• Leben

    Aus edelfreiem schwäbischen Geschlecht, wurde E. schon früh von seinen Eltern dem Kloster Hirsau (noch unter Abt Wilhelm) dargebracht, wo er auf Wunsch Kaiser Heinrichs V. Abt wurde. Sein von Bischof Gebhard von Speyer unterstützter Versuch, 1106 die Reform in Lorsch einzuführen, schlug fehl. 1114 wurde er von Bischof Otto von Bamberg mit der Leitung des von diesem nahe Regensburg gegründeten Klosters Prüfening, des ersten Hirsauer Klosters in Altbayern, berufen, wo er wie bisher streng und unbeugsam die Grundsätze der Reform vertrat. Anscheinend hatte er jedoch unter seinen Mönchen mit größerem Widerstand zu kämpfen, so daß er schließlich von einem unter ihnen derart geschlagen wurde, daß er daran verstarb. Seine Gebeine wurden 1283 erhoben und in einem Hochgrab beigesetzt, dessen Künstler („Erminoldmeister“) in der Geschichte der gotischen Skulptur in Bayern eine wichtige Rolle spielt. Der Kult wurde offiziell nicht bestätigt; die Vita wurde von einem Prüfeninger Mönch 1281 verfaßt.

  • Literatur

    Vita Erminoldi, in MG SS XII, S. 480-500;
    V. Gufl, Vitae divorum Priflingensium, Regensburg 1755;
    ders., Vita s. Erminoldi, ebd. 1757;
    B. H. Röttger, Kloster Prüfening, 1929;
    A. Zimmermann, Kalendarium Benedictinum I, 1933, S. 49 ff.;
    LThK.

  • Portraits

    Tumba mit Liegefigur (Kloster Prüfening;
    Foto Marburg).

  • Autor/in

    Jürgen Sydow
  • Empfohlene Zitierweise

    Sydow, Jürgen, "Erminold" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 602 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121895378.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA