Lebensdaten
1934 – 1995
Geburtsort
Plauen
Sterbeort
Boulogne-Billancourt
Beruf/Funktion
Ozeanograph
Konfession
konfessionslos
Namensvarianten
  • Voigt, Klaus

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Zitierweise

Voigt, Klaus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz137307.html [25.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Rudolf (1896–1963), Buchhalter in P., S d. Friedrich (1851–1907), Stationsvorsteher in Gaschwitz b. Leipzig, u. d. Henriette Hofmann (1853–1899);
    M Else Meyer (1895–1981);
    Rostock 1965 Birgit (* 1943), T d. Herman Habenicht (1906–81), Kaufm. in Neustrelitz, u. d. Ilona Klaus (1921–2007), Geschäftsfrau in Neustrelitz;
    1 S Oliver (* 1969), 1 T Nadja (* 1966).

  • Biographie

    V. erhielt seine Schulausbildung in Plauen (Abitur 1951). Nach seinem Studium der Meteorologie am Geophysikalischen Institut der Univ. Leipzig 1951–55 nahm er eine Stelle als Hydrologe im Hydrometeorologischen Institut des Seehydrographischen Dienstes (SHD) in Rostock/ Warnemünde an. Im Ostsee-Observatorium des Instituts arbeitete er an Methoden zur Wasserstands- und Eisvorhersage. Der Gründungsdirektor des Instituts, Erich Bruns (1900–78), förderte die Teilnahme seiner jungen Mitarbeiter an überstaatlichen Projekten, um international anerkannte Meeresforschung in Rostock zu etablieren. 1958–60 nahm V. an Expeditionen des sowjet. Forschungsschiffes „Michail Lomonossov“ teil, wo er wichtige Forscher, wie Konstantin Fedorov (1927–88) und Oleg Mamaev (1925–94), kennenlernte. 1959 gelang V. mit der Entdeckung des Äquatorialen Unterstromes im Atlantik der wissenschaftliche Durchbruch: Nach der Entdeckung des Unterstroms im äquatorialen Pazifik konnte er mit Hilfe eines in Warnemünde entwickelten Strömungsmessers die Existenz eines Unterstroms auch im Atlantik nachweisen.

    Auf Bruns Betreiben wurde das Institut 1960 aus dem SHD herausgelöst und in die Akademie der Wissenschaften der DDR eingegliedert, was die Pflege internationaler Kontakte erleichterte. V.s Kontakte zu Warren Wooster (1921–2008) ermöglichten es ihm, das Institut in internationale wissenschaftliche Programme einzubinden. 1962 wurde V. bei Bruns mit der Arbeit „Untersuchungen in der Deckschicht des Atlantischen Ozeans mit einem digital registrierenden Temperatur-, Leitfähigkeits- und Druckmessgerät“ zum Dr. rer. nat. promoviert; die Promotion B erfolgte 1974 zum Thema „Der Äquatoriale Unterstrom im Atlantik“. Nachdem V. bereits in den 1960er Jahren stark in die wissenschaftliche Leitung des Instituts und in die Forschungspolitik eingebunden war, leitete er das Institut nach Bruns Emeritierung 1965 kommissarisch und wurde 1970 zum Institutsdirektor ernannt. Durch die Herstellung eines ausgewogenen Verhältnisses von anwendungsorientierten Arbeiten (Produktivität des Ozeans, Fischereiforschung), hoheitlichen Aufgaben für die DDR (Umweltüberwachung in der Ostsee, Unterwasserschalluntersuchungen für die Marine) und Grundlagenforschung (Zirkulations- und Austauschprozesse im Meer) sicherte V. dessen Existenz. Durch V.s Wirken entwickelte sich das Institut für Meereskunde in Warnemünde zu einer profilierten und international anerkannten Forschungseinrichtung.

  • Auszeichnungen

    A Sekr. (1968–72) u. Vize-Präs. (1972–76) d. Scientific Committe on Oceanic Research;
    Prof. (1975);
    Sekr. (1976–80) u. Vize-Präs. (1982–87) d. Intergovernmental Oceanographic Commission d. UNESCO (IOC);
    Nat.preis III. Kl. f. Wiss. u. Technik (1987);
    korr. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. d. DDR (1980, Mitgl. 1989);
    IOC Sekr., verantwortl. f. d. Global Ocean Observation Program (GOOS) (1990–95).

  • Werke

    |Observations of the Structure of the Equatorial Undercurrent in the Gulf of Guinea, in: Journ. of Geophysical Research 71, 1966, S. 3105–108 (mit M. Sturm);
    The Equatorial Undercurrent, in: Intergovernmental Oceanographic Commission, Technical Series 11, Bruun Memorial Lectures 1973, UNESCO, 1975, S. 11–19.

  • Literatur

    |H. J. Brosin, K. V. (1934–1995), Ozeanograph u. Wiss.organisator, in: Hist.-Meereskundl. Jb. 12, 2006, S. 81–102;
    SB d. Leibniz-Soz. 8, 1995, H. 8 / 9, S. 135;
    Biogr. Hdb. SBZ/ DDR.

  • Autor/in

    Wolfgang Fennel
  • Zitierweise

    Fennel, Wolfgang, "Voigt, Klaus" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 65-66 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz137307.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA