Lebensdaten
1720 - 1792
Geburtsort
Lauenburg/Elbe
Sterbeort
Mehedorf bei Bremervörde
Beruf/Funktion
Moorkolonisator ; Baumeister
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118687263 | OGND | VIAF: 67259829
Namensvarianten
  • Findorf, Jürgen Christian
  • Findorff, Jürgen Christian
  • Findorf, Jürgen Christian
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Zitierweise

Findorff, Jürgen Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118687263.html [16.09.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Ratstischler in L.;
    B Dietr. (1722–72), Landschafts- u. Tierbildmaler (s. ADB VII, ThB); ledig;
    N Friedrich, zeichnete d. v. G. H. Tischbein 1795 in Bremen gestochene „Gen.-Charte“ d. Moorgebietes, bis 1830 Moorkommissar.

  • Leben

    Nach dem Tode des Vaters mußte F. 19jährig die Werkstatt weiterführen. Seine weit überdurchschnittlichen Fähigkeiten entdeckte der hannoverische Oberlandbaumeister von Bonn, als er unterhalb Lauenburgs die Schleuse zu Frauenwerder baute und ihm der junge Tischlermeister ein ausgezeichnetes Schöpfwerk eigener Erfindung dafür herstellte. Er machte ihn zu seinem engsten Mitarbeiter und ließ ihn später zum „Baumeister“ ernennen. An den Planungen für eine Erschließung der riesigen Moorgebiete zwischen der Oste im Norden und der Hamme und Wümme im Süden, von denen das „Teufelsmoor“ nur der Teil im Hammebogen ist, wo jetzt die gleichnamige Kolonie liegt, wurde F. schon bald nach deren Beginn um 1752 maßgeblich beteiligt, weil er die genauesten Vermessungen und die besten Siedlungspläne geliefert hatte. Damit kam er zu der Lebensaufgabe, die ihm begeisterte Neigung und in eifrigem Selbststudium erworbene Kenntnisse wiesen. Zunächst auf Tagegelder und Zeichnungshonorare gestellt, arbeitete er in 4 verschiedenen Ämtern, Zuständigkeitsfragen durch überlegenes Können überwindend, bis er am 20.9.1771 zum „Moorkommissar“ für das gesamte Gebiet ernannt wurde. Man holte ihn aber auch zu anderen Aufgaben, in das Westerbecker Moor bei Gifhorn, das Wildeshauser Ödland, das Haner Moor bei Harburg und zu vielen Flußregulierungen. F. verband mit genialem Blick für das praktisch Erreichbare ein warmes Herz für seine Siedler. Sie nannten ihn „Vater“. Eine vorteilhafte Berufung nach Mecklenburg lehnte er ihretwegen ab. Nach den jährlich gedruckten Moortabellen hat er 59 Kolonien mit 1242 Feuerstellen angelegt, das heißt mindestens 5000 Menschen auf 53 000 Morgen neu gewonnenen Kulturlandes zu neuer Existenz verholfen. In Worpswede, Grasberg und Gnarrenburg hat er auch die Kirchen selbst entworfen und gebaut. – Obelisk zu Ehren F.s auf dem Weyerberg bei Worpswede 1797.

  • Werke

    Btrr. u. Fragmente zu e. Moorkatechismus, hrsg. v. K. Brüning, 1937;
    zahlr., heute noch maßgebl. Denkschrr. u. Gutachten in d. Akten d. Staatsarchivs Stade.

  • Literatur

    ADB VII;
    Deicke, Zum 200. Geburtstage d. Kgl. Moorkommissars J. Ch. F., in: Stader Archiv NF 10.1920, S. 99-101;
    K. Lilienthal, J. Ch. F.s Erbe, 1931;
    ders., Prinz Adolf Frederic u. F. in Worpswede, in: Stader Jb., 1955, S. 168-94;
    F. Overbeck, J. Ch. F. als Botaniker u. Moorforscher, in: Mitt. d. Provinzialstelle f. Naturdenkmalspflege Hannover 3, 1931, S. 180-200;
    J. Ch. F., d. Kolonisator d. Teufelsmoores, = Niedersachsen, Gestalten u. Zeiten 5, 1936;
    Th. Götze, J. Ch. u. Joh. Dietr. F., in: Das Land an d. Elbe, in: Nd.sächs. Mitt. d. Allg. Lauenburg. Landesztg. 10, 1937, S. 17 f.;
    W. Freckmann, in: Männer, die Nahrung schufen, hrsg. v. O. Kenel, 1952, S. 61-66, 524;
    G. Schnath, Der Prinz im Moor, in: Stader Jb., 1956, S. 208-12;
    W. Höschen, F., = Bedeutende Niedersachsen, Lb., H. 2, 1956 (P);
    H. W. Rotermund, Das gel. Hannover od. Lex. v. Schriftstellern u. Schriftstellerinnen II, 1823, S. 35 f.;
    W. Rothert, Allg. Hann. Biogr. 3, 1916, S. 491.

  • Quellen

    Qu.: Staatsarchiv Stade.

  • Portraits

    in: Bremervörde, Landratsamt;
    Ölgem. (auch v. N Frdr.) v. Th. Bornemann (Stade, Regierungsgebäude), Abb. in: Stader Jb. 1955, S. 169.

  • Autor/in

    Erich Weise
  • Empfohlene Zitierweise

    Weise, Erich, "Findorff, Jürgen Christian" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 157 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118687263.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Findorf: Jürgen Christian F., Baumeister und vorzüglichster Moorcolonisator, geb. 1720 am 22. Februar in Lauenburg, am 31. Juni 1792, Sohn eines Tischlers und selbst zuerst Tischler, wurde durch Anlegung eines Schöpfwerkes beim Schleusenbau dem hannoverschen Landbaumeister v. Bonn empfohlen, der ihn im Landbau und Wasserbau ausbildete und praktisch verwendete. Er hat dann die riesigen Moore zwischen Wümme und Hamme, das Teufelsmoor, vermessen, entwässert und durch Colonisten bevölkert. Sein Ruf war dadurch so gestiegen, daß man ihn als Hofarchitekt nach Schwerin zu ziehen suchte, er konnte sich aber, obwol nicht fest angestellt, von seinen Mooren nicht trennen; die hannoversche Regierung ernannte ihn dann zum Moorcommissär 1772. Das neu gewonnene, jetzt so reiche Land betrachtete ihn als seinen Vater; drei Kirchspiele hat er aus Busch und Brack geschaffen; mitten darin zu Worpswede ist ihm ein Denkmal errichtet. Sein Sohn, Friedrich F., hat 1795 eine von ihm aufgenommene Karte dieser ganzen Gegenden in Bremen bei G. H. Tischbein stechen lassen.

    • Literatur

      Vgl. Joh. Anton Fischer ( als Oberamtmann in Osterholz 1818) im hannöv. Magazin 1797 und daraus in Schlichthorst III. S. 141—56 und Rotermund, Gel. Hannover.

  • Autor/in

    Krause.
  • Empfohlene Zitierweise

    Krause, "Findorff, Jürgen Christian" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 15 unter Findorf [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118687263.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA