Zimmermann, Johann von( seit 1878)
- Lebensdaten
- 1820 – 1901
- Geburtsort
- Pápa (Ungarn)
- Sterbeort
- Berlin
- Beruf/Funktion
- Industrieller ; Werkzeugmaschinenfabrikant
- Konfession
- katholisch
- Namensvarianten
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- Zimmermann, Johann Ritter von( seit 1878)
- Zimmermann, Johann( bis 1878)
- Zimmermann, Johann von( seit 1878)
- zimmermann, johann von
- Zimmermann, Johann Ritter von( seit 1878)
- zimmermann, johann ritter von
- Zimmermann, Johann( bis 1878)
- zimmermann, johann
- Zimmermann, Johann Ritther von( seit 1878)
- zimmermann, johann ritther von
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Zimmermann, Johann von (österreichischer Ritter 1878)
| Industrieller, Werkzeugmaschinenfabrikant, * 27.3.1820 Pápa (Ungarn), † 2.7.1901 Berlin, ⚰ Chemnitz, Städtischer Friedhof. (katholisch)
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Genealogie
V →Johann Z., Schlossermeister, Fabr. in P.;
M Juliana Leicht;
⚭ 1) Chemnitz 1850 →Ida (1830–88, luth.), aus Hainichen (Sachsen), T d. →Leberecht Gelbrich, Spinnerei- u. Mühlenbes. in C., u. d. Julia Wolf, 2) Berlin 1889 →Rosa (* 1860, ⚭ 1] N. N. Schiemann), aus Kleutsch b. Gnadenfrei (Schlesien), T d. N. N. Scholz, Oberamtmann auf Rittergut Jennewitz;
6 K aus 1) u. a. S →Max(imilian) (1853–1922, ⚭ →Margarethe v. Gersdorff, 1855–1934), Gen.dir. d. väterl. Werkzeugmaschinenfabr. in C., →Johannes (1855–1926), Mitinh. d. Bankhauses Hansmann u. Zimmermann in B., Premierlt. d. kgl. sächs. Landwehr, T →Antonie (1857–1924, ⚭ →Georg Frhr. Treusch v. Buttlar-Brandenfels, † 1910, Gutsbes. in Ebersbach b. Döbeln, preuß. Major, Flügeladjutant d. Fürsten zu Lippe), →Jenny (1861–1941, ⚭ →Arnold Frhr. v. Amelunxen, 1849–1910, kath., preuß. Gen.lt., s. Wi. 1909; BJ 15, Tl.). -
Biographie
Z. besuchte das Gymnasium und die Gewerbeschule in Pápa und erlernte bei einem Verwandten den Schlosserberuf. 1837 ging er auf Wanderschaft und gelangte über Pápa, Wien, wo er drei Jahre als Geselle arbeitete, Linz, Braunau, München und Augsburg 1841 nach Chemnitz, wo er in der „Sächsischen Maschinenbau-Compagnie“ tätig war. 1844 wechselte er in die Zylinderfabrik von →August Tauscher, wurde 1845 Teilhaber und führte ab 1848 die Firma in Chemnitz unter dem Namen „Johann Zimmermann“ auf eigene Rechnung. Er konzentrierte sich als erster in Deutschland auf den Bau von Werkzeugmaschinen, wobei er nicht nur engl. Vorbilder kopierte, sondern selbst konstruierte: 1852 ließ er eine runde Zylinderkupplung patentieren. 1854 bezog er ein neues Fabrikgebäude und stellte auch Dampf- und Holzbearbeitungsmaschinen her. Ab 1850 erhielt er für seine Produkte auf dt. und europ. Ausstellungen Auszeichnungen, darunter 1862 auf der Londoner Weltausstellung die Große Goldene Medaille für seine Werkzeugmaschinen: zwei Supportdrehbänke, eine Stanzmaschine, zwei Mutterhobelmaschinen, eine Mutterbohrund Abstechmaschine und zwei Holzbearbeitungsmaschinen. Dieser Erfolg führte zu starker Expansion: Die Belegschaft seines in Deutschland im Werkzeugmaschinenbau führenden Unternehmens stieg von ca. 50 Arbeitern (1854) auf über 1000 (1869). Z.s Fabrik war zu diesem Zeitpunkt mit neun Dampfmaschinen, sieben Dampfkesseln, 360 Arbeitsmaschinen (allein 160 Drehbänken) und 30 Kranen ausgerüstet. Der Umsatz betrug 1869 über ½ Mio. Taler. Z. exportierte u. a. nach Rußland, Österreich und Ungarn, nach England und Südamerika. Sein Sortiment umfaßte auch Durchstoß- und Blechscheren, Blechbiegemaschinen, Dampfhämmer, geräuschlose Ventilatoren, vollständige Einrichtungen für Eisenbahnwerkstätten, hydraulische Pressen und Parallelschraubstöcke.
Der Streik von 8000 Chemnitzer Metallarbeitern 1871 war für Z. Anlaß, den Chemnitzer Unternehmerverband „Verein hiesiger Maschinenfabrikanten und Eisengießereibesitzer“ zu initiieren, Arbeitsbücher für die Arbeiter einzuführen und seine Firma in die AG „Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik, vorm. J. Zimmermann“ umzuwandeln. Er behielt als Generaldirektor die Leitung, übergab diese 1879 seinem Sohn Max und zog nach Berlin. 1868 gründete Z. einen Naturheilverein und in der Folgezeit mehrere Stiftungen. Die bedeutendste war die 1885 in Betrieb genommene Zimmermannsche Naturheilanstalt in Chemnitz. Weitere Schenkungen übergab er an seine Heimatstadt Pápa und die Maschinenarbeiter-Krankenkasse. Seine 1865 von →Otto Goetze (1832–1894) erbaute Villa in Chem|nitz wurde bis in die jüngere Zeit teilweise als gastronomische Einrichtung genutzt.
Z.s Unternehmen, 1915 umbenannt in „Johann Zimmermann Werke AG Chemnitz“, stellte 1924 die Produktion ein und wurde 1929 von dem Werkzeugmaschinenhersteller „Wotan-Werke“ übernommen (Wotan und Zimmermann Werke AG Glauchau). Unter dem Namen „Wotan und Zimmermann“ wird auf dem früheren Firmengelände in Glauchau heute ein Gewerbepark betrieben.
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Auszeichnungen
|Kreuz d. franz. Ehrenlegion (1867);
sächs. Albrechtsorden (1867);
kgl. sächs. KR (1869), GKR;
Ehrenbürger v. Pápa u. Chemnitz (1885);
J. v. Z.-Str., Chemnitz (1997). -
Literatur
|L. Oeser, Album d. Sächs. Ind., 1859, Bd. 1, S. 125 f.;
FS z. XXXIX. Hauptverslg. d. VDI Chemnitz 1898, 1898 (P);
A. Ehmcke, GR v. Z., Ein Wohltäter d. Menschheit, e. Vorbild f. d. Jugend, 1900;
H. Wulffen, Die Entwicklung d. Werkzeugmaschinenbaus in Chemnitz u. seine Produktions- u. Absatzverhältnisse bis z. Neuzeit, in: Sächs. Ind. 20, 1924, S. 21–24;
J. Seyffarth, Technikgesch. d. Werkzeugmaschinenbaus, in: Maschinenbau-Technik 31, 1982, H. 2, S. 52–54;
ders., Zur Technikgesch. d. Werkzeugmaschinenbaus, Dampfmaschinen, Die Entwicklung d. Antriebskraft in d. Werkzeugmaschinenfabr. J. Z., Chemnitz, in d. J. 1854 bis 1870, ebd. 32, 1983, H. 5, S. 225–27;
W. Uhlmann, in: Biogr. bedeutender Untern., 1991, S. 84–88;
St. Pfisterer, Die Werkzeugmaschinenfabr. v. J. Z. in Chemnitz, in: Sächs. Heimatbll. 48, 2002, S. 44–51;
ders., Maschinenbau im Ruhrgebiet, Wagner &
Co. 1865–1913, 2005, S. 39–42;
BJ VI, Tl.;
Sächs. Lb. I (P);
–zur Fam.: Gotha. Geneal. Tb. d. Adeligen Häuser, B 34, 1942, S. 591. -
Autor/in
Wolfgang Uhlmann -
Zitierweise
Uhlmann, Wolfgang, "Zimmermann, Johann von (österreichischer Ritter 1878)" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 716-717 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz143045.html#ndbcontent