Zumkeller, Adolar

Lebensdaten
1915 – 2011
Geburtsort
Erfurt
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Augustiner ; Ordenshistoriker
Konfession
katholisch
Namensvarianten

  • Zumkeller, Walter( Taufname)
  • Zumkeller, Adolar
  • Zumkeller, Walter( Taufname)
  • zumkeller, walter
  • Zumkeller, Walther( Taufname)
  • zumkeller, walther

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Zitierweise

Zumkeller, Adolar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz143070.html [11.03.2026].

CC0

  • Zumkeller, Adolar (Taufname Walter) OSA

    | katholischer Theologe, Ordenshistoriker, * 3.6.1915 Erfurt, † 21.4.2011 Würzburg, ⚰ Würzburg, Hauptfriedhof.

  • Genealogie

    V Joseph Alphons (1886–1950, 2] Maria Mock, 1895–1970), aus Mannheim, Kaufm. u. Handelsvertreter in E., S d. Emil (1857–1920), Kaufm. in Mannheim u. Göttingen, u. d. Julie Minna Leihe (1853–1904), aus Göttingen;
    M Martha (1888–1922), aus Neustadt b. Leipzig, Schneiderin in E., T d. Benedikt Schratz (1846–1922), aus Schattewald (Tirol), Stukkateur u. a. in Dresden u. Darmstadt, u. d. Elisabeth Dexheimer (1849–1919), aus Hüttenfeld (Bergstraße);
    Ov Emil Wilhelm Heinrich Alois (1887–1948), Ing. in Berlin;
    3 B Gerhard (1914–76), in Tiefenort b. Bad Salzungen (Thür.), Günter (1917–2001), in Marbach b. E., Alfred (1920–2006), in Bamberg, 2 Halb-B Werner (1924–47), Franz-Josef (1926–2008), in Mannheim, 1 Halb-Schw Annemarie (1928–46).

  • Biographie

    Z. wuchs in Erfurt auf, wo er seit 1921 die Kath. Vorbereitungsschule für das Gymnasium, dann das Realgymnasium (Kath. Rektoratsschule) besuchte. 1927 ging er an die Klosterschule (Internat) der Augustiner nach Würzburg und wurde Schüler des Neuen Gymnasiums (Riemenschneider-Gymn.). 1928 wechselte er an die Klosterschule (Internat) nach Münnerstadt (Unterfranken), wo er das dortige Humanistische Gymnasium besuchte.

    Im Anschluß an das Abitur 1933 trat er in das Noviziat des Augustinerordens ein, nahm 1934 ein Studium der Philosophie und kath. Theologie an der Univ. Würzburg auf und wurde 1938 vom dortigen Bf. Matthias Ehrenfried (1871–1948) zum Priester geweiht. 1940 mit der Arbeit „Hugolin von Orvieto und seine theologische Erkenntnislehre“ (1941) bei Friedrich Stegmüller (1902–1981) in Würzburg zum Dr. theol. promoviert, wurde Z. danach zur Wehrmacht einberufen und nach der Grundausbildung in einem Kriegslazarett in Würzburg eingesetzt. Während dieser Zeit verfaßte er die Arbeit „Dionysius de Montina und seine Lehre von der Gotteserkenntnis, Ein Beitrag zur Literatur- und Philosophiegeschichte des Spätmittelalters“ (1949), mit der er 1942 bei Hans Meyer (1884–1966) in Würzburg zum Dr. phil. promoviert wurde.

    Nach dreimonatiger US-amerik. Kriegsgefangenschaft war Z. 1945–50 Novizenmeister in Münnerstadt. Es folgten Tätigkeiten als Kaplan in Berlin 1950–52, seit 1953 als Archivar des Historischen Archivs der Dt. Augustinerprovinz sowie 1952–57 als Klerikermagister und Seelsorger in Würzburg. 1957–65 fungierte Z. als Prior des wiederbegründeten Klosters Maria vom Guten Rat in München. 1960 wurde er von Papst Johannes XXIII. zum Konsultor der Vorbereitungsarbeiten für das II. Vatikan. Konzil berufen, wo er in der Kommission für Ordensleute mitarbeitete.

    Das Generalkapitel der Augustiner in Rom wählte ihn 1965 für sechs Jahre zum Generalassistenten für die zentraleurop. Ordensprovinzen mit Amtssitz in Rom. 1965 initiierte Z. in Rom das Forschungsvorhaben „Institutum Historicum Augustinianum“ zur kritischen Edition der Regesten der Generalprioren des Augustinerordens, dessen Präses er wurde und das er bis 1979 leitete. Nach seiner Rückkehr 1971 nach Würzburg im Konvent St. Bruno, später in St. Augustin, war er bis 1998 Direktor des dortigen Augustinus-Instituts und bis 1978 Professor adiunctus der Päpstl. Lateran-Universität in Rom. Überdies wirkte er mehrfach als Provinzrat und langjähriger Geistlicher Schwesternbeirat der Augustinischen Föderation.

    Wissenschaftliche Bedeutung erlangte Z. durch sein umfangreiches Œuvre zu Augustinus sowie zum Augustinerorden und dessen Theologen des späten Mittelalters und der Reformationszeit, das großenteils noch immer in der internationalen Forschung rezipiert wird und teilweise zur Standardliteratur zählt. So legte Z. 1957 und 1959 Studien zu dem westfäl. Augustiner Hermann von Schildesche (um 1290–1357) vor und veröffentlichte einen Handschriftenkatalog der Werke aller mittelalterlichen Augustinertheologen (Mss. v. Werken d. Autoren d. Augustiner-Eremitenordens in mitteleurop. Bibll., 1966) sowie Urkunden- und Regestenbücher der Augustinerklöster Würzburg und Münnerstadt (1966/67). Ferner publizierte er zur Geschichte der Augustinerklöster Münnerstadt (Das Augustinerkloster in Münnerstadt, Ein Gang durch seine Gesch., 1975, mit S. Back) und Würzburg (Gesch. d. Würzburger Augustinerklosters v. d. Gründung im J. 1262 bis z. Gegenwart, 2001, mit Th. Beckmann). Als sein viel beachtetes Hauptwerk gilt „Das Mönchtum des heiligen Augustinus“ (1950, 2. neubearb. Aufl. 1958, 3. bearb. Aufl. 2018 mit e. Nachwort v. A. E. J. Grote, franz. 1972 u. 1995, engl. 1986), in dem er die Entstehung des augustinischen Mönchsideals aufzeigt, dessen charakteristische Elemente darlegt und dt. Übersetzungen asketisch-monastischer Texte Augustins präsentiert. Ferner wirkte Z. 1960–2011 als Mitherausgeber der Reihe „Cassiciacum“, seit 1960 als Redaktionsmitglied der Vierteljahrsschrift „Augustinianum“ sowie seit 1965 als Mitarbeiter der ordenshi|storischen Zeitschrift „Analecta Augustiniana“.

  • Auszeichnungen

    |Ehrenmitgl. d. Ak. gemeinnütziger Wiss. zu Erfurt (1995).

  • Werke

    |u. a. Aurelius Augustinus, Schrr. gegen d. Semipelagianer, Die Vorherbestimmung der Hll., Die Gabe d. Beharrlichkeit, übertr. u. erl., 1955, ²1987;
    Die Regel d. hl. Augustinus, mit Einf. u. Erklärung, 1956, ⁴1983, engl. 1960, 1962, 1987, niederl. 1960 u. 1966, poln. 1981 u. 2017, portugies. 1982, korean. 1989, indones. 1993;
    Hermann v. Schildesche O.E.S.A. ( 8. Juli 1357), Zur 600. Wiederkehr seines Todestages, 1957;
    Schr.tum u. Lehre d. Hermann v. Schildesche O.E.S.A. ( 1357), 1959;
    Die Augustinerschule d. MA, Vertreter u. phil.-theol. Lehre, in: Analecta Augustiniana 27, 1964, S. 167–262;
    Der Traktat Heinrichs v. Friemar über d. Unterscheidung d. Geister, lat.-mhdt. Textausg. mit Unters., 1977 (Bearb. mit R. G. Warnok);
    Erbsünde, Gnade, Rechtfertigung u. Verdienst n. d. Lehre d. Erfurter Augustinertheologen d. SpätMA, 1984;
    Leben, Schr.tum u. Lehrrichtung d. Erfurter Univ.prof. Johannes Zachariae O.S.A. ( 1428), 1984;
    Ein bedeutender Münnerstädter Schulmann u. Gel. d. 18. Jh., P. Possidius Zitter O.S.A., in: 325 J. Johann-Philipp-v.-Schönborn-Gymn. Münnerstadt 1660–1985, hg. v. H. Fügert, 1985;
    Erinnerungen an 1945, in: Cor unum 51, 1993, S. 16–19, 83–88 u. 148–55;
    Johannes v. Staupitz u. seine christl. Heilslehre, 1994;
    Gesch. d. Erfurter Augustinerklosters v. Ausgang d. MA bis z. Säkularisation im J. 1828, in: Augustiniana 55, 2005, S. 321–55;
    (Mit-)Hg.: Sankt Augustinus, Der Seelsorger, Dt. Gesamtausg. seiner moraltheol. Schrr., Bd. 1–13, 1949–75;
    Corpus Scriptorum Augustinianorum, Bd. 1–6, 1968–86;
    Sankt Augustinus, Der Lehrer d. Gnade, Lat.-dt. Gesamtausg. seiner antipelagian. Schrr., Bd. I–III, 1989–97, Bd. 1–4 u. 7, 1955–2005;
    Signum pietatis, Festgabe f. Cornelius Petrus Mayer OSA z. 60. Geb.tag, 1989;
    Traditio Augustiniana, Stud. über Augustinus u. seine Rezeption, Festgabe f. Willigis Eckermann OSA z. 60. Geb.tag, 1994 (mit A. Krümmel);
    Fortgeführte Bibliogr.: Scientia Augustiniana, 1975 (s. L), S. XXVIII–XXXVI;
    Cor unum 46, 1988, S. 105–09 u. 56, 1998 S. 75–77;
    Nachlaß: Hist. Archiv d. Dt. Augustinerprov., Würzburg;
    Bibliotheca Augustiniana, Forsch.bibl. d. Dt. Augustiner (BADA), Würzburg.

  • Literatur

    |Scientia Augustiniana, Stud. über Augustinus, d. Augustinismus u. d. Augustinerorden, FS P. Dr. theol. Dr. phil. A. Z. OSA z. 60. Geb.tag, hg. v. C. Mayer u. W. Eckermann, 1975 (W, P);
    Feierstunde u. FS f. P. DDr. A. Z. OSA z. 60. Geb.tag, in: Cor unum 33, 1975, S. 101–07 (P);
    N. N., ebd. 36, 1978, S. 96 (P);
    N. N., Zum goldenen Priesterjub. 1988 P. Dr. theol. u. Dr. phil. A. Z. O.S.A., ebd. 46, 1988, S. 101–09 (P);
    N. N., Hohe Ehrung f. P. A. [Ehrenmitgl. d. Ak. gemeinnütziger Wiss. zu Erfurt], ebd. 53, 1995, S. 106 f.;
    N. N., Zum diamantenen Priesterjub. 1998 P. Dr. theol. u. Dr. phil. A. Z. OSA, ebd. 56, 1998, S. 71–77 (P);
    FS f. P. A. Z., Scientia Augustiniana, Eine Festgabe z. 60. Geb.tag, in: Maria vom Guten Rat 1975, H. 7, S. 45;
    40 J. Priester, ebd., 1978, H. 6, S. 13;
    N. N., 50 J. Priester, ebd., 1988, H. 9, S. 26;
    N. N., 60 J. Priester, ebd., 1998, H. 7/8, S. 45;
    N. N., in: augustiner.de (Druckausg.), 2011, Nr. 33 (P);
    BBKL 37 (W, L).

  • Autor/in

    Carolin Oser-Grote
  • Zitierweise

    Oser-Grote, Carolin, "Zumkeller, Adolar (Taufname Walter) Augustinerorden" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 778-779 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz143070.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA