Lebensdaten
1732 bis 1795
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Bückeburg
Beruf/Funktion
Musiker ; Komponist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118651471 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bach, Friedrich
  • Bach der Bückeburger, Johann Christoph Friedrich (genannt)
  • Bach, Christoph Friedrich
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Zitierweise

Bach, Johann Christoph Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118651471.html [08.12.2016].

CC0

Bach, Johann Christoph Friedrich

* 21.6.1732 Leipzig, 26.1.1795 Bückeburg. (lutherisch)

  • Genealogie

    V Johann Sebastian Bach (s. 8); 8.1.1755 Lucia Elisabeth (1728–1803), T des Hofmusikus Ludolf Andreas Münchhausen in Bückeburg, Sängerin; 8 K, u. a. Wilhelm Friedrich Ernst Bach (1759–1845), Hof-Cembalist der Königin Luise.

  • Leben

    Der zweitjüngste Sohn Johann Sebastian B.s besuchte die Thomasschule in Leipzig, war in der Musik Schüler seines Vaters und wandte sich an der Universität Leipzig dem Studium der Rechte zu. Nach dem Tod des Vaters trat er in die Bückeburger Hofkapelle des Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe ein, zunächst als Kammermusiker, und bekleidete seit 1758 die Stellung eines Konzert- und Kapellmeisters. Nur durch Reisen unterbrochen, die ihn auch nach Hamburg und London zu seinen Brüdern Carl Philipp Emanuel und Johann Christian führten, blieb B. bis zu seinem Lebensende am Bückeburger Hof. Hier kam er mit J. G. Herder, der 1771-76 als Hofprediger in Bückeburg lebte, in enge persönliche Berührung und schrieb Kantaten, unter denen „Die Kindheit Jesu“ hervorragt, Oratorien und eine (verschollene) Oper auf Texte von Herder. Später komponierte er Sinfonien, Klavier- und Kammermusik, auch geistliche Lieder. Als Klavierspieler pflegte er in Bückeburg mit seines Vaters Klavierkompositionen hervorzutreten und brachte Mozarts „Entführung“ und Glucks „Iphigenie auf Tauris“ zur Aufführung.

  • Literatur

    ADB I (auch für S Wilh. Friedr. Ernst B.); G. Schünemann, J. Ch. F. B., in: Bach-Jb. 1914; R. Benecke, in: MGG I (W, L).

  • Portraits

    Zeichnung v. F. Rehberg, Abb. in: G. Kanth, Bilderatlas z. Musikgesch., o. J.

  • Autor

    Wilibald Gurlitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Gurlitt, Wilibald, "Bach, Johann Christoph Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 483 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118651471.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Bach, Johann Christoph Friedrich

  • Leben

    Bach: Johann Christoph Friedrich B., Musiker, Sohn von Joh. Sebastian, "der Bückeburger", geb. 23. Juni 1732, ward, wahrscheinlich nachdem 1756 Colonna aus dieser Stelle entlassen war, Concertmeister des Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe und 26. Jan. 1795. An Talent seinem Bruder Phil. Emanuel nachstehend, ist er im Ganzen in dessen Bahnen gewandelt. Es sind von ihm Quartette, Concerte, Sonaten, Trios, Symphonien und Gesangsachen, darunter Ramler's Solocantate "Ino" und Gerstenberg's "Amerikanerin" bekannt. Auch einer Oper "Pygmalion" wird erwähnt. Seine weltlichen Lieder wie seine Instrumentalwerte sind ziemlich unbedeutend; besser manche geistliche Lieder, deren sich in Balth. Münter's "Samml. geistl. Lieder" von ihm 51 finden. Eine Sammlung kleiner Claviersachen enthalten seine 2 Hefte "Musikal. Nebenstunden". Er selbst war ein vorzüglicher Clavier- und Orgelspieler. (Vgl. Bitter, C. Ph. Em. und W. Fried. Bach, II. 131 ff.)

    Sein Sohn, Friedrich Ernst Wilhelm B., geb. 27. Mai 1759, 25 Dec. 1845 zu Berlin als der letzte der männlichen Nachkommen Joh. Sebastians. Als Musiker von seinem Vater und darauf von seinem Oheim, J. Christian in London gebildet, ein tüchtiger Clavier- und Orgelspieler, lebte er bis nach J. Christians Tode als geschätzter Lehrer in London. Von Minden, wo er sich darauf niederließ, ward er nach Berlin gerufen und war Cembalist erst der Königin (Friederike) Louise und darauf der Königin Louise. Nach deren Tode trat er bereits mit Pension in den Ruhestand. Er war der Lehrer König Friedrich Wilhelms III. und seiner Brüder. Seine, der alten Schule angehörenden Compositionen (Clavier- und Instrumentalwerke, Cantaten und Lieder) sind bei v. Ledebur, Tonkünstler-Lexikon Berlins (1861) verzeichnet. Er ist nicht, wie in den Angaben über ihn hin und wieder geschieht, zu verwechseln mit dem Berliner August Wilhelm B., Musikdirector und Organisten der Marienkirche und nach Zelter's Tode seit 1832 Director des königl. Instituts für Kirchenmusik, Fel. Mendelssohn's Lehrer im Orgelspiel. Dieser ist kein Nachkomme Joh. Sebastians.

    • Literatur

      Vgl. über ihn v. Ledebur a. a. O

  • Autor

    v. L.
  • Empfohlene Zitierweise

    L., von, "Bach, Johann Christoph Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 746-747 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118651471.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA