Lebensdaten
1924 – 1991
Geburtsort
Bad Homburg vor der Höhe
Sterbeort
Selters/ Lahn
Beruf/Funktion
Agrarwissenschaftlerin ; Arzneipflanzenforscherin
Konfession
evangelisch
Namensvarianten
  • Vömel, Annelise Antonie
  • Vömel, Annelise
  • Vömel, Annelise Antonie

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Zitierweise

Vömel, Annelise, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz136971.html [13.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    VFriedrich Wilhelm (1897–1973), aus Gonzenheim b. B. H., Bankangest. in Weilburg/ Lahn , Ornithol. (s. L. Gebhardt, Die Ornithologen Mitteleuropas III, 1974), S d. Theodor (1865–1940), Pfarrer 1897 in Dautphe b. Biedenkopf , 1910–19 in Wallau im Taunus;
    M Hedwig Ludwig (1898–1925), aus Hilders (Rhön);
    seit 1927 Stief-M Erna Grothe (1904–97), aus Steele/Ruhr;
    Urur-Gvv Theodor (1791–1868), aus Hanau , Dr. theol. et phil., Gymn. dir. in Frankfurt/M. , klass. Philol., Vf. v. Lehrbüchern (s. ADB 40; Hamberger-Meusel; Frankfurter Biogr.);
    Ur-Gvv Friedrich Alexander Ernst (Ps. Ernst Holtaus) (1828–99), 1859 Pfarrer in Freirachdorf , 1865 in Maxsain, 1876 in H., Schriftst. (s. Nassau. Biogr.);
    Halb-B Volker (* 1934), Forstamtsrat in Weilburg, Halb-Schw Erika (* 1929), Christel (* 1938) u. Karin (* 1940);
    – ledig.

  • Biographie

    V. besuchte 1935–43 die Oberschule in Weilburg/Lahn und studierte 1944 Kunstwissenschaften und nach einer Landwirtschaftslehre (1945–47) Agrarwissenschaften in Gießen . Nach dem Examen zur Dipl.-Agrar-Ing. 1950 übernahm sie als wiss. Assistentin von Eduard v. Boguslawski (1905–99) am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Justus-Liebig-Hochschule Gießen (seit 1957 Univ.) die Leitung der Gefäßversuchsstation des Instituts in Rauischholzhausen . 1955 wurde V. bei v. Boguslawski mit einer Arbeit über Ertragsbildung bei Lupinen zum Dr. agr. promoviert. 1958 / 59 weilte sie zu Studienaufenthalten in Wageningen (Niederlande) , Berkeley (Kalifornien) und weiteren Universitätsstädten der USA, wo sie die ersten vollautomatisierten Pflanzenwuchskammern (Phytotrone) kennenlernte. V. interessierte sich anfangs v. a. für den Umsatz der Pflanzennährstoffe im Boden und in den Pflanzen und habilitierte sich mit diesen Untersuchungen 1968 in Gießen für die Fachgebiete Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung. Für ihre Forschungen konnte sie in Rauischholzhausen ein Großlysimeter zur Bestimmung des Bodenwasserhaushalts nutzen, später ein unter ihrer Anleitung erbautes Phytotron zur Simulation verschiedener Standortverhältnisse.

    Seit 1969 als Oberassistentin am Institut tätig, wurde sie 1971 zur Professorin ernannt (1990 Ruhestand). In dieser Zeit wandte sie sich den Arznei- und Gewürzpflanzen zu und begründete damit in den Agrarwissenschaften an der Univ. Gießen ein neues Lehr- und Forschungsgebiet. Der steigende Bedarf an Wirkstoffpflanzen bei gleichzeitigem Rückgang von Wildsammlungen erforderte die „Domestikation“ von Wildarten, die V. ins Zentrum|ihrer Arbeiten rückte. Sie untersuchte mit einer wachsenden Zahl von Mitarbeitern den Einfluß von Klimafaktoren, Düngemitteln, Herbiziden und anderen Pflanzenbaupraktiken auf die Entwicklung und den Drogenertrag ausgewählter Arzneipflanzen und förderte insbesondere den Anbau von Arnika, Baldrian, Johanniskraut, Kamille, Mariendistel, Oregano und Griechischem Salbei. Dabei arbeitete sie eng mit der Ege-Univ. in Izmir (Türkei) zusammen, wo sie 1972–74 die Fachrichtung Arzneipflanzenforschung aufbaute. Die regelmäßig in Rauischholzhausen veranstalteten Arzneipflanzenkolloquien wurden zu einer wichtigen Begegnungsstätte für Wissenschaft und Praxis. V. führte 17 Schüler zur Promotion.

  • Auszeichnungen

    |Mitgl. d. Ges. f. Pflanzenbauwiss., d. Ges. f. Arzneipflanzenforsch. u. d. Internat. Soc. of Horticultural Science.

  • Werke

    |u. a. Wachstumsverlauf, Entwicklung u. Kornertragsbildung d. weißen Süßlupine (Lupinus albus L.) in Abhängigkeit v. klimat. Faktoren, in: Zs. f. Pflanzenzüchtung 35, 1955, S. 199–238 (Diss.);
    Der Nährstoffumsatz in Boden u. Pflanze aufgrund v. Lysimeterversuchen, in: Fortschritte im Acker- u. Pflanzenbau 3, 1974, S. 1–94 (Habil.schr.);
    Herbizide im Kamillenanbau, 1. Mitt., in: Planta Medica 31, 1977, S. 378–89 (mit J. Reichling, H. Becker u. P.-D. Dräger);
    Problems and Advantages of Mineral Fertilization with Medical Plants, in: Acta Horticulturae 144, 1984, S. 115–21;
    Arzneipflanzenforsch. f. d. Landwirtsch., in: Gießener Univ.bll. 19, 1986, H. 2, S. 29–39;
    Unterss. z. Domestikation v. Arznei- u. Gewürzpflanzen in d. Versuchsstation Rauischholzhausen, in: Drogenreport, Mitt. über Arznei- u. Gewürzpflanzen 4, 1991, H. 6, S. 10–13.

  • Literatur

    L Nachrufe: Uni-Forum, Ztg. d. Justus-Liebig-Univ. Gießen 6, Nr. 7 v. 12. 12. 1991, S. 10;
    Drogenreport 4, 1991, H. 6, S. 14 (P);
    Rundbrief d. Ver. z. Förderung d. Heil- u. Gewürzpflanzenanbaus in Bayern, 1992, Nr. 1, S. 4 f.;
    Biogr. Hdb. Pflanzenbau;
    Biogr. Lex. Pflanzenzüchtung, ²2009 (W-Verz., P);
    Kürschner, Gel.-Kal., 1992;
    Qu Archiv d. Univ. Gießen;
    Mitt. v. Volker Vömel, Weilburg.

  • Autor/in

    Ekkehard Höxtermann
  • Zitierweise

    Höxtermann, Ekkehard, "Vömel, Annelise" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 11-12 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz136971.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA