Zick, Johann

Lebensdaten
1702 – 1762
Geburtsort
Lachen bei Memmingen
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Namensvarianten

  • Zick, Johannes
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  • Zick, Johannes

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Zitierweise

Zick, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz143029.html [28.01.2026].

CC0

  • Zick, Johann(es)

    | Maler, * 10./11.1.1702 Lachen bei Memmingen, † 4.3.1762 Würzburg. (katholisch)

  • Genealogie

    V Ulrich (1671–1751), Schmied in L., S d. Balthasar (erw. 1657), Bauer in Eglofs b. Obergünzburg, u. d. Maria Föhr;
    M Catharina ( 1729), T d. Hans Heuß (Heiß) ( 1679/82), gfl. fugger. Ger.amtmann u. Bauer in L., u. d. Anna Kern (erw. 1670), aus Au b. Grönenbach;
    Lachen-Theinselberg 1726 Anna Maria (1698–1775), aus L., T d. Ignaz Sailer (Sayler, Seiler) ( 1737), aus Heimertingen b. M., Kramer in Fellheim, Zell, L. u. Theinselberg, u. d. Maria Schmid ( 1704), aus Fellheim;
    6 K u. a. Januarius (s. 2).

  • Biographie

    Z. arbeitete anfangs wohl als Eisenschmied bei seinem Vater mit, bevor er gegen 1721 eine dreijährige Lehre bei dem Konstanzer Hofmaler Jacob Carl Stauder (1694–1756) begann. Im Anschluß daran ging er nach München und malte dort um 1725 die alte Mariahilf-Kirche aus (1840 zerstört). Ein angeblich darauffolgender dreijähriger Aufenthalt bei Giovanni Battista Piazzetta in Venedig, der auf Notizen zurückgeht, die Andreas Felix v. Oefele um 1735 verfaßte, dürfte wohl als Künstlerlegende einzustufen sein. 1728 übersiedelte Z. mit seiner Familie nach München, zunächst in die Vorstadt Au, 1732 in die Stadt selbst. Anfang 1732 erfolgte seine Ernennung zum Hofmaler und Kammerdiener des Freisinger Fürstbf. Hzg. Johann Theodor von Bayern (1703–63). Mit dem 1735 datierten Altarbild „Anbetung der Hirten“ in St. Tertulin in Schlehdorf entstand seine früheste bisher bekannte und erhaltene Arbeit.

    Es folgten meist kleinere Deckenmalereien und Altargemälde in Altbayern, u. a. in der Roßackerkapelle in Rosenheim (1737). Sein erstes größeres Werk schuf Z. 1739 mit der Ausmalung der Zisterzienserabteikirche in Raitenhaslach. Ab 1744 verlagerte sich seine Tätigkeit nach Oberschwaben, wie die Fresken in Schussenried, Biberach oder Oberelchingen (zerstört) belegen. Für seinen ersten prominenten Auftrag, die Ausmalung des Gartensaals der Würzburger Residenz (1750 vollendet), übersiedelte Z. 1749 mit seiner Familie nach Würzburg. Bei der weiteren Ausstattung der Residenz wurde er nicht berücksichtigt, doch ergab sich mit der Ausmalung des Bruchsaler Schlosses ein umfangreiches Folgeprojekt, das als sein Hauptwerk gilt. Die im 2. Weltkrieg zerstörten Fresken im Fürstensaal (1751), im Treppenhaus (1752) und im Marmorsaal (1754) wurden 1964–73 rekonstruiert. Einige kleinere Deckenmalereien sowie zahlreiche Supraporten ergänzten diesen Großauftrag, der sich bis 1758/59 hinzog. In einer 1756 erschienenen Schrift erklärte Z. die Figuren und den Sinn seiner Bruchsaler Deckenfresken. Bei der Ausführung seiner Malereien unterstützte ihn nachweislich sein Sohn Januarius, der sicherlich auch schon bei den zuvor ausgeführten Aufträgen an seiner Seite gearbeitet hatte. Sakrale Ausmalungen führte Z. 1753 in Amorbach, 1755 in Oberzell bei Würzburg, 1756 in Aschaffenburg (zerstört) und 1757 in Grafenrheinfeld (zerstört) aus. Seit 1758 war er, ebenso wie sein Sohn, Mitglied der Ksl. Franciscischen Akademie in Augsburg. Ab diesem Zeitpunkt entstanden jedoch keine größeren Deckenmalereien mehr, sondern nur noch wenige Ölbilder. In seinen letzten Lebensjahren konstruierte Z. eine Planetenmaschine (1945 zerstört), die er in einer 1761 verfaßten Schrift näher beschrieb.

    Die Anfänge seiner künstlerischen Entwicklung stehen in der Tradition der italienisierenden süddt. Malerei. Seine frühen Fresken und Altarbilder zeichnen sich durch kräftige Farben und deutliche Helldunkelunterschiede sowie gedrängte, teilweise übervolle Bildräume mit zahlreichen erzählerisch ausgeschmückten Details aus. Die häufig leicht überlängten Figuren wirken mitunter steif und unbeweglich, die Ausdrucksmöglichkeiten erscheinen begrenzt. Dies änderte sich erst mit der zunehmenden Konkurrenz durch seinen Sohn, dessen künstlerisches Talent seinen Vater herauszufordern schien. Deutlich zeigt sich dies bei der 1749/50 erfolgten gemeinsamen Ausmalung des Gartensaals der Würzburger Residenz. Die Komposition erscheint geklärter und stimmiger auf den Raum bezogen, die Figuren wirken organischer und geschmeidiger.

    Um 1751 begann in der Tafelmalerei eine neue Stilphase bei Vater und Sohn, die von einer tiefgreifenden Rezeption Rembrandts zeugt und bis ca. 1755 das Werk beider Maler bestimmt. In dieser Phase lassen sich die Arbeiten der beiden Zicks manchmal kaum sicher voneinander unterscheiden. In den darauffolgenden Jahren zog sich Z. immer mehr von der Malerei zurück. Zwar nimmt er keine herausragende künstlerische Stellung ein, doch steht er mit seiner teilweise volkstümlich erzählerischen, dennoch einfallsreichen Malerei für die Tradition der süddt. Maler des ausgehenden Barock.

  • Werke

    Weitere W u. a. Entwurf z. Treppenhausfresko in Schloß Bruchsal, Öl/Lwd., 1752 (Würzburg, Mus. Franken, Staatl. Mus. f. Kunst- u. Kulturgesch.);
    Ermordung d. Severus, Öl/Lwd., 1754 (München, Bayer. Staatsgem.slgg.);
    Kreuzabnahme Christi, Öl/Lwd., um 1755 (Karlsruhe, Staatl. Kunsthalle);
    Tobias begräbt die Toten, Öl/Lwd., 1756 (Ulm, Mus. Ulm);
    Spieler in e. venezian. Schenke, Öl/Lwd., um 1750 (Biberach, Mus. Biberach);
    Schrr.: Unterthänigstes Denckmahl Der schuldigsten Danckbarkeit, Bestehend In einem kurtz verfasten Historischen Begriff Des Ursprungs, Wachsthums u. gegenwärtig-beglücktesten Zustandes d. Bm. Speyer (…);
    Astronom.-wahrer Unterr. u. gründl. Vfg. über d. v. J. Z., math. Mechanico u. Historian-Mahler verfertigte (…) Vertical-Machine, 1761.

  • Literatur

    |A. Feulner, Die Z., Dt. Maler d. 18. Jh., 1920;
    Johannes Z. 1702–1762, Januarius Z. 1730–1797, Ausst.kat. Biberach 1975;
    H. Henck, Planetenmaschinen, in: Bll. f. württ. KGesch. 79, 1980, S. 62–139;
    J. u. Januarius Z., Ausst.kat. Koblenz/München 1983;
    F. Büttner, Rhetorik u. barocke Deckenmalerei, Überlegungen am Bsp. d. Fresken J. Z.s in Bruchsal, in: Zs. d. dt. Ver. f. Kunstwiss. 43, 1989, H. 1, S. 49–72;
    B. Strieder, J. Z. (1702–1762), Die Fresken u. Deckengem., 1990 (Qu, W-Verz., Ill., Bibliogr., P);
    Das Erbe d. Väter, Mit d. Malerfam. Z. durch zwei Jhh., Ausst.kat. Koblenz 2018;
    R. Schuler, Der Maler J. Z., in: Mainfränk. Jb. 72, 2020, S. 195–235;
    ThB;
    LThK³;
    BBKL 14;
    Dict. of Art.

  • Porträts

    |Selbstbildnis, Öl/Lwd., um 1750, u. Selbstbildnis, Öl/Metall, 1760 (beide Würzburg, Mus. Franken, Staatl. Mus. f. Kunst- u. Kulturgesch.).

  • Autor/in

    , Josef Straßer
  • Zitierweise

    Straßer, Josef, "Zick, Johann(es)" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 671-672 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz143029.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA