Lebensdaten
1828 bis 1894
Geburtsort
Langenthal Kanton Bern (Schweiz)
Sterbeort
Bern
Beruf/Funktion
Apotheker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 11880006X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Flückiger, Friedrich August
  • Flueckiger, Friedrich Aug.
  • Flueckiger, Friedrich August
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Zitierweise

Flückiger, Friedrich August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11880006X.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1787–1841), Kaufm., S d. Hans, Bauer auf d. Hünighof in Obersteckholz Kt. Bern;
    M Anna Maria Gygax (1786–1866);
    Uster 1857 Esther Louise (1830–99), T d. Henri Frei, Kaufm. in Winterthur;
    3 S, 3 T.

  • Leben

    Für den Kaufmannsstand bestimmt, besuchte F. seit 1845 die Nobacksche Handelsschule in Berlin, ging jedoch, um sich den Naturwissenschaften widmen zu können, 1847 in Solothurn in die Apothekerlehre. Hochschulstudien führten ihn nach Bern, dann nach Genf. 1850 kam F. als Gehilfe nach Straßburg. 1851 hörte er Chemie in Heidelberg bei Leopold Gmelin und W. Delffs (1852 Promotion in Heidelberg). An ein Studienjahr in Paris schloß sich ein kurzer Besuch von London an. 1853 kaufte F. in Burgdorf bei Bern die „Große Apotheke“ und berief den ihm befreundeten Kaufmann Friedrich Lüdy zur Leitung des anzuschließenden Drogen-en-gros-Geschäftes. Schon 1857 wurde F. Präsident des Schweizerischen Apotheker-Vereins, der damals sich ausschließlich wissenschaftlichen Fragen widmete Bereits 1860 konnte dem Verein der Entwurf zu der „Pharmacopoea Helvetica“ vorgelegt werden; bisher hatten nur kantonale Arzneibücher bestanden. 1860 wurde F. zum „Bernischen Staatsapotheker“ gewählt. Das Amt an der Staatsapotheke, im wesentlichen Aufsicht über das Rechnungswesen, bot vermehrte Zeit zu wissenschaftlicher Arbeit. 1861 habilitierte sich F. in Bern als Dozent der Pharmakognosie. 1870 wurde er außerordentlich Professor der Pharmazie und Pharmakognosie. 1867 erschien das grundlegende Werk „Lehrbuch der Pharmakognosie des Pflanzenreiches“ (31891), mit welchem F. dieses Fach, vorher nur als Unterfach der Botanik gelehrt, als besonderes Wissensgebiet begründete. Alle Hilfswissenschaften, wie Botanik, Chemie, Physik, Geographie und Geschichte, wurden herangezogen, die Bedeutung der mikrochemischen Arbeitsweise erkannt. 1867 reiste F. wiederum nach London auf Einladung von Daniel Hanbury, mit dem er sich in enger Freundschaft zu gemeinsamer literarischer Arbeit verband. Intensiv beteiligte sich F. an der 2. Ausgabe der Pharmacopoea Helvetica (1872). Nach Beendigung des deutsch-französischen Krieges wurde er zum Leiter des pharmazeutischen Institutes der Universität Straßburg ausersehen, dem er bis 1892 vorstand. Es war dies die Zeit seines höchsten internationalen Ansehens. Bei seiner Rückkehr nach Bern 1892 wurde ihm von Freunden die „Flückiger-Stiftung“ überreicht (Medaille mit F.s Bild [Medailleur Scharff] und Geldsumme). F. hat sich von jeher auch um geschichtliche Studien bemüht. Emsig durchforschte er bis in die letzten Lebensjahre die Archive. Es schwehte ihm eine „Geschichte der Pharmazie“ vor. Er sah jedoch ein, daß diese Arbeit seine Kräfte überstieg. Trotzdem ist er Wegbereiter gewesen für die Tätigkeit, welche heute die Internationale Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie ausübt.

  • Auszeichnungen

    Dr.med. h. c. (Bern 1884), Dr. phil. h. c. (Erlangen 1892), Ehrenmitgl. zahlr. wiss. Ges.

  • Werke

    Weitere W u. a. Grundlagen d. pharmaceut. Warenkde., 1873 (mit 300 Zeichnungen v. F.), 2 u. d. T. Grundlagen d. Pharmakognosie, 1885 (mit A. Tsdrirch) (engl. 1887);
    Pharmacographia, a history of the principal drugs of vegetable origin, London 1874, 21879 (mit D. Hanbury) (franz. 1878);
    ca. 300 Publ. in Fachzss.; W-Verz.
    in: A. Tschirch, Vorträge u. Reden, 1915, S. 590 ff.

  • Literatur

    A. Tschirch, in: Berr. d. Pharmaceut. Ges. 5, 1895, S. 3-46 (W, P);
    E. Schär, in: Schweizer. Wschr. f. Chemie u. Pharmacie, 1895, Nr. 7;
    Mary Flückiger, in: Slg. Bern. Biogr. IV, 1902, S. 419 f. (P);
    A. Oesterle-Flückiger, Aus d. Knabenj. F. A. F.s, in: Schweizer. Apothekerztg. 66, 1928, S. 223-38 (Sonder-Nr. z. K.s 100. Geb.tag);
    J. A. Häflinger, F. A. F. als Pharmazie-Historiker, ebd., S. 239-46 (P);
    F. Lüdy-Tenger, Über einige Dokumente aus F.s Apotheker-Praxis, in: Pharmaceutica Acta Helvetiae 9, 1934, S.85-93;
    ders., Unbek. Dokumente aus d. Praxis-Anfängen v. F. A. F., in: Atti del II Congresso internationale di storia della Pharmacia, Padova-Venezia, 7.-9.10.1958, Pisa 1958;
    HBLS (P);
    Pogg. III, IV.

  • Autor/in

    Fritz Lüdy-Tenger
  • Empfohlene Zitierweise

    Lüdy-Tenger, Fritz, "Flückiger, Friedrich August" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 258-259 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11880006X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA