Lebensdaten
1928 – 2016
Geburtsort
München
Sterbeort
Pöcking (Kreis Starnberg)
Beruf/Funktion
Unternehmer
Konfession
katholisch
Namensvarianten
  • Wamsler, Karl Maximilian Friedrich
  • Wamsler, Karl
  • Wamsler, Karl Maximilian Friedrich
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Zitierweise

Wamsler, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz138910.html [29.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Karl ( 1942), S d. Friedrich (s. 1);
    M Karoline Ostenrieder;
    Gr-Om August Ostenrieder (1872–1952), aus M., Untern., Chemieindustr., gründete 1906 e. Betrieb f. Öl- u. Getränkeraffinierung, später „Tonwerk Moosburg A. u. M. GmbH Ostenrieder“ z. Herstellung v. Tonsil-Bleicherde in Moosburg/ Isar, fusionierte 1930 mit d. „Sirius-Werke AGz. „Vereinigten Bleicherdefabriken (VBF) AG“, 1941 Zus.schluß mit d. „Bayer. Aktien-Ges. f. chem. u. landwirtschaftl.-chem. Fabrikate Heufeld“ z. „Süd-Chemie AG“, KR (s. Wenzel; Rhdb.);
    London 1957 Honoré (1934–2004), aus Chicago (Illinois), T d. Oakleigh L. Thorne (1909–78), aus New York, Untern., u. d. Bertha Palmer (1911–70), 5 T Bettina (* 1959), Susanne (* 1961), Irene (* 1964), Caroline (* 1967), Pauline (* 1972).

  • Biographie

    W. war über seinen Großvater Friedrich und seinen Großonkel August Ostenrieder mit zwei bedeutenden bayer. Unternehmerfamilien verwandt. Er studierte nach dem Abitur 1949 am Luitpold-Gymnasium in München 1950–55 in München und Chicago Betriebswirtschaft und Chemie. Nach der Promotion 1956 zum Dr. rer. nat. an der Univ. München war er für den Ölkonzern Shell tätig und arbeitete 1956–59 in England, den Niederlanden und Hamburg. 1962 ging er zur „Süd-Chemie AG“ nach München, die 1941 auf Initiative seines Großonkels Ostenrieder durch Fusion der „Vereinigten Bleicherdefabriken (VBF) AG“ und der „Bayerischen Aktien-Gesellschaft für chemische und landwirtschaftlich-chemische Fabrikate Heufeld“ entstanden war. W. wurde 1963 Vorstandsmitglied, verantwortlich für den Bereich Technik, seit 1968 leitete er Finanz- und Personalwesen und den Vertrieb. Die Süd-Chemie AG expandierte nach dem 2. Weltkrieg nach Übersee und beteiligte sich 1965 an der Gründung eines mexikan. Unternehmens, das Tonchemieprodukte für den mittelamerik. Markt herstellte. W. trieb seit 1970 maßgeblich die Entwicklung des mittelständischen Unternehmens zu einem weltweit agierenden Konzern mit Milliarden-Umsätzen und ca. 4500 Mitarbeitern voran. 1974 übernahm die Süd-Chemie die gesamten Katalysator-Aktivitäten der „Chemetron-Corp.“ in den USA, Deutschland und Japan, mit der sie bereits seit 15 Jahren erfolgreich zusammengearbeitet hatte. 1976 erwarb sie die Mehrheit des Wettbewerbers „Catalysts & Chemicals“ (CCI), der sich 1977 mit der „Girdler Chemical Inc.“ zur „United Catalysts Inc.“ vereinigte. Mit den Katalysatoren verfügte die Süd-Chemie neben ihrem traditionellen Bereich der Tonerde über eine zweite Säule. 1984 wurde W. zum Vorstandsvorsitzenden berufen, 1992 wechselte er in den Aufsichtsrat, dessen Vorsitz er bis 2003 innehatte.

    W. war neben seiner Tätigkeit für die Süd-Chemie ehrenamtlich in zahlreichen Wirtschaftsverbänden aktiv. Seit 1973 gehörte er dem Präsidium des Verbandes der Chemischen Industrie an (Präs. 1980 / 81). Seit 1968 war er Mitglied des Vorstands der Bayer. Chemieverbände (Vors. seit 1983). Seit 1986 war er Schatzmeister und Vizepräsident des „Bundesverbands der Deutschen Industrie“ (BDI). Besonderes Augenmerk legte W. auf die dt.-amerik. Verständigung. 1993 rief er die K.-W.-Stiftung zur Förderung des internationalen Studentenaustausches ins Leben.

  • Auszeichnungen

    |Bayer. Verdienstorden (1979);
    BVK 1. Kl. (1984);
    Gr. BVK (1988);
    Vors. d. Stiftungsrats d. Marianne-|Strauß-Stiftung (1984–2016);
    Staatsmedaille d. Bayer. Wirtsch.min. f. bes. Verdienste um d. bayer. Wirtsch. (1990);
    Vors. u. Ehrenvors. d. Ges. d. Freunde Haus d. Kunst (1990–2004);
    Ehrenbürger d. Gde. Pöcking (2013);
    Ehrensenator d. TU München (2015);
    postum: Preis d. Marianne Strauß Stiftung (2017);
    postum in W.s Namen gestiftet: Dr. K. W. Innovation Award d. TU München u. d. Clariant AG f. hervorragende Leistungen auf d. Gebiet d. Katalyse, einschließl. d. Biokatalyse sowie d. weißen Biotechnol. (2017).

  • Literatur

    |125 J. Süd-Chemie AG, Sonderdr. d. Süd-Chemie-Ztg. z. 125-j. Gründungsjub., H. 151, Nov. 1982;
    H. Baur, Internat. Expansion, Die Gesch. d. Süd-Chemie 1959 bis 1999, in: Süd-Chemie Ztg., H. 210, März 2001, S. 31;
    E. P. Fischer, Stille Kräfte, gr. Fülle, Die Gesch. d. SÜD-CHEMIE, 2004.

  • Porträts

    |Gem. v. N. Roger, 2005 (Privatbes.).

  • Autor/in

    Eva Moser
  • Zitierweise

    Moser, Eva, "Wamsler, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 390-391 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz138910.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA