Lebensdaten
1827 bis 1914
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Theaterkritiker ; Feuilletonredakteur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119139812 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Frentzel, Carl Wilhelm Theodor
  • Frentzel, Carl
  • Frentzel, Carl Wilhelm Theodor
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Orte

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Zitierweise

Frentzel, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119139812.html [18.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Carl, Restaurateur, S d. Ackerbürgers Joh. Gottfr. in Rochlitz/Sa.;
    M Charl. Frieder. Wilh. (* 1805), T d. Kutschers Chrstn. Frdr. Jahn;
    Berlin 1863 Bertha (* 1835), T d. Ignaz Schmack, Hptm. u. Lehrer a. d. Kadettenanstalt.

  • Leben

    F. studierte und promovierte in Berlin, war kurze Zeit Realschullehrer, wurde jedoch durch Karl Gutzkow ins Feuilleton und in die Kritik geholt. Von seiner Beliebtheit als Erzähler, von seinem Einfluß als Literatur- und Theaterkritiker im Wilhelminischen Berlin läßt sich keine Vorstellung mehr schaffen. Als Autor debütierte F. vor 1848 im „Berliner Figaro“; 1848 war er Mitherausgeber eines kurzlebigen Revolutionsblattes „Der Freischärler“; 1853-62 behielt ihn Gutzkow in der Redaktion der „Unterhaltungen am häuslichen Herd“. Damit wurde er so nachhaltig im Familienblatt-Stil geschult, daß er in späteren, bedeutenderen Positionen nur selten zu unabhängiger persönlicher Beurteilung der zeitgenössischen Literatur, des Theaters und der Kunst vordrang. Wohl auf Grund dieses Mangels an Leidenschaft zu subjektiver Kritik ist sein jahrzehntelang unbestrittener Einfluß auf das bürgerliche Publikum Berlins erklärbar. Trotz seiner beherrschenden Stellung als Feuilletonredakteur der „Berliner Nationalzeitung“ (1862-1908), als Literatur- und Theaterkritiker (1874–1914) an der „Deutschen Rundschau“ seines Duzfreundes Julius Rodenberg wurde er später von den Vertretern des Naturalismus nicht ernst genommen. F. hat sein Leben lang für den Journalismus fleißig und exakt gearbeitet; dank dieser Tugend bleiben seine Aufsätze, Essays, Porträts und Erinnerungen für die kultur- und pressehistorische Erkenntnis seiner Epoche von Reiz und Wert. Die Zeit ist jedoch über seine biographischen Romane, seine Novellen und Erzählungen hinweggegangen, die als Lektüre für Frauen einstmals sehr geschätzt worden sind.

  • Werke

    Ges. Werke, 6 Bde., 1890-92, darin enthalten: Erinnerungen u. Strömungen, Dt. Kämpfe, Vanitas, Ganganelli, Watteau, Corday, La Pucelle;
    nicht enthalten: Dichter u. Frauen, 1859;
    Büsten u. Bilder, 1864;
    Auf heimischer Erde, 1866;
    Renaissance u. Rokoko, 1875;
    Berliner Dramaturgie, 1877;
    Die Berliner Märztage u. a. Erinnerungen, 1912. – Verz. s.
    Kosch, Lit.-Lex.

  • Literatur

    G. Köberle, Die Theaterkrisis im dt. Reich, 1872;
    C. Fiedler, Das dt. Theater, was es war, was es ist, was es werden muß, 1875;
    E. Vollmer, in: Berliner Theaterkritiker, Eine Kritik d. Kritik, 1884;
    E. Wechsler, K. F., 1891;
    R. Genée, Zeiten u. Menschen, 1897;
    J. Rodenberg, Die Begründung d. Dt. Rdsch., 1899 (als Ms. gedr.);
    Freundesgabe f. K. F. zum 19.2.1903, 1903;
    H. Spiero, J. Rodenberg, Sein Leben u. s. Werk, 1921;
    M. Bunsen, Zeitgenossen, die ich erlebte, 1932;
    W. Haacke, in: Hdb. d. Ztgs.wiss. I, 1940, Sp. 1178-80;
    ders., J. Rodenberg u. d. Dt. Rdsch., 1950;
    ders., Hdb. d. Feuilletons I-III, 1951-53;
    P. Lindenberg, Es lohnte sich, gelebt zu haben, 1942;
    DBJ I (Tl. 1914. W, L).

  • Portraits

    Lichtdruck (Berlin, Dt. Staatsbibl); P
    in Das goldene Buch d. Theaters, [1900/10].

  • Autor/in

    Wilmont Haacke
  • Empfohlene Zitierweise

    Haacke, Wilmont, "Frentzel, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 403 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119139812.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA