Zähringer, Arnold
- Lebensdaten
- 1869 – 1942
- Geburtsort
- Furtwangen (Schwarzwald)
- Beruf/Funktion
- Mechaniker ; Konstrukteur
- Konfession
- katholisch
- Namensvarianten
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- Zähringer, Arnold
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Zähringer, Arnold
| Mechaniker, Konstrukteur, * 9.5.1869 Furtwangen (Schwarzwald), † 5.11.1942 Stuttgart. (katholisch)
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Genealogie
Aus Fam. in Schönenbach b. F.;
V →Alexander (1834–1916, ⚭ 2] Helena Glatz, 1838–1909), Schreiner in F., S d. →Karl (1788–1857), Uhrenschildermacher, u. d. Crescentia Bürkle;
M Fridolina (1832–71), T d. →Anton Kleiser, Sattler, u. d. Maria Dufner;
⚭ Stuttgart 1895 Lina Bertha Karolina (1872–1950), T d. Christian Friederich Of, Schreinermeister in F. u. d. Karoline Daiber;
5 S, 1 T. -
Biographie
Z. absolvierte 1885–88 eine Ausbildung zum Spieluhrmacher in Furtwangen und arbeitete 1888/89 als Mechanikergeselle bei „Robert Bosch, Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ in Stuttgart. Nach beruflichen Wanderjahren (u. a. bei dem Elektrizitätswerk in Straßburg) wurde er im Aug. 1890 als Mechanikermeister wieder bei Bosch eingestellt. Vermutlich seit den frühen 1890er Jahren Werkstattleiter und Stellvertreter →Robert Boschs (1861–1942), übernahm er zeitweise die Ausbildung von Lehrlingen. 1897 meldete die Firma Bosch ein Patent für einen „Elektrischen Funkengeber zur Zündung des Explosionsgemisches in Gasmaschinen und dgl.“ (ksl. Patentamt Patentschr. Nr. 99399) an. Dieser Zündapparat, auch „Zähringerscher Hülsenapparat“ genannt, war die Weiterentwicklung eines Magnetzündapparats. Er entzündete das Luft-Kraftstoffgemisch bei stationären Verbrennungsmotoren, die in gewerblichen Betrieben Fertigungseinrichtungen antrieben oder Strom erzeugten. Die Zündung erfolgte mittels eines Funkens, der durch die Unterbrechung eines Stromkreislaufes entstand. Der Strom wurde durch magnetische Einwirkung erzeugt. Da der magnetisierte Anker durch sein hohes Gewicht dem Motor nur 200 bis 300 Umdrehungen pro Minute ermöglichte, war eine Verwendung des Magnetzünders in den viel kleineren und schneller laufenden Automobilmotoren nicht möglich.
Deshalb hatte Z. die Idee, eine leichtere Hülse statt des schweren Magneten pendeln zu lassen, um so mehr als 1000 Umdrehungen zu erreichen. Diese Magnetzünder setzten sich in der Folge als sichere und erfolgreiche Zündung in Automobilen durch und trugen dazu bei, daß die Firma Bosch zum weltweit führenden Automobilzulieferer wurde. Mit der Nutzbarmachung des Magnetzünders für schnellaufende Motoren leistete Z. einen entscheidenden Beitrag zur Verbreitung des Automobils und zum Welterfolg des Unternehmens Bosch.
Z. erhielt für jeden verkauften Magnetzünder eine Prämie. Mit dem ersten Forschungs- und Entwicklungsleiter bei Bosch, →Gottlob Honold (1876–1923), arbeitete er an der Konstruktion weiterer Magnetzünder für den Einsatz in Schiffen, Flugzeugen und Luftschiffen. 1914 schied Z. aufgrund gesundheitlicher Probleme aus dem Arbeitsleben aus. Über seine weiteren Lebensstationen liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor.
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Literatur
|T. Heuss, Robert Bosch, Leben u. Leistung, 1931, ¹²2008;
50 J. Bosch 1886–1936, 1936;
O. Debatin, Sie haben mitgeholfen, 1963;
H.-E. Lessing, Robert Bosch, 2007;
J. Bähr u. P. Erker, Bosch, Gesch. e. Weltuntern., 2013;
Technik f. Leben erfinden, Forsch. u. Entwicklung im Rückblick, Sonderh. z. Mag. z. Bosch-Gesch. 4, 2017;
– Qu Archiv d. Robert Bosch GmbH, Stuttgart;
– zur Fam.: R. Scherer, in: Furtwanger Heimatblättli 26, 1997, S. 15–23;
ders, A. Z., Erfinder aus Furtwangen, in: Alm. 2000,|Heimatjb. d. Schwarzwald-Baar-Kr. 24, 2000, S. 171–76 (P). -
Porträts
|Photogrr. (Archiv d. Robert Bosch GmbH, Stuttgart).
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Autor/in
Christine Siegel -
Zitierweise
Siegel, Christine, "Zähringer, Arnold" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 586-587 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz142999.html#ndbcontent