Lebensdaten
1891 – 1969
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
Sozialpolitikerin ; Schriftstellerin
Konfession
konfessionslos
Namensvarianten
  • Wachenheim, Hedwig

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Zitierweise

Wachenheim, Hedwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz137902.html [26.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard (1855–98), Bankier, Stadtverordneter in M., S d. Joseph Gabriel (1823–89), Weinhändler in M., u. d. Bertha Michaelis (1836–1912), aus Worms;
    M Maria (1870–1934), aus M., T d. Rudolf Traumann (1837–83), aus Schwetzingen, Fabrikbes. in M., u. d. Emma Berlé (1842–1919), aus Wiesbaden;
    1 Schw Lili (1893–1989, Karl Paul Heinrich Müller, 1889–1964, Dr. phil., Chemiker), Dr. rer. nat., Chemikerin;
    – ledig.

  • Biographie

    W. stammte aus einer wohlhabenden Bankiersfamilie. Sie erhielt seit 1897 Privatunterricht, besuchte danach eine Privatschule und 1905–07 in Mannheim eine Höhere Töchterschule. Sie entwickelte politisches Interesse und lernte 1912 den SPD-Reichtagsabgeordneten Ludwig Frank (1874–1914) kennen. Bei Erreichen ihrer Volljährigkeit ging sie nach Berlin, absolvierte dort 1912–14 die Soziale Frauenschule Alice Salomons (1872–1948) und war danach in Mannheim als Fürsorgerin tätig. 1914 schloß sie sich der SPD an. Seit 1916 arbeitete W. in Berlin ehrenamtlich beim Nationalen Frauendienst, anschließend als Angestellte bei der Berliner Milchversorgungsbehörde. Seit 1919 war sie als Frauenreferentin bei der Reichszentrale für Heimatdienst, 1922–33 als Regierungsrätin in der Reichsfilmprüfstelle in Berlin tätig.

    1919 war W. Mitbegründerin der sozialdemokratischen Arbeiterwohlfahrt und bis 1933 Mitglied in deren Hauptausschuß. Sie verfaßte 1927 ein „Lehrbuch der Wohlfahrtspflege“ (²1930), eines der ersten Fachbücher für die Ausbildung von Fürsorgerinnen, und verstand soziale Arbeit als qualifizierten Beruf. Seit 1926 war sie Chefredakteurin der Zeitschrift „Arbeiterwohlfahrt“, seit 1928 Dozentin und zuletzt Leiterin der Wohlfahrtsschule der Arbeiterwohlfahrt in Berlin, einer zentralen Institution der Fürsorgeausbildung in Deutschland. 1919–28 war sie Stadtverordnete in Berlin, 1928–33 Abgeordnete im Preuß. Landtag.

    1933 erfolgte W.s Entlassung aus allen Ämtern. Nach Aufenthalten in der Schweiz, Frankreich, Italien und England emigrierte sie 1935 nach New York, wo sie in sozialdemokratischen Exilorganisationen wirkte. Sie war journalistisch tätig und bearbeitete Forschungsaufträge der „New School for Social Research“ in New York. Die dt. Staatsbürgerschaft wurde ihr 1944 entzogen, die US-Staatsbürgerschaft erhielt sie 1945.

    1946–49 war W. Leiterin der Kinderwohlfahrtsabteilung bei der US-Militärregierung in Stuttgart, 1949–51 stellv. Leiterin der Wohlfahrtsabteilung beim US High Commissioner for Germany in Frankfurt/M. 1951 kehrte sie in die USA zurück. Seit 1955 arbeitete sie im Rahmen eines Forschungsauftrags der Univ. Berkeley (USA) an ihrem 1967 erschienenen Werk „Die deutsche Arbeiterbewegung 1844 bis 1914“ (²1971). W. starb während einer Besuchsreise in Deutschland.

  • Auszeichnungen

    |Marie-Juchacz-Plakette d. Arb.wohlfahrt (postum 1969);
    – H. W.-Str., Berlin-Kreuzberg (seit 2006).

  • Werke

    Weitere W Ludwig Frank, Ein Vorbild d. dt. Arb.jugend, Aufss., Reden u. Briefe, 1924 (Hg.);
    Frauen u. Pol., 1926;
    Vom Großbürgertum z. Soz.demokratie, Memoiren e. Reformistin, bearb. v. S. Miller, 1973;
    Teilnachlässe: Archiv d. Hist. Komm. zu Berlin;
    Archiv d. soz. Demokratie d. Friedrich-Ebert-Stiftung.

  • Literatur

    |C. Wickert, Sozialistin, Parl., Jüdin, Die Bsp. Käte Frankenthal, Berta Jourdan, Adele Schreiber-Krieger, Toni Sender u. H. W., in: Juden u. dt. Arb.bewegung bis 1933, hg. von L. Heid u. A. Paucker, 1992, S. 155–64;
    S. Zeller, Stadt ohne Frauen?, Frauen in d. Gesch. Mannheims, 1993, S. 161–68 (W-Verz., P);
    St. Harm, Bürger oder Genossen?, Carlo Schmid u. H. W., Soz.demokraten trotz bürgerl. Herkunft, 2010;
    C. Schneider, H. W. (1891–1969), SPD-Pol., Mitbegründerin d. Arb.wohlfahrt, Verfolgte d. NS, in: Mannheimer Gesch.bll. 29, 2015, S. 81–102 (Qu, W-Verz., P);
    BHdE I;
    Bad.-Württ. Biogrr. I;
    Wedel, Autobiogrr. Frauen.

  • Autor/in

    Wolfgang Ayaß
  • Zitierweise

    Ayaß, Wolfgang, "Wachenheim, Hedwig" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 157 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz137902.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA