Wilckens, Heinrich David

Lebensdaten
1763 – 1832
Geburtsort
Wolfenbüttel
Sterbeort
Schemnitz (Banská Štiavnica, Slowakei)
Beruf/Funktion
Forstwissenschaftler ; Bergrat ; Mathematiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118643320 | OGND | VIAF: 22935087
Namensvarianten

  • Wilckens, Heinrich David
  • Wilkens, Henrik Dávid
  • Wilkens, Heinrich David
  • Wilckens, Heinrich D.
  • Wilkens, Heinrich D.
  • Wilkens, Henrik D.
  • Wilckens, H. D.

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Zitierweise

Wilckens, Heinrich David, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118643320.html [04.02.2026].

CC0

  • Wilckens, Heinrich David

    | Forstwissenschaftler, * 14.11.1763 Wolfenbüttel, † 25.5.1832 Schemnitz (Banská Štiavnica, Slowakei), Schemnitz (Grab nicht erhalten). (evangelisch)

  • Genealogie

    V Michael Jacob (1727–1776), braunschweig-wolfenbüttel. Hofkellermeister in W., S d. Joachim Peter Wil(c)kens, Pastor in Oldendorf, u. d. Margareta (Margret) Elisabeth Biehl, AmtmannsT;
    M Anne Marie N. N.;
    6 Geschw;
    – ledig.

  • Biographie

    Nach dem Besuch der hzgl. Großen Schule in Wolfenbüttel war W. seit 1782 am Collegium Carolinum in Braunschweig und seit 1784 an der Univ. Helmstedt, wo er sich für Medizin einschrieb. 1787 studierte er an der Bergakademie Freiberg Montanwissenschaft und 1788 an der Univ. Göttingen Mathematik.

    Hier wurde er 1789 zum Magister der Philosophie promoviert und hielt bis 1792 als Privatdozent Vorlesungen. Danach widmete er sich als Privatgelehrter natur- und geisteswissenschaftlichen Themen und eignete sich im Selbststudium umfangreiches forstliches Wissen an. 1796 wurde W. als erster forstlicher Lehrer von Johann Matthäus Bechstein (1757–1822) an dessen private Forstlehranstalt „Societät für Forst- und Jagdkunde“ im thür. Waltershausen berufen, deren Mitglied er auch wurde. Als der Lehrbetrieb Ostern 1799 wegen mangelnder hzgl. Förderung eingestellt werden mußte, ging W. nach Wolfenbüttel zurück und veröffentlichte forstliche Fachbücher. Nachdem 1807 das Forstinstitut mit eigener Lehrkanzel an der Bergakademie Schemnitz eingerichtet wurde, übernahm W., zum Bergrat ernannt, 1808 die Professur für Forstkunde. Er legte einen botanischen Garten an, führte forstpraktische Exkursionen durch, hielt Vorlesungen und fungierte seit 1814 auch als Direktor des botanischen Gartens und zweier Lehrforstreviere.

    Aufgrund der Etablierung einer praktischen und wissenschaftlichen Ausbildung von Forstleuten gilt W. als einer der Begründer des höheren forstlichen Studiums in Österreich-Ungarn und verhalf durch die Vermittlung seiner umfassenden forstlichen Kenntnisse dem Schemnitzer Forstinstitut als erster akademischer forstlicher Lehranstalt des Kaiserreichs zu internationalem Ansehen; W. bildete 232 Forststudenten, u. a. Ignaz Rath, aus. Die fünfbändige dt. Vorlesungsschrift (1808–13, Ms. in Bibl. Sopron) des Forststudenten Franz (Ferenc) Nedeczky (* um 1796) belegt W.s Lehrtätigkeit, die er seit 1831 durch Krankheit eingeschränkt bis zu seinem Tod durchführte. Neben ersten gelungenen Anbauversuchen mit Weymouthskiefern taxierte und kartierte er die Lehrreviere und schaffte eine große Sammlung von Waldschadinsekten des Entomologen Georg Dahl (1769–1830) und eine 200 „Bücher“ umfassende Holzbibliothek (Xylothek) des Botanikers Johann Goller (1770–1811) an.

  • Auszeichnungen

    |Denkmal, 1968 (Botan. Garten d. Univ. Sopron);
    Gedenkstein, 1983 (Forstbotan. Garten Göttingen) u. 2007 (Lehrforstbetrieb d. Forstl. Fak. d. TU Zvolen, Slowakei), alle Abb. in: B. Bendix, 2014 (s. L), S. 31.

  • Werke

    |Die forstmänn. Lehre v. d. Oertlichen, 1800;
    Die Anfangsgründe d. künstl. Holzzucht durch d. Besamung aus d. Sacke oder d. Hand, 1800;
    Die Anfangsgründe d. natürl. Holzzucht, 1801, Nachdr. hg. v. B. Bendix, 2014;
    Die Anfangsgründe d. weidmänn. Sprache v. d. Thieren, 1801;
    Eine Aeusserung über d. Bildung d. teutschen Forstmannes, 1801;
    Die Regulierung d. beiden Schemnitzer Reviere, 1817.

  • Literatur

    |D. Fehér, in: Zs. f. Forst- u. Jagdwesen 66, 1934, S. 65–78;
    F. Hafner, in: Cbl. f. d. gesamte Forstwesen 97, 1980, S. 193–208;
    I. Herpay, in: Holz-Zbl. 107, 1981, S. 1449;
    Á. Leipold, in: Der Forst- u. Holzwirt 31, 1982, S. 322–27;
    Z. Rozsnyay, in: Allg. Forst-Zs., 1982, S. 643–45;
    I. Hiller u. D. Schmidmaier, in: Veröff. d. wiss. Informationszentrums d. Bergak. Freiberg 98, 1982, S. 4–10;
    I. Hiller, Dr. H. D. W., Az erdészettudomány első professzora magyarországon, 1983;
    D. Bartha u. S. Oroszi, Ha selmec hív …. Az erdészeti felsőoktatás megindulása és első időszaka Selmecanyán, 2009;
    S. Sarkady, W., H. D. (1763–1832), Élete és Munkássága, 2014;
    B. Bendix, Einf., in: ders. (Hg.), H. D. W., Die Anfangsgründe d. natürl. Holzzucht (Reprint), 2014;
    Braunschweig. Biogr. Lex. I;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Bernd Bendix
  • Zitierweise

    Bendix, Bernd, "Wilckens, Heinrich David" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 125-126 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118643320.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA