Wilpert, Gero von

Lebensdaten
1933 – 2009
Geburtsort
Tartu (Estland)
Beruf/Funktion
Literaturwissenschaftler ; Lexikograph
Konfession
evangelisch
Namensvarianten

  • Wilpert, Gero Max Alexander von
  • Wilpert, Gero von
  • Wilpert, Gero Max Alexander von

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Zitierweise

Wilpert, Gero von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz142882.html [12.02.2026].

CC0

  • Wilpert, Gero Max Alexander von

    | Literaturwissenschaftler, Lexikograph, * 13.3.1933 Tartu (Estland), † 24.12.2009 Sydney (Australien). (evangelisch)

  • Genealogie

    Aus ursprüngl. meckl. Fam, deren Stammreihe mit Carel W. ( um 1748), 1698 Bürger in Neubrandenburg, beginnt;
    dessen S Georg(e) Friedrich W. (1700–55) wanderte als Arzt n. Mitau (Kurland) aus (s. BLÄ);
    dessen S Jakob Friedrich (1741–1812,|Reichsadel 1795), auf Wangasch, Hinzenberg u. Kardasch, Kaufm., 1790–96 Ger.assessor b. d. ksl. russ. Statthalterschaft in Riga, 1797–1801 Bgm. ebd., Dichter, Stifter, Philanthrop, befreundet mit J. G. Herder (s. Dt.balt. Biogr. Lex.; Lex. Lit. Baltikum), u. George (1743–1813), Pastor in Siuxt (Kurland), Propst u. Konsistorialrat;
    V Arno (1891–1972, 2] 1961 Margot Mill,* 1904, aus Oberpahlen, Livland), aus Akkerman (Bessarabien), Mag. chem. an d. Univ. Dorpat, Dr. rer. nat., Chemiker, S d. Richard (Ps. Emil Shamtade) (1862–1918), aus Siuxt, Oberlehrer, Schriftst., 1901 Staatsrat (s. Lex. Lit. Baltikum), u. d. Elfriede (Frieda) Neumann (1867–1941), PastorsT, Porträtmalerin;
    Urur-Gvv Karl Ludwig (1785–1861), Pastor in Siuxt, Gen.sup. v. Kurland (s. BLÄ; Dt.balt. Biogr. Lex.);
    Ur-Gvv James (1835–1926), Dr. med., Arzt, 1859 Landarzt in Kurland, 1864 Kirchspielsarzt in Livland, 1869 Stadtarzt in Windau, Zahnarzt 1875 in Riga u. 1886 in Mitau, med. Schriftst., Hermann Neumann, Pastor in Theal b. Dorpat;
    Gr-Ov Victor (1861–1936), hist. Schriftst. (s. Dt.balt. Biogr. Lex.);
    1 Schw Oda Gertrud (* 1938);
    Heidelberg 1953 Margrit (1928–2013, 1] 1950–51 Bruno Anton Tolxdorf,* 1924, Ing.), aus Bochum, T d. Alfred Christian Laskowski, Dipl.-Landwirt, u. d. Maria Jelinski;
    1 Stief- u. Adoptiv-S Norbert (bis 1961 Tolxdorf) (* 1950), 2 S Achim Alexander (* 1958), Arthur Alexander;
    Verwandte Carl (1778–1839), prakt. Arzt in Riga (s. BLÄ; Dt.balt. Biogr. Lex.), S d. Jakob Friedrich (1741–1812, s. o.), Johann Christian (1790–1870), Jur., Hofger.advokat in Riga, Landwirt, S d. George (1743–1813, s. o), Alexander (1853–1906), Oberlehrer, russ. Staatsrat, S d. Karl (1820–1901), Pfarrer in Siuxt, Arthur (1867–1936), Pfarrer 1906 in Eichenheim (Prov. Posen), 1908 in Miloslaw (Prov. Posen) u. 1911–32 in Groß Le|sewitz b. Danzig, Friedrich (1893–1990), Journ., 1920–44 Red. d. „Danziger Neuesten Nachrr.“, Vors. d. „Verbandes d. Danziger Presse,“ Hg. d. Soldatenzs. „Soldat im Weichselland“, Chefred. d. „Kieler Nachrr.“ u. d. „Dt. Volksztg.“ in Celle, Pressereferent im Bundesmin. f. Vertriebene, Flüchlinge u. Kriegsgeschädigte, Vf. v. Memoiren „Einer in fünf Zeitaltern“, 1977 (s. Altpreuß. Biogr. V/1), S d. Hermann (1864–1945), Pfarrer in Siuxt.

  • Biographie

    Nachdem Estland 1939 in Folge des dt.-sowjet. Nichtangriffspakts an die UdSSR fiel, emigrierte W.s dt.balt. Familie in das Dt. Reich nach Heide (Holstein), wo er die Schule besuchte und 1953 das Abitur ablegte. W. studierte anschließend bis 1957 in Heidelberg Klassische Philologie, Sprachwissenschaft und Philosophie, ohne promoviert zu werden. Danach war er bis 1972 Cheflektor im Kröner Verlag in Stuttgart. Obwohl er mit dem dort entstandenen „Sachwörterbuch der Literatur“ (1955, ⁸2001) ein Standardwerk publizierte, blieb ihm aufgrund der fehlenden Dissertation eine Karriere in der universitären Germanistik in Deutschland versagt. 1972 zog W. nach Australien und trat 1973 an der Univ. of New South Wales eine Promotionsstelle an. Nach seinem PhD 1977 war er hier 1979–81 Associate Professor und seit 1982 McCaughey Professor of German an der Univ. of Sydney (em. 1994).

    W.s Bekanntheit basiert maßgeblich auf seinem lexikographischen Werk, für das ihm seine Verlagserfahrung hilfreich war und das ihn wegen der vielen Neuauflagen zeitlebens ganz in Anspruch nahm. Neben dem „Sachwörterbuch der Literatur“, das zu den meistbenutzten und bekanntesten Nachschlagewerken der dt.sprachigen Literaturwissenschaft zählt, entfaltete v. a. sein „Lexikon der Weltliteratur“ (2 Bde., 1968, ⁴2004) große Wirkung. Die Goethe-Forschung bereicherte er mit einem „Goethe-Lexikon“ (1998). Neben der motivgeschichtlichen Dissertation „Der verlorene Schatten“ (1978) ist seine „Deutschbaltische Literaturgeschichte“ (2005) als erste umfassende Darstellung der dt.sprachigen Literatur dieser Region hervorzuheben.

  • Auszeichnungen

    |Mitgl. d. Australian Ac. of the Humanities (1983), d. Internat. Vereinigung f. Germanistik, d. internat. P.E.N. u. d. Australasian Universities Language and Literature Ass.;
    Centenary Medal (2003).

  • Werke

    Weitere W Schiller-Chron., 1958;
    Erstausgg. dt. Dichtung, 1967, ²1992 (mit A. Gühring);
    Dt. Dichterlex., Biogr.-bibliogr. Hdwb. z. dt. Lit.gesch., 1963, ³1988;
    Die Vision Karls XI. b. Arndt, Alexis, Mérimée u. Fontane, Ein Plädoyer f. etwas mehr Komparatistik, in: Arcadia 27, 1992, H. 1/2, S. 182–89;
    Dt. Gespenstergesch., 1994;
    Nachlaß: Bayer. Staatsbibl. München.

  • Literatur

    |H. Spiegel, Das Schloß, Wo W. draufsteht, ist auch W. drin, Eine Begegnung, in: FAZ v. 6.8.1996;
    T. Krause, in: Die Welt v. 30.12.2009;
    G. Schulz, in: Australian Ac. of the Humanities, Proceedings 34, 2009, S. 96–100 (P);
    ders., in: Goethe-Jb. 127, 2010, S. 356–59 (P);
    J. B. Bilke, in: Der Tagesspiegel v. 3.1.2010;
    The Internat. Who’s Who 1996, S. 1609;
    Kürschner, Gel.-Kal. 2003;
    Kosch, Lit.-Lex.³ (W);
    Ostdt. Biogr. im Kulturportal West-Ost (Internet;

  • Porträts

    P);
    zur Fam.: GHdA Adelige Häuser B V, 1961, S. 492–500;
    Abschr., 1885, d. Adelsdiploms v. 1795 f. d. Fam. v. W. (Herder-Inst., Marburg 140 Balt 642).

  • Autor/in

    Alexander Nebrig
  • Zitierweise

    Nebrig, Alexander, "Wilpert, Gero Max Alexander von" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 207-208 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz142882.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA