Dates of Life
unbekannt
Occupation
Kölner Buchhändlerfamilie ; Politiker
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 139764259 | OGND | VIAF: 102613783
Alternate Names
  • Bachem

Relations

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Citation

Bachem, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139764259.html [07.08.2020].

CC0

  • Life

    Der Verlag J. P. B. wurde 1818 von Josef Peter B.Bachem (1785–1822) in Köln gegründet, der in Erpel/Rhein als Sohn des Schultheißen und Domkellners Wilhelm B. geboren war. Der Gründer war ein gut vorgebildeter Buchhändler, der in seinem Verlag politische und unpolitische Werke im Original und in Übersetzungen herausgab, sich aber noch nicht auf eine bestimmte Richtung festlegte. Nach seinem Tode trat sein Bruder Lambert B.Bachem (1789–1854) ein, der den Verlag nach vorübergehenden finanziellen Schwierigkeiten auf feste Füße stellte. Dessen Sohn, Josef B.Bachem (1821–93), der schon seit 20 Jahren tatkräftig im Verlag mitarbeitete, wurde das überragende Haupt der Familie, und unter seiner Leitung wuchs der Verlag zu großer Bedeutung empor. Das Haus stellte sich bei seinen Veröffentlichungen von 1870 ab im wesentlichen auf die literarischen Bedürfnisse des katholischen Volksteils ein und brachte u. a. auch Romane heraus, die eine für die damalige Zeit sehr hohe Auflage erreichten - der Roman der Freiin Ferdinande von Brackel „Die Tochter des Kunstreiters“ war im Jahre 1918 schon auf das 56. Tausend gestiegen. Das Lebenswerk Josef B.s ist durch die Gründung der Kölnischen Volkszeitung im Jahre 1860 gekennzeichnet, die bis 1920 im Besitz der Familie blieb. Aus kleinsten Anfängen hat er die Zeitung zur Weltgeltung und ab 1898 zum dreimal täglichen Erscheinen geführt. Sie erreichte im ersten Weltkrieg in einer Feldsonderausgabe die Auflage von 130 000 Exemplaren und war die erste dieser Art von Ausgaben deutscher Zeitungen. 1887 wurde als lokale Ergänzung der Kölnischen Volkszeitung der Kölner Lokalanzeiger gegründet, der bis 1919 dem Verlag J. P. B. angegliedert war. Josef B. wurde bei seiner Arbeit durch seine Söhne unterstützt. Vor allem war der älteste Sohn Franz Xaver (1857–1936) die Seele des Zeitungs- und Buchverlages. Fridolin (1860–1920) war der Buchdruckfachmann, Robert (1863–1942) der Kaufmann. Die Söhne erhielten eine sorgfältige Ausbildung im einschlägigen Fach in Leipzig, Bonn und im Auslande. Der zweite Sohn des Josef B. war Carl B. s. (2). An leitender Stelle im Redaktionsstab der Kölnischen Volkszeitung befand sich Julius B. s. (1), ein Sohn des Vetters von Joseph B.. Die Familie, der Verlag und die Druckerei blühen in verschiedenen Zweigen fort.

  • Literature

    ADB XLVI; Karl B., Josef B. I, 1912, II, 1913;
    ders., Vorgesch., Gesch. u. Politik d. Zentrumspartei 1815-1914, 9 Bde., 1927–32;
    Julius B., Erinnerungen eines alten Publizisten u. Politikers, 1913;

    G. Hölscher, 100 Jahre J. P. B. Verlagsbuchhandlung Köln 1818-1918, 1918 (verschiedene P); 125 Jahre J. P. B., 1949;

    Zur Gesch. d. Fa. J. P. B. 1943-49, 1949;
    RGG; Wenzel, 1929;
    Rhdb. I, 1930 (verschiedene P); Kosch, Kath. Dtld., 1933 (P v. Carl B.).

  • Author

    Max Horndasch
  • Familienmitglieder

  • Citation

    Horndasch, Max, "Bachem" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 493 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139764259.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Life

    Bachem, J. P., Verlagsbuchhandlung und Buchdruckerei in Köln a. Rh. Der Begründer der Firma, Johann Peter B.Bachem, war 1787 in Köln geboren und erlernte den Buchhandel bei Hoffmann & Campe in Hamburg. Am 4. Mai 1818 legte er den Grundstein der Firma, konnte sich aber nur drei Jahre des Besitzes erfreuen, da er bereits 1821 starb. Infolge seines frühen Todes übernahm der Bruder, Lambert Joseph Franz B.Bachem, geboren am 1. November 1789, ohne gelernter Buchhändler zu sein, das Geschäft und pflegte in Verlag und Sortiment vorzugsweise die Jurisprudenz, bis er 1840 das Sortimentsgeschäft aufgab. Er widmete nunmehr besonders der Buchdruckerei seine Kraft, so stellte er 1845 die erste Schnellpresse in Köln auf. Die erste humanitäre Einrichtung für Buchdrucker und Schriftgießer ist durch die von ihm, am 1. October 1824, begründete Krankencasse ins Leben getreten; sie war für das übrige Deutschland vorbildlich. Als er am 10. November 1854 starb, übernahm sein Sohn Joseph B.Bachem, geboren 1821, das väterliche Geschäft, zunächst auch als Bevollmächtigter seiner Schwester, seit 1856 für alleinige Rechnung. Dieser richtete seine Thätigkeit vorwiegend auf die Hebung der katholischen Belletristik, die damals sehr im argen lag. Namen wie: Wiseman, Newman, Fullerton, deren Werke er aus dem Englischen übersetzen ließ, und Freiin von Brackel, Lenzen di Sebregondi, M. Herbert, Ernst Lingen, Jos. Flach, Franz Bonn, C. v. Dincklage, H. Kerner u. A. m. sprechen deutlich für die Gediegenheit seiner Unternehmungen. „Bachems Novellen-Sammlung“ und „Bachems Roman-Sammlung“, deren oberster Grundsatz sittliche Reinheit war, trugen seinen Namen in weiteste Kreise des In- und Auslandes. Andere hervorragende Werke des Verlags sind: Schneider-Lehmkuhl's Handbuch für katholische Priester, Manuale Sacerdotum (13. Aufl.), O'Reilly's Papstwerk, handelnd über Leo XIII., Beck's Handbuch der Erklärung der Biblischen Geschichte, Jäger's Katechet und endlich das Prachtwerk Heim's: Unser Herr Jesus Christus von Nazareth. B. ist auch Commissionsverleger der Schriften der Görres-Gesellschaft. Unter dem Titel „Kölnische Blätter" begründete er am 1. April 1860 die heute so angesehene und einflußreiche Tageszeitung, die „Kölnische Volkszeitung mit Handelsblatt", welche als führend und tonangebend für die Centrumspartei bezeichnet werden darf. Zu erwähnen sind auch noch das „Pastoralblatt“, die „Akademischen Monatsblätter“, Organ der kathol. Studentenvereine Deutschlands, sowie die „Westdeutsche Lehrerzeitung“. — B. hat sich überhaupt um die katholische Journalistik Deutschlands hochverdient gemacht; peinlich bis ins kleinste hat er jeden Correcturbogen selbst durchgearbeitet. Wenigen Fragen des öffentlichen sowol als des localen Lebens ist er fern geblieben und so riß sein am 21. August 1893 erfolgter Tod eine schmerzliche Lücke.

  • Author

    Karl Fr. Pfau.
  • Citation

    Pfau, Karl Friedrich, "Bachem" in: Allgemeine Deutsche Biographie 46 (1902), S. 172 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139764259.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA