Lebensdaten
erwähnt 19. – 21. Jahrhundert
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
-
Namensvarianten
  • Vogel

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Zitierweise

Vogel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz136986.html [23.06.2024].

CC0

  • Biographie

    Seit Beginn des 19. Jh. sind Angehörige der Familie in Oelsnitz im sächs. Vogtland bezeugt, darunter der Wollweber Carl August (* 1845). Dessen ältester Sohn Carl Gustav (1868–1945) begann 1882 eine Kaufmannslehre in einer Kolonialwarengroßhandlung in Plauen und arbeitete seit 1885 als Handlungsgehilfe bei einer Wollagentur in Pößneck (Thüringen) , wo er seit 1888 ein eigenes Wollgeschäft betrieb und zugleich eine Briefmarkenhandlung eröffnete, auf die er bald sein unternehmerisches Wirken konzentrierte. Seit 1892 verlegte er ein philatelistisches Offertenblatt, in dem Sammler und Händler ihr Angebot präsentierten. Die Zeitschrift wurde zunächst an eine Basis-Empfängergruppe, dann nach einem festen Zyklus an wechselnde Zielgruppen versandt. Mit diesem von ihm entwickelten Verbreitungsverfahren (Wechselversand) gelang es Carl Gustav, eine im Verhältnis zur Auflagenhöhe weit größere Zahl von Interessenten zu erreichen. Er erweiterte auf der Basis dieser Strategie das Verlagsprogramm. Seit 1895 erschien der „Maschinenmarkt“, ein Anzeigenblatt für Maschinen und Industrieausrüstungsgüter, das 1913 über 350000 Bezieher hatte. 1911 brachte er den „Automarkt“ für die aufstrebende Fahrzeugindustrie heraus.

    1914 beschäftigte er 60 Mitarbeiter und expedierte monatlich 530000 Zeitschriftenexemplare. Nach dem 1. Weltkrieg gab er die betriebliche Verantwortung schrittweise an seine beiden Söhne ab und startete 1930 in Goldach (Schweiz) ein neues Verlagsunternehmen, das er bis zu seinem Tod führte.

    Der ältere Sohn Arthur Gustav (1889–1958), zum Verlagskaufmann ausgebildet, trat 1907 als Teilhaber in das väterliche Unternehmen ein und war v. a. für die Weiterentwicklung des Verlagsprogramms verantwortlich. Sein Bruder Ludwig (1900–82) besuchte eine Fachschule für Druckereitechnik und hatte nach seinem Eintritt als Teilhaber 1924 die Gesamtverantwortung für den technischen Betrieb. 1919 brachte Arthur Gustav den „Elektro-Markt“ als Marktplattform für die Wachstumsbranche Elektroindustrie heraus, 1921 den in vier Sprachen erscheinenden „Export-Markt“ als Universalzeitschrift für Außenhandelsgüter. Er trieb die thematische Auffächerung weiter voran durch spezialisierte Zeitschriften für den LKW-, Zweirad-, Radio-, Papier-, Spielwaren-, Textil- und Agrarmarkt. Gleichzeitig erfolgte bei den Periodika ein Wandel vom rein anzeigenorientierten Marktinformationsblatt zur marktbezogenen Fachzeitschrift mit einem umfangreichen Textteil mit fachlich-technischen Aufsätzen zu Forschung und Praxis. Mit 820 Mitarbeitern galt das Unternehmen 1928 als größter Verlag für technische Fachzeitschriften in Deutschland.

    Durch Zukäufe erweiterten die Brüder bis 1939 die Zahl der Zeitschriften auf 17 und beschäftigten 940 Mitarbeiter. Nach der Enteignung und Demontage des Betriebs durch die sowjet. Besatzungsmacht verlagerten Arthur Gustav und sein Ende 1945 aus der Kriegsgefangenschaft entlassener Bruder Ludwig den Verlag 1947 nach Coburg , wo seit 1948 die wichtigsten Zeitschriften wieder erschienen. Arthur Gustavs Sohn Karl Theodor (1914–2007), der eine Ausbildung zum Verlagskaufmann absolviert und anschließend in den USA bis 1939 Volkswirtschaftslehre studiert hatte, trat nach Kriegsgefangenschaft Anfang 1946 in den Verlag ein und übernahm seit 1952 Führungsaufgaben. Nach dem 1956 abgeschlossenen Umzug des Unternehmens nach Würzburg und dem Tod des Vaters leitete er den Verlag gemeinsam mit seinem Onkel Ludwig. Dessen Schwiegersohn Kurt Eckernkamp (* 1935) trat 1974 in die Geschäftsleitung ein. Beide verantworteten maßgeblich die Weiterentwicklung des schon 1943 begonnenen Fachbuchprogramms sowie die Erweiterung des Zeitschriftenportfolios um neue technische Wissensbereiche wie die Luftfahrt, die Kernenergie und die Elektronik. Die 1978 gestartete Publikumszeitschrift „Chip“ entwickelte sich zum führenden Microcomputermagazin. 1991 zählten über 40 Verlagsobjekte zum Programm der „Vogel Verlag und Druck KG“. 1995 erfolgte mit der Gründung der „Vogel Business Media GmbH & Co. KG“ der Übergang vom familien- zum managementgeführten Unternehmen, das 2011 mit über 100 Printmedien und über 100 Web-Portalen einen Umsatz von 110 Mio. Euro erwirtschaftete. 2018 firmierte die Gesellschaft in „Vogel Communications Group GmbH & Co. KG“ um. Sie beschäftigte in sieben nationalen Niederlassungen und mehreren internationalen Beteiligungsunternehmen 820 Mitarbeiter.

  • Literatur

    |W. Treue, 75 J. techn. Fortschritt, 75 J. V.-Verlag, 1966, S. 66–110 (P);
    P. Johanek, Die V.-Story, 1972 (P);
    G. Kase, 100 J. V. Verlag, in: 100 J. techn. Fortschritt, 1991, S. 10–16;
    Internet: Vogel Communications Group.

  • Autor/in

    Richard Winkler
  • Zitierweise

    Winkler, Richard, "Vogel" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 13-14 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz136986.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA