Lebensdaten
1731 bis 1784
Geburtsort
Gollachostheim (Kreis Uffenheim)
Sterbeort
Ezelheim (Kreis Scheinfeld)
Beruf/Funktion
Bienenzüchter
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 100128033 | OGND | VIAF: 7726342
Namensvarianten
  • Eyrich, Johann Leonhard
  • Eyrich, Johann L.

Orte

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Zitierweise

Eyrich, Johann Leonhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100128033.html [24.11.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Leonhard, Lehrer, Schneiderssohn;
    M Margaretha Schmid;
    1) Ezelheim 1757 Eleonora Rosina Maria Cranz ( 1776), Pfarrerswitwe,Tochter des Gg. Simon Herrenschmidt, Pfarrer zu Sickershausen, 2) Marktbreit 21.1.1777 Maria Cath. Rosina (1752-n. 84), T des Joh. Christoph Le Charle, Pfarrer u. Konsistorialassessor in Marktbreit;
    10 K.

  • Leben

    E. studierte 1751-54 in Halle Theologie, wurde Vikar und 1757 Pfarrer in Ezelheim. Neben seinem geistlichen Beruf entfaltete er eine weitläufige praktische, forschende, organisatorische und literarische Tätigkeit als Bienenzüchter. Seine Schriften fußen auf eigenen Versuchen und den neuesten Erkenntnissen der Bienensachverständigen seiner Zeit, mit denen er im regen Briefwechsel stand, der jedoch nicht mehr erhalten ist. Ihm verdankt Süddeutschland die Einführung der verbesserten Magazin-Bienenwohnung, auch „teilbare Beute“ genannt. Sie bildete den Übergang vom Bienenkorb mit festem Wabenbau zum modernen Bienenkasten mit beweglichem Wabenrahmen, ermöglichte so die Honigentnahme ohne Tötung des Volkes und erst ein eingehenderes Erforschen der Lebens- und Arbeitsvorgänge im Bienenvolk und damit eine eigentliche Bienenzucht. 1767 gründete E. die „Fränkisch-physicalisch-öconomische Bienengesellschaft“ und leitete sie als ihr Sekretär. E. hat durch seine Schriften, durch die „Abhandlungen“, die erste süddeutsche Imkerzeitschrift, die neuen apistischen Erkenntnisse schnell der imkerlichen Praxis zugänglich gemacht und durch seinen Magazinkorb eine nachhaltige Förderung und Verbesserung der Bienenhaltung erzielt. All sein Wirken brachte ihm jedoch nicht den geringsten Gewinn, sondern nur Opfer, so daß er in „bitterer Armut“ (Kirchenbuch) verstarb.

  • Werke

    Entwurf d. vollkommensten Bienenpflege f. alle Landesgegenden, Uffenheim 1766, 41771; Plan d. fränk.-physical.-öconom. Bienen-Ges. z. Einrichtung d. nützlichsten Schwarm- u. Mgz. Bienen, Ansbach 1768;
    Nachrr. v. d. Winterung d. Bienen, Nürnberg 1774;
    Btr. u. Unterricht z. Verbesserung d. Klotzbeuten-Bienenzucht, ebd. 1774;
    Bienen-Kal., ebd. 1780 (erstmals 1770 in d.Abhh.ersch.); Hrsg.:
    Abhh. u. Erfahrungen d. fränk.-physical.-öconom. Bienenges., 4 Jgg., Nürnberg 1770-74.

  • Literatur

    ADB VI;
    K. Koch, Die Großmeister u. Schöpfer unserer dt. Bienenzucht, 1931, S. 22.

  • Autor/in

    Johannes Bischoff
  • Empfohlene Zitierweise

    Bischoff, Johannes, "Eyrich, Johann Leonhard" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 711 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100128033.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Eyrich: Johann Leonhard E., Förderer der Bienenzucht, Stifter und Präses der fränkischen Bienensocietät, war den 4. December 1731 zu Gollachostheim unweit Uffenheim in Franken geboren. Von seinem Vater, einem dortigen Schullehrer, zum geistlichen Amte bestimmt, bezog er nach Vorbereitung durch höheren Schul- und Privatunterricht im J. 1751 die Universität Halle, um dort Theologie zu studiren. Bald nach Vollendung dieser Studien wurde ihm das Pfarrvicariat zu Tauberzell übertragen, und als er dies zur allseitigen Befriedigung versehen, erhielt er das Amt eines Pfarradjuncten in Ezelheim. Hier wurde ihm dann nach dem Tode des Pfarrers im J. 1757 durch das Freiherrl. v. Seckendorff'sche Patronat die Pfarre definitiv zuerkannt. In Ezelheim fand er auch den ersten Anlaß sich eingehender mit der Bienenzucht zu beschäftigen; er schöpfte mancherlei Belehrungen über Zucht und Pflege der Bienen aus Büchern, trat selbst forschend auf und stellte mehrfach Versuche an, er correspondirte viel mit bienenkundigen Schriftstellern und gründete die fränkische Bienensocietät, um durch dieselbe in den Kreisen der fränkischen Bienenzüchter Belehrung zu verbreiten. Seine schriftstellerische Thätigkeit eröffnete er mit der in vier Auflagen erschienenen Anleitung: „Der fränkischen Gesellschaft vernunft- und erfahrungsmäßiger Entwurf der vollkommensten Bienenpflege für alle Landesgegenden", 1766. Dieser folgten binnen wenigen Jahren noch mehrere bienenwirthschaftliche Abhandlungen, unter denen zu erwähnen: „Gründlicher Beitrag und Unterricht zur schönsten Verbesserung der Klotzbauten-Bienenzucht“ und „Nachrichten von der Winterung der Bienen"; beide in den Abhandlungen der fränkischen Bienengesellschaft. Ein größer angelegtes Werk, welches er als „Bienenlexikon“ entworfen hatte, blieb unvollendet, da ihn der Tod am 1. September 1784 von dieser Arbeit abrief.

    • Literatur

      Vgl Höck, Biograph. u. litter. Nachrichten etc., Nürnberg 1794.

  • Autor/in

    C. Leisewitz.
  • Empfohlene Zitierweise

    Leisewitz, Carl, "Eyrich, Johann Leonhard" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 459-460 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100128033.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA