Zaisser, Else( verheiratete)
- Lebensdaten
- 1898 – 1987
- Sterbeort
- Berlin(-Ost)
- Beruf/Funktion
- Politikerin ; Ministerin für Volksbildung der DDR
- Konfession
- -
- Namensvarianten
-
- Zaisser, Elisabeth Auguste Ignatia
- Knipp, Else
- Knipp, Elisabeth Auguste Ignatia( geborene)
- Zaisser, Else( verheiratete)
- zaisser, else
- Zaisser, Elisabeth Auguste Ignatia
- Knipp, Else
- Knipp, Elisabeth Auguste Ignatia( geborene)
- knipp, elisabeth auguste ignatia
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Zaisser, Elisabeth (Else) Auguste Ignatia, geborene Knipp
| Politikerin, Ministerin für Volksbildung, * 16.11.1898 Essen oder Düsseldorf, † 15.12.1987 Berlin(-Ost), ⚰Berlin-Friedrichshagen, Evangelischer Friedhof.
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Genealogie
V Gottfried Knipp (1851–1908), Obergütervorsteher b. d. Reichsbahn;
M Auguste Steffen (1859–1939);
Halb-B Nikolaus Knipp (* 1879), Wilhelm Knipp (* 1880), Halb-Schw Christine Knipp (* 1877), B Hermann Knipp (* 1883);
– ⚭ 1922 Wilhelm Zaisser (s. 1);
T Renate Auguste Karola Elisabeth Böttcher (1924–2002, s. Gen. 1). -
Biographie
Z. besuchte 1905–08 eine kath. Volksschule, 1908–15 eine Mädchenschule und 1915–18 das Oberlyzeum in Essen. 1919 legte sie die Lehramtsprüfung ab und arbeitete anschließend an einer Volksschule, wo sie ihren späteren Ehemann Wilhelm Zaisser kennenlernte. Im Sept. 1921 trat sie, mittlerweile an einer Privatschule arbeitend, der Freien Lehrergewerkschaft bei. Aufgrund der Heirat 1922 entlassen, fand sie keine Anstellung mehr als Lehrerin. 1926 zog die Familie nach Berlin, wo Z. im Juni der KPD beitrat und sich v. a. in der kommunistischen Kinder- und Jugendarbeit engagierte. Als ihr Ehemann 1927 im Auftrag der Komintern nach China ging, zog sie zurück nach Essen und folgte ihm im Dez. 1928 nach China. 1930 kamen sie nach Moskau, im Aug. 1930 kehrte Z. mit ihrer Tochter nach Berlin zurück und lebte ab März 1932 mit Zaisser wieder in Moskau im „Hotel Lux“. 1932/33 war sie Lehrerin an der dt. „Karl-Liebknecht-Schule“ und studierte bis 1935 im Abendstudium an der West-Univ. der Komintern (KUNMZ), wo sie 1932–34 dt. Sprache unterrichtete. 1934–46 arbeitete sie am 1. Moskauer Staatlichen Institut für Fremdsprachen, leitete daneben 1935–37 den Lehrstuhl für Fremdsprachen am Institut für Parteigeschichte der Roten Professur beim ZK der KPdSU und 1937–41 den Lehrstuhl für Dt. Sprache am Fremdspracheninstitut bei der Parteihochschule des ZK der KPdSU. 1938–40 versuchte Z. erfolglos, am Moskauer Institut für Fremdsprachen zu promovieren, 1940–47 war sie Hochschullehrerin am Institut für Fremdsprachen der sowjet. Streitkräfte. 1940 wie ihr Ehemann und ihre Tochter sowjet. Staatsbürgerin, arbeitete sie während des Kriegs auch als Übersetzerin für den Moskauer Rundfunk und die Nachrichtenagentur TASS. Darüber hinaus verfaßte sie in der UdSSR sieben Lehrbücher zur dt. Sprache.
Im Okt. 1947 kehrte Z. nach Deutschland in die SBZ zurück und wurde SED-Mitglied. 1947/48 Lehrbeauftragte an der Pädagogischen Fakultät der Univ. Halle/Saale, ging sie 1948 mit ihrem Mann nach Dresden, wo sie eine Professur für Sowjetpädagogik und Methodik des Russischunterrichts an der TH Dresden hatte, zog aber bald wegen der neuen Tätigkeit Zaissers nach Berlin. Hier wurde sie 1950 Direktorin des Dt. Pädagogischen Zentralinstituts, im Dez. 1950 Staatssekretärin im Ministerium für Volksbildung und im Aug. 1952 als Nachfolgerin von Paul Wandel (1905–1995) Ministerin. Im Zuge der Absetzung ihres Ehemanns als MfS-Minister für Staatssicherheit wurde sie im Okt. 1953 zum Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen gedrängt. 1950–54 gehörte sie der Volkskammer an. 1954–80 arbeitete Z. für den Schulbuchverlag Volk und Wissen sowie den SED-Dietz-Verlag als sehr produktive freiberufliche Übersetzerin sowjet. Propagandawerke und sowjet. Pädagogen, darunter der Gesamtausgabe der Werke Anton Semjonowitsch Makarenkos.
Sie lebte bis Mai 1986 in Berlin-Hirschgarten, ehe sie ihre letzten Lebensmonate im SED-Prominentenaltersheim „Clara Zetkin“ in Berlin-Friedrichshagen verbrachte.
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Auszeichnungen
|Ehrenspange z. VVO (1979);
VVO (1983). -
Werke
W Überss. A. S. Makarenko, Werke, 8 Bde., 1956 ff.;
A. Stepanowa, Friedrich Engels, Sein Leben u. Werk, 1958;
S. A. Weretennikowa, Wie wir d. Kinder mit d. Natur bekannt machen, Method. Anltg. f. Kindergärtnerinnen, 1961;
P. N. Pospelow u. a., W. I. Lenin, Biogr., 1961;
I. A. Chljabitsch, Die Grundlagen d. kommunist. Erziehung, 1964;
K. Swerdlowa u. J. M. Swerdlow, Erinnerungen an e. Kampfgefährten Lenins, 1965;
N. K. Krupskaja, Sozialist. Pädagogik, Eine Ausw. aus Schrr., Reden u. Briefen, 4 Bde., 1966;
A. W. Lunatscharski, Über d. Volksbildung, 1971;
B. L. Sučkov, Hist. Schicksale d. Realismus, Betrachtungen über e. Schaffensmethode, 1972;
N. I. Boldyrew, Päd., Lehrb. f. d. Ausbildung v. Oberstufenlehrern, 1973;
F. F. Korolev, Lenin u. d. Päd., 1975;
N. I. Boldyrew, Der Klassenleiter, 1976;
M. Pawlowa, Fordern u. achten, Über Makarenkos Auffassungen z. kommunist. Erziehung, 1977;
S. T. Schazki, Ausgew. Päd. Schrr., 1981;
– Qu – Nachlaß: BA (SAPMO). -
Literatur
|G. Geißler, Gesch. d. Schulwesens in d. Sowjet. Besatzungszone u. in d. Dt. Demokrat. Rep. 1945 bis 1962, 2000;
BHdE I;
Professoren TU Dresden. -
Autor/in
Ilko-Sascha Kowalczuk -
Zitierweise
Kowalczuk, Ilko-Sascha, "Zaisser, Elisabeth (Else) Auguste Ignatia, geborene Knipp" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 595-596 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz143003.html#ndbcontent