Lebensdaten
1778 bis 1855
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
preußischer General ; Festungsbaumeister
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116372230 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Aster, Ernst Ludwig von
  • Aster, Ernst L. von
  • Aster, Ernst Ludwig

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Aster, Ernst Ludwig von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116372230.html [24.02.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Ludwig Aster (1732–1804), sächsischer Generalmajor und Chef des Ingenieurkorps (aus Pfarrerfamilie);
    M Susanne Ludowike Hennig;
    B Karl Heinrich (1782–1855), sächsischer Oberst und Militärschriftsteller;
    1) Dresden 30.11.1809 Yvette Rudolphine von Raußendorf (1784–1817), 2) Trier 9.1.1821 Marie (1795–1874), T des Obersten von Brandt; 7 K, u. a. Ernst Rudolph, preußischer Geheimer Oberregierungsrat, Maria ( Franz Commer, 1813–87, Musikforscher).

  • Leben

    A. nahm im sächsischen Kontingent am russischen Feldzug mit Auszeichnung teil. In das preußische Heer übernommen, hatte er während des Feldzuges der Hundert Tage die Stellung des Chefs des Generalstabs des II. preußischen Korps inne. 1837 wurde er Generalinspekteur der preußischen Festungen und im folgenden Jahr Chef des Ingenieurkorps und Kurator der Artillerie- und Ingenieurschule zu Berlin. Als General der Infanterie nahm er 1849 den Abschied. A. hat auf dem Gebiet des Festungsbaues insofern bahnbrechend gewirkt, als er gestützt auf die Erfahrungen der Napoleonischen Kriege von dem bisher vorherrschenden System der starren Bastionen abwich und unter Berücksichtigung der fortschreitenden Vervollkommnung der Waffentechnik sowie der stärkeren Anpassung an das Gelände feste Stützpunkte in Form von vorgeschobenen selbständigen Werken (Forts) errichtete, wodurch für die Infanterie ein Vorgelände als Kampffeld geschaffen wurde und der Gegner damit länger ferngehalten werden konnte. Die Befestigungen von Ehrenbreitstein wurden nach ihm genannt (A.stein).

  • Werke

    Nachgelassene Schrr., 5 Bde., 1846–61.

  • Literatur

    ADB I; G. Eilers, Betrachtungen u. Urteile d. Gen. v. A. üb. d. polit., kirchl. u. pädagog. Parteibewegung unseres Jh.s, 2 Bde., 1859; Kurzer Lebensabriß d. … Gen. E. L. v. A., … zusammengestellt u. hrsg. v. einem Sohne desselben, 1878; U. v. Bonin, Gesch. d. Ingenieurkorps u. d. Pioniere in Preußen, 2 Bde., 1878; H. v. Petersdorff, Gen. J. A. Frhr. v. Thielmann, 1894; F. Meinecke, Das Leben d. Feldmarschalls v. Boyen, 2 Bde., 1896; F. v. Funck, Im Banne Napoleons, hrsg. v. A. Brabant, 1928; ders., In Rußland u. in Sachsen, 1930; H. Franke, Hdb. d. neuzeitl. Wehrwiss., Bd. 2, 1937; F. Schnabel, Dt. Gesch. im 19. Jh. II, 21949 (L); Priesdorff IV, S. 355 ff. (P).

  • Portraits

    Holzschnitt in: LIZ, Bd. 24, 1855, S. 29.

  • Autor

    Heinz Kraft
  • Empfohlene Zitierweise

    Kraft, Heinz, "Aster, Ernst Ludwig von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 422 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116372230.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Aster: Ernst Ludwig von A., ward am 5. October 1778 als Sohn des kurfürstlich-sächsischen Generalmajors und Commandeur des Ingenieur-Corps Aster zu Dresden geboren. Der Vater, welcher als Schöpfer des trefflichen sächsischen Pontonniercorps bedeutend ist und 1804 starb, leitete seine Erziehung persönlich und stellte ihn 1797 als Tranchee-Sergeant in das sächsische Ingenieur-Corps ein. 1800 wurde er Sous-Lieutenant, focht bei Jena und kam 1809 als Capitän in den Generalstab. 1810 brachte er einen von Oberst Lecoq entworfenen Plan zur Befestigung Torgau's nach Paris, den Napoleon nicht billigte; A. mußte in Eile einen neuen Plan ausarbeiten und erwarb sich in lebhafter Discussion die Gunst des Kaisers. Durch dessen Vermittelung ward A. schon 1811 Major im Generalstabe. Als solcher machte er den Feldzug nach Rußland mit und erhielt dort den militärischen Heinrichsorden und das Kreuz der Ehrenlegion. 1813 ward A. als Oberstlieutenant dem Gouverneur der Festung Torgau, Generallieutenant von Thielemann, zugetheilt. Mit ihm begab er sich, da beide in den Augen der Franzosen compromittirt waren, nach der Schlacht von Groß-Görschen in das russische Hauptquartier. Im Feldzuge 1813 führte A. an der Spitze von Kosacken einige Unternehmungen in der Oberlausitz aus und wohnte den Schlachten von Bautzen und Leipzig bei. Bei der Reorganisation der sächsischen Truppen wurde er Oberquartiermeister; dann Chef des Generalstabes des 7. deutschen Armee-Corps und 1814 Oberst, erst in sächsischem, dann in russischem Dienste, bis er vor der Theilung des sächsischen Heeres zu Lüttich in die preußische Armee und zwar in das Ingenieur-Corps übertrat. 1815 wohnte er als Chef des Generalstabes des 2. Armee-Corps den Schlachten von Ligny und Belle-Alliance, sowie den Belagerungen französischer Grenzfestungen bei. In demselben Jahre wurde er Generalmajor, 1817 bei Reorganisation des preußischen Ingenieur-Corps Brigadier der 3. Ingenieur-Brigade zu Coblenz und 1821 Chef der 3. Ingenieur-Inspection. Hier eröffnete sich ihm dasjenige Feld der Thätigkeit, auf dem er Epoche machen sollte. Er führte nämlich durch die Fortification von Coblenz und Ehrenbreitstein die neue preußische Befestigungsweise ins Leben ein, jenes großartige System, welches ebensowol der einseitigen Auffassung der Festungen als bloßes Sicherungsmittel ein Ende machte, als die pedantischen Manieren des alten Tracés zu Gunsten freien Anschlusses an das Terrain verbannte. — 1837 wurde A. General-Inspecteur sämmtlicher preußischer Festungen und Chef des Ingenieur-Corps, Curator der vereinigten Artillerie- und Ingenieur-Schule und Mitglied des Staatsraths. 1842 erfolgte seine Ernennung zum General der Infanterie und 1844 erhielt er als Abschluß einer langen Reihe von Auszeichnungen den schwarzen Adler-Orden mit dem die Verleihung des Erbadels statutenmäßig verbunden ist. — 1849 erbat A. seinen Abschied und am 10. Februar 1855 starb er zu Berlin. — Aus Aster's Nachlaß wurden herausgegeben: "Zur Kriegstheorie". 1. Theil: "Gedanken über eine Umgestaltung der heutigen Kriegstheorie". 2. Theil: "Entwurf zu einem System der Kriegslehre". Berlin, Guttentag, 1856. — "Gedanken über eine system. Militär-Geographie". Mit 2 Karten. "Abriß der Geschichte des Erziehungswesens". Ebendaselbst, 1857. "Der Ingenieur-Unterricht und seine heutigen Erfordernisse oder Gedanken über die wissenschaftliche Bildung des Ingenieur-Officiers". Ebendaselbst 1861.

    • Literatur

      Nekrolog im Archiv für die Officiere des königlich preußischen Artillerie- und Ingenieur-Corps. 19. Jahrg. 39. Band. 1856.

  • Autor

    Jähns.,
  • Empfohlene Zitierweise

    Jähns, Maximilian, "Aster, Ernst Ludwig von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 627-628 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116372230.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA