Lebensdaten
1583 bis 1645
Geburtsort
Galántha
Sterbeort
Großhöflein
Beruf/Funktion
Palatin von Ungarn ; österreichischer Feldherr
Konfession
reformiert,katholisch
Normdaten
GND: 119061538 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Esterházy von Galántha, Miklós
  • Eszterhazy, Miklós Graf (in der ADB)
  • Eszterhazy, Nikolaus Graf (in der ADB)
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Zitierweise

Esterházy von Galántha, Nikolaus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119061538.html [27.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1533–1604, ref.), Vizegespan des Komitats Preßburg, S des Benedict Zerhas de Zerhasháza ( um 1552);
    M Sophia (1547–1601, ref.), T des Thomas Illyésházy;
    1) 1612 Ursula (ca. 1583-1619), Wwe des Franz Mágocsy, T des Franz Baron Dersffy de Szerdahely, 2) 1624 Christine (1604–1641), Wwe des Emmerich Gf. v. Thurzo, T des Paul Gf. Nyáry de Bedegh; 1 Sohn aus 1), 4 S, 5 T aus 2), u. a. Paul s. (4).

  • Leben

    Nachdem E. durch die erste Heirat in den Besitz eines großen Vermögens gekommen war, wurde er 1614 als Abgeordneter zur Versammlung der Stände nach Linz entsandt. Während der Erhebung Gabriel Bethlens gegen den Kaiser versuchte E. zunächst zu vermitteln, stellte sich aber, als dies erfolglos blieb, auf die Seite des Kaisers beziehungsweise Königs, trat jedoch bei den Friedensverhandlungen in Nikolsburg wiederum vermittelnd auf. 1622 als Kreis-Oberbefehlshaber der Bergstädte installiert, übte er dieses Amt bis 1625 aus, wobei es zu ständigen Kämpfen mit Bethlen und einfallenden türkischen Streifscharen kam (Gefechte bei Neutra 1623). Als Palatin (seit 1625) geriet er mit dem Primas von Ungarn Peter Pázmány in Gegensatz, da er die Stellung des Palatins gegenüber dem Primas zu stärken suchte. Um den inneren Zusammenhalt und damit die Widerstandsfähigkeit Ungarns gegen die Türken zu stärken, befürwortete E. gegen Ende seines Lebens einen Ausgleich der konfessionellen Spannungen innerhalb des Landes, vermochte aber, trotz seines hohen Ansehens beim Kaiser, diesen nicht für diese Politik zu gewinnen. Die dadurch weiter bestehende Unzufriedenheit im Lande bildete dann für die bald darauf einsetzenden Angriffe des Siebenbürger Fürsten Georg Rákóczi einen erwünschten Nährboden. So blieben auch seine Versuche, die ungarischen Stände gegen Rákóczi aufzubieten, erfolglos. Nichtsdestoweniger zählte E. zu den stärksten Stützen der habsburgischen Politik und der Gegenreformation in Ungarn, wodurch er auch den Grundstein zum weiteren Aufstieg seines Hauses legte.

  • Werke

    u. a. Esterházy Miklós nádor iratai I, hrsg. v. I. Hajnal, II, hrsg. v. L. Fekete, Budapest 1930/32.

  • Literatur

    F. J. v. Reilly, Skizzirte Biogrr. d. berühmtesten Feldherren Österreichs, 1808, S. 166 ff. (P); L. Szalay u. F. Salamon, Galánthai Gróf E. Miklós Magyarország nádora, 3 Bde., Pest 1863/70;
    K. Weingärtner, Unter Habsburgs Banner, Heldenbuch, 1881, S. 55;
    Cs. Csapodi, E. Miklós nádor 1583-1645, Budapest 1942 (P); D. Kosáry, Bevezetés a magyar történelem forrásaiba és irodalmába I, ebd. 1951, S. 358 f. (L).

  • Portraits

    4 Kupf., 2 Stahlstiche, 1 Lith. (Wien, Österr. Nat.bibl.).

  • Autor/in

    Johann Christoph Allmayer-Beck
  • Empfohlene Zitierweise

    Allmayer-Beck, Johann Christoph, "Esterházy von Galántha, Nikolaus" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 661 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119061538.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Eszterhazy: Nikolaus Graf E. von Gálántha, Graf von Beregh, Palatin des Königreichs Ungarn, geb. am 8. April 1582 zu Gálántha im Preßburger Comitat, den 11. Septbr. 1645. In der resormirten Lehre erzogen, wissenschaftlich auf der hohen Schule zu Tyrnau herangebildet, trat E. hier zur katholischen Kirche über, wodurch er sich aber so sehr den Zorn seines eifrig protestantischen Vaters zuzog, daß er aus dessen Hause fliehen und mitten im Vaterlande lange in bitterster Noth herumirren mußte. In dieser Zeit der Verbannung bildete er sich für den Kriegsdienst, namentlich in der Kunst des kleinen Krieges unter dem tapfern Commandanten Kaschau's Franz Magoczy aus und bewährte sich bei allen Zügen sowol wider die Türken, als Siebenbürger und abtrünnigen Ungarn. Durch seine Waffenthaten sowol als seine sonstigen persönlichen Eigenschaften, namentlich aber durch seine guten Dienste am Linzer Ständeversammlungstage, hatte sich E. das Wohlwollen Kaiser Matthias' derart zu erringen gewußt, daß er ihn 1617 zum Grafen von Beregh und 1618 zum Obergespan des Sohler Comitates und Magister curiae regiae (Reichsmarschall) erhob. In noch höherem Grade erwarb er sich das Vertrauen Ferdinands II., der ihn zum Befehlshaber an den Grenzen Ungarns ernannte. Mit seinen wenigen Truppen vermochte er der Uebermacht Bethlen Gabor's nicht zu widerstehen, hielt sich aber doch im Schlosse Lackenbach so lange, bis ihn Dampierre entsetzte; später bewog er Bethlen zum Friedensschluß, wofür er die zweite Reichswürde, die des judex curiae, erhielt (aus Bescheidenheit hatte er die Palatinatswürde ausgeschlagen). Nach dem bald wieder ausgebrochenen Kriege gegen Bethlen, dessen Schaaren auch durch türkische verstärkt waren, hatte E. wegen ihrer Ueberlegenheit wieder harte Kämpfe zu bestehen, nichtsdestoweniger gelang es ihm 1623 nicht nur Türken und Tataren bei ihrem Uebergange über den Neutrafluß total zu schlagen, sondern auch Bethlen Abbruch zu thun. Für seine vielfachen Verdienste wurde E. jetzt (1625) zum Palatin des Reiches und Erbobergespan Oedenburgs erhoben und 1628 erhielt er von Philipp IV. von Spanien das goldene Vließ. Zur Stillung der inneren Unruhen seines von Parteisucht so oft und schwer heimgesuchten Vaterlandes führte E. 1630 und 1644 den Oberbefehl über die gesammten kaiserlichen Truppen in Ungarn mit gewohnter Treue und Hingebung und wußte auch durch weise Anstalten Georg Rakoczy I. in Achtung zu halten. Erschöpft von Arbeiten und Sorgen seines thätigen ganz dem Vaterlande geweihten Lebens, ward er aus demselben 1645 abberufen und liegt mit seinen beiden Frauen Ursula Tersffy von Szerdahely, Wittwe nach Franz Magoczy, und Christiane, Tochter des berühmten Paul Niáry in der Jesuitenkirche zu Tyrnau begraben. Nikolaus E., der unbestritten zu den größten und verdienstvollsten Palatins Ungarns gehörte, welcher durch bleibende Folgen seiner tüchtigen Verwaltung und Verwendung sowol als Staatsmann, wie als Heerführer sich seiner Nation unendlich nützlich und unvergeßlich gemacht hat, hinterließ in seinem Sohne Paul den zweiten Palatin aus diesem Hause und den ersten Fürsten desselben.

    • Korrektur

      |Als Nicolaus Joseph E. seinem älteren Bruder Paul Anton (I.) (geb. am 22. April 1711,' am 18. März 1762) als Chef des Hauses folgte, fand er in der Residenz Eisenstadt an der Spitze der Kapelle schon den von seinem Bruder angestellten Joseph Haydn vor. Der musikverständige und treffliche Fürst erwies bis an seinen Tod seinem Kapellmeister, der nicht minder treu an ihm hing, die größte niemals getrübte Huld und versah ihn freigebig mit den Mitteln, um die Esterhazy'sche Kapelle zu einer weithin berühmten zu machen. (Vgl. C. F. Pohl, Jos. Haydn, 1. Bd.) Dem Fürsten Nicolaus Joseph folgte als Chef des Hauses sein Sohn Paul Anton (II.), geb. 1738, am 22. Jan. 1794, diesem sein Sohn Nicolaus, geb. am 12. Decbr. 1765, am 24. Novbr. 1833, der Vater von Paul Anton (III.) cf. Bd. VI S. 388.

  • Autor/in

    v. Janko.
  • Empfohlene Zitierweise

    Janko, Wilhelm Edler von, "Esterházy von Galántha, Nikolaus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 386-387 unter Eszterhazy [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119061538.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA