrikdirektoren wurden. 1908 beschäftigte das Unternehmen bereits 650 und ein paar Jahre später mehrere tausend Arbeiter. Als 1929 eine Reihe von Kugellagerfabriken sich der mit schwedischem Kapital arbeitenden Firma „Vereinigte Kugellagerfabriken“ anschloß, verkaufte auch die F.sche Aktiengesellschaft ihre Fabrik an dieses Konsortium, und F. trat in den Ruhestand. – F. hat seine Erfolge durch harte Arbeit, zähe Energie, kluge Voraussicht und wagemutigen Unternehmergeist errungen. Er selbst war anspruchslos, religiös, wohltätig und sozial gesinnt. Er war einer der ersten Rad- und Automobilfahrer und Ehrenmitglied des Allgemeinen Schnauferl-Clubs.

  • Auszeichnungen

    KR (1913), GKR (1927).

  • Werke

    Mein Leben u. Wirken in Schweinfurt (Ms., ungedr., Schweinfurt, Stadtbibl.).

  • Literatur

    Das Bayerland, 1936, S. 240; Nachrufe
    in: Mainfränk. Ztg. v. 22.4.1941, u. Schweinfurter Tagbl. v. 23.4.1941;
    Vom Werden d. Wälzlager (Denkschr. d. Fa.);
    Wenzel;
    Rhdb. (P);
    Mitt. d. Frau Johanna Fries geb. Brand, Schweinfurt-Oberndorf.

  • Autor/in

    Anton Oeller
  • Empfohlene Zitierweise

    Oeller, Anton, "Fries, Engelbert" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 607 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122440889.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA