Aufschläger, Gustav Moritz Adolf
- Lebensdaten
- 1853 – 1934
- Geburtsort
- Jahnishausen bei Riesa (Sachsen)
- Sterbeort
- Hamburg
- Beruf/Funktion
- Sprengstofftechniker ; Ingenieur ; Unternehmer
- Konfession
- lutherisch
- Normdaten
- GND: 135838355 | OGND | VIAF: 80287872
- Namensvarianten
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- Aufschläger, Gustav Moritz Adolf
- Aufschläger, Gustav Moritz Adolf
- Aufschlaeger, Adolf
- Aufschlaeger, G.
- Aufschläger, Gustav
- Aufschläger, Gustav Moritz Adolph
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- Aufschlaeger, Adolph
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Biografische Lexika/Biogramme
Quellen(nachweise)
Literatur(nachweise)
Orte
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Genealogie
V Friedrich Heinrich Bernhard Aufschläger, Hofgärtner in Jahnishausen;
M Concordia, T des Karl Gürtzner, Oeconomieinspektor in Plaußig;
Gvv Philipp Jakob Aufschläger (1785–1869);
Gmv Ernestine Römhild aus Arnstedt;
⚭ Auguste Dorothee Henriette Friederike Heuer. -
Biographie
Nach Abschluß seiner Studienzeit in Heidelberg war A. Assistent bei H. Schmitt und W. Hempel an der Technischen Hochschule Dresden. 1882 gründete er die Dynamitfabrik Muldenhütten bei Freiberg (Sachsen) und übernahm 2 Jahre später die Leitung der inzwischen gegründeten Dresdener Dynamit-AG bei Radebeul. 1889 wurde er als Generaldirektor in den Vorstand der Dynamit-AG vormals Alfred Nobel & Co. berufen. Er hat ein halbes Jahrhundert hindurch diesen neuen Industriezweig aufgebaut. Die Gründung des Generalkartells, in dem sich die Pulvergruppe und die Sprengstoffgruppe zusammenfanden, war sein Werk. Die Technische Hochschule Aachen verlieh ihm 1920 die Würde eines Dr.-Ing. h. c. für seine Verdienste um die Herstellung der Rohprodukte wie Schwefelsäure, Salpetersäure und Glycerin in seinen Werken. Er hat sich ferner durch die zahlreichen Unglücksfälle in Bergwerken veranlaßt gesehen, sich mit der Fabrikation von Sicherheits-Sprengstoffen zu befassen und ein Patent erwirkt, das auf dem Zusatz kristallwasserhaltiger Salze beruht. Auf seine Anregungen hin ging die Entwicklung vieler Arten von Sicherheitssprengstoffen und von ungefrierbaren Sprengstoffen zurück. Auch Munition hat A. um 1900 in seinen Werken hergestellt. Auf seine Veranlassung wurde die wichtige Zentralstelle für wissenschaftlich-technische Untersuchungen GmbH in Neubabelsberg eingerichtet, deren Weiterarbeit dann durch den Versailler Friedensvertrag verboten wurde.
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Literatur
Paul Müller in: Ztschr. f. d. gesamte Schieß- u. Sprengstoffwesen 29, 1934, Nr. 5, S. 127/28;
Die chem. Industrie 57, 1934, Nr. 15, S. 273. -
Autor/in
Carl Graf von Klinckowstroem -
Zitierweise
Klinckowstroem, Carl Graf von, "Aufschläger, Gustav Moritz Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 443 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135838355.html#ndbcontent