Zumtobel
- Lebensdaten
- erwähnt 15. – 21. Jahrhundert
- Beruf/Funktion
- Unternehmer
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 1333451091 | OGND | VIAF
- Namensvarianten
-
- Zumtobel
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Zumtobel
|Unternehmer. (katholisch)
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Biographie
Die Bauern „ze Tobel“ oder „zu Tobel“ sind in Vorarlberg seit dem 15. Jh. nachweisbar und siedelten 1600 nach Dornbirn-Hatlerdorf und Markt um. Eheschließungen mit führenden Familien (→Wehinger, →Salzmann, →Rhomberg) und Grunderwerb begleiteten ihre Etablierung in Wirtschaftsbürgertum und politischer Elite.
→Bartholomä (Bartle) (um 1610 – um 1686) war zwischen 1657 und 1673 mehrmals Ammann (Ger.vorsteher), sein jüngerer Sohn →Bartholomä (* 1649) wird ebenfalls in dieser Funktion genannt (Dornbirner Fam.buch). →Bartles älterer Sohn →Martin (* um 1645?) amtierte als Gerichtsschreiber, wie auch Martins älterer Sohn →Georg (1669–1744), Enkel →Johann (* 1710) und Urenkel →Johann Kaspar (1746–1825).
Martins jüngerer Sohn →Maximilian (1677–1753) war Säckelmeister, sein Urenkel, der Gastwirt →Josef Anton (1744–1808), war Vorsteher und Rat.
→Martin (1718–78), Enkel von|→Johann(es) (* um 1640/50?), dem dritten Sohn →Bartles, amtierte als Gemeinderat, sein Sohn, der Gastwirt →Franz Xaver (1763–1804), 1791–94 als Stabhalter, 1795/96 als Ammann und 1795–1803 als Ammannamtsverweser. Dessen Sohn →Franz Martin (1785–1846) war zwischen 1818 und 1842 ebenfalls Ammann bzw. Gemeindevorstand.
Eheverbindungen mit der Familie Wehinger erlaubten mehreren Z. eine höhere Bildung und Berufe als Schreiber, Geistliche und Ärzte.
→Anton (1702–41), Enkel des Schreibers Martin und Sohn des Kupferschmieds →Bartholomä (1673–1756), war Pfarrer in Widnau (Kt. St. Gallen), sein Cousin →Johann Martin (1703–76), Sohn des Schreibers Georg, Probst in Lingenau (Vorarlberg), sein Cousin →Franz Xaver (* 1726), Nachfahr des Johann(es), Pfarrer in Roßwangen (Balingen).
→Johann Bartholomä (1740–67), Enkel des Kupferschmieds, war Pfarrvikar in Dornbirn, sein Cousin →Alois Dominik(us) (1761–1838), Urenkel des Johann(es), Pfarrer in Ebnit, Dornbirn, Satteins und Röthis. →Johann Georg (1708–76), ein Bruder des Pfarrers Anton, war fürstl. Leibarzt und Hofrat in Buchau, Ärzte waren auch sein Sohn →Josef Siardus Antonius (1740–1821) in Zwiefalten (Schwaben), sein Enkel →Johann Nepomuk (1770–1843) in Buchau, außerdem zwei Brüder des Priesters Bartholomä und des Rats und Vorstehers →Josef Anton (1740–1808): →Franz Xaver Thomas (* 1746) in Röschitz (Niederösterr.) und →Johann Georg (1754–1806), der ab 1779 auch als Wirt aufscheint, in Dornbirn.
Seit dem 19. Jh. waren v. a. drei Linien der Familie unternehmerisch erfolgreich: →Bartholomä (1745–1809), Enkel des Kupferschmieds Bartholomä und Sohn des Leutnants und Gastwirts →Martin (1706–80), betrieb eine Kupferschmiede. Sein Cousin →Franz Josef (1766–1833) war Schlosser, dessen Sohn →Marx Alois (1801–65) gilt als Gründer der ersten alpenländischen Kupferkesselschmiede (1825), dessen Sohn →Gebhard (1841–1913), Enkel →Eugen (1876–1949) und Urenkel →Eugen (1902–58) führten die „Kesselschmiede und Maschinenfabrik Eugen Zumtobel OHG“ in Dornbirn weiter.
→Franz Martin (1840–1908), Sohn des Modellschreiners →Martin (1810–46) aus dem Stamm des Schreibers Martin, legte den Grundstein für diverse Betriebe unter der Firma „F. M. Zumtobel“ : 1862 eröffnete er eine Wachszieher- und Lebzelterwerkstatt und 1864 eine Krämerei, in die 1883 sein Sohn →Otto (1869–1943) eintrat, der 1902 mit seinem Bruder →August (1871–1952) Teilhaber wurde. Nach Erweiterungen des Unternehmens (Kaffeerösterei, Gewürzmühle, Teigwarenfabrik, Importgroßhandel) wurde Otto 1915 alleiniger Geschäftsführer. Er war 1920 Mitbegründer der Vorarlberger Verlagsanstalt (KR 1921), Gründer des Vorarlberger Gewerbebunds und 1932–35 Präsident des Landesverbands für Fremdenverkehr. Sein Sohn →Franz Martin (1904–2000), seit 1926 im Unternehmen, leitete ab 1934 die Salzburger Niederlassung.
Nach dem „Anschluß“ 1938 „arisierte“ Otto die Wiener Kolonialwarenhandlung Franz Tommasoni, die 1947 rückgestellt werden mußte, für seine Söhne Martin (1933 NSDAP-Mitgl.) und →Siegfried (1911–44, 1933 SS- u. NSDAP-Mitgl.). Martin übernahm 1916 von seinem Onkel →Franz Anton (1876–1947) die „Mosterei Zumtobel“, die zum größten Import- und Großhandelsunternehmen der Lebensmittelbranche in Westösterreich expandierte, u. a. mit der 1956 gegründeten Lebensmittelkette und Großhandelsorganisation „A & O“. Martins Sohn →Franz Martin (* 1947) besaß ab 1973 die Mehrheitsanteile an „F. M. Zumtobel“, war beteiligt am Aufbau von Lebensmittelmärkten (Familia, 1975), dem Abholgroßmarkt „Dogro“ (beide 1993 verkauft) und SB-Restaurants. 1991 gründete er die „F. M. Zumtobel Holding & Consulting GmbH“ und 1992 die kurzlebige „Wirtschaftspartei“. 2001 wurde die Kaffeesparte verkauft. Sein Sohn →Stephan (* 1981) war Geschäftsführer der Kerzensparte (geschlossen 2018). →Maximilian wurde 2011 geschäftsführender Gesellschafter der Tochtergesellschaft „F. M. Zumtobel Liegenschaften GmbH“ und anderer Gesellschaften des Familienunternehmens.
Auf Ottos Sohn →Walter (1907–90) geht das weltweit erfolgreichste Z.-Unternehmen zurück. Er war nach dem Studium des Maschinenbaus (Dipl.-Ing. 1929) und der Promotion zum Dr.-Ing. 1933 (jeweils an d. TH München) 1934–43 in Wien Betriebsleiter des als Rüstungsbetrieb stark expandierenden Gasmaskenherstellers „Drägerwerk AG & Co. KGaA“, wo er maßgeblich zur technischen Entwicklung von Firmenprodukten beitrug, ferner 1943–45 der „AG für Feinmechanik vormals J. Petravic & Co.“. Nach 1945 war er Sequester mehrerer Betriebe in Vorarlberg, die er in seine 1950 gegründete Firma „Elektrogeräte und Kunstharzpreßwerk W. Zumtobel K.G.“ (1953 W. Zumtobel KG) einbrachte.
Mitkommanditistin war seine Frau →Gertrude, geb. Kappeler (1908–2007), aus Frauenfeld (Kt. Thurgau). Der Schwerpunkt lag auf der Produktion von Vorschaltgeräten für Leuchtstofflampen. Der Beleuchtungssektor wurde|zur Hauptsparte des rasch expandierenden Unternehmens mit Tochterfirmen und Niederlassungen in Europa und Südafrika. Für Beteiligungen in Iran, Spanien, Großbritannien und Australien gründete Walter 1966 die Vertriebsgesellschaft „Zumtobel AG“ für Beleuchtungstechnik in Zürich, wo er Mehrheitsaktionär war. 1973 wurden Holding und Vertrieb getrennt und 1982 die fast vollständig im Familienbesitz stehende „Zumtobel Holding“ gegründet, 1976 die Stammfirma in eine AG im Familienbesitz umgewandelt.
Walter war bis 1981 Vorstands-, danach bis 1990 Aufsichtsratsvorsitzender. Dem Aufsichtsrat gehörte auch Walters Tochter →Ingrid (* 1938), verheiratet mit →Christian Reder (* 1944), an. 1985 wurde die AG in eine Beteiligungs- und Verwaltungs-AG (1989 Zumtobel Holding AG) eingebracht, 1994 mit dieser verschmolzen und bis 2000 ganz im Familienbesitz gehalten. Walters Sohn →Jürg (* 1936, Dipl.-Ing.), seit 1961 im Unternehmen tätig, leitete die Neustrukturierung von Produktion und Vertrieb. Nach der Neuorganisation der Firmengruppe 1974 übernahm er die umsatzstärkste Division Leuchten, sein Bruder →Fritz (* 1939, Dipl.-Ing.), der 1966 in das Unternehmen eintrat, verantwortete Elektrobauelemente, Investment und Werkzeugbau. Beide waren Vorstandsmitglieder der AG, Jürg wurde 1981 Vorstandsvorsitzender und wechselte 2003 in den Aufsichtsrat, Fritz wurde 1996 Aufsichtsratsmitglied und war bis 2006 stellv. Vorsitzender. 2003 lag das Management erstmals vollständig in familienfremden Händen, 2006 erfolgte der Börsengang des Konzerns. Die Familie wurde mit rund einem Drittel Beteiligung größter Einzelaktionär (Stand 2019).
Jürgs Tochter →Karin Z.-Chammah (* 1963) kam 1996 zur Z.-Gruppe, zuletzt als Head of Art & Culture, und gehört seit 2019 dem Aufsichtsrat an, seit 2020 als dessen Vorsitzende.
Jürg und Fritz zogen sich 2020 zurück. 2019/20 betrug der Umsatz mit ca. 6000 Mitarbeitern ca. 1,2 Mrd. €, die Firma ist einer der europ. Marktführer im Bereich Beleuchtungssysteme.
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Auszeichnungen
A zu Walter: Baurat h. c.;
Ehrensenator d. TU Wien (1976);
Goldenes Ehrenzeichen d. Landes Vorarlberg (1985);
Dr.-W.-Z.-Str., Dornbirn;
– zu Jürg: Ehrenpreis d. Vorarlberger Wirtsch. f. d. unternehmer. Lebenswerk (2017). -
Literatur
|R. Hämmerle, Z. Chron., 1982;
Dornbirner Fam.buch (Internet);
W. Bundschuh, Bestandsaufnahme, Heimat Dornbirn 1850–1950, 1990;
P. Melichar, Verdrängung u. Expansion, Enteignungen u. Rückstellungen in Vorarlberg, 2004;
C. Feurstein, Vom Fam.untern. z. Untern.fam., Die Z.-Konzerngruppe 1950–2000, 2009. -
Autor/in
Manfred Zollinger -
Zitierweise
Zollinger, Manfred, "Zumtobel" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 780-782 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1333451091.html#ndbcontent