Lebensdaten
1806 bis 1878
Geburtsort
Wetzlar
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Bankier
Konfession
jüdisch,evangelisch
Normdaten
GND: 135911702 | OGND | VIAF: 80347384
Namensvarianten
  • Erlanger, Raphael (bis 1859)
  • Erlanger, Raphael von
  • Erlanger, Raphael Baron von (portugiesischer Baron 1859)
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Zitierweise

Erlanger, Raphael Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135911702.html [30.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Löb Moses, dann Ludw. Moritz (1780–1857), Wechselmakler in W., seit 1816 in F., S d. Handelsmanns Moses Löw in Heddernheim;
    M Jette, dann Henriette (1780–1856), T d. Abraham Raphael Beer, Tuchhändler u. Bankier in F., u. d. Marianne Mendel;
    1) Frankfurt 1832 Helene (1800–35, ev.), 2) ebd. 1838 Ida (1809–89, ev.), beide T d. Großkaufm. Joh. Val. Albert;
    4 S, 1 T aus 1), u. a. Emil (1832–1911), Bankier, Leiter d. Filiale in Paris, aus 2) Ludw. (1836–98), Bankier;
    E Raphael (1865–97), Prof. d. Zool. in Heidelberg (s. ADB 48), Carlo s. (1).

  • Leben

    E. begann als Wechselmakler an der Frankfurter Börse und begründete 1848 ein eigenes Bank- und Wechselgeschäft, das 1865 in die Firma E. & Söhne umgewandelt wurde. Mit einer Reihe anderer junger Bankiers bildete er mit Erfolg ein Gegengewicht gegen das an der Frankfurter Börse führende Haus Rothschild. Die Idee des Pariser Crédit mobilier, täglich verzinsliche Obligationen auszugeben, griff er sofort auf und brachte ein Syndikat angesehener deutscher Bankhäuser zur Zusammenarbeit mit diesem Institut zustande. 1853 war er maßgebend an der Gründung der Weimarer Bank beteiligt, 1855 wurde auf seine Initiative die Landgräflich Hessische Landesbank in Homburg vor der Höhe errichtet, 1856 wirkte er führend bei der Gründung der Luxemburger Bank mit, 1868 ebenso bei der Oldenburgischen Landesbank. Um 1855 zum schwedischen Konsul in Frankfurt ernannt, brachte er in der kurz danach einsetzenden Handels- und Geldkrise Schwedens durch eine Anleihe Abhilfe und war seitdem der Bankier der skandinavischen Regierungen. 1859 konnte er in ähnlicher Weise Portugal Beistand leisten. Im gleichen Jahre errichtete er eine Filiale in Paris. In Bismarcks Auftrag kaufte er 1864 die Eisenbahn Schleswig-Holsteins aus englischem Besitz auf und leistete damit der preußischen Politik einen wertvollen Dienst. Schon 1862 brachte er die erste Anleihe Ägyptens auf den Markt und gründete im gleichen Jahre zusammen mit Gebrüder Bethmann die Frankfurter Hypothekenbank. Vor allem besorgte er die Einführung der österreichischen Staatsbahn-Aktien an der Frankfurter Börse, die lange Jahre dann im internationalen Börsenverkehr eine führende Rolle spielten. Dies und die Rettung des in den Zusammenbruch eines belgischen Spekulanten verstrickten Vermögens der Thurn und Taxis brachten ihm den österreichischen Freiherrnstand ein. E. und dann sein Bankhaus von E. & Söhne waren gemeinsam mit Rud. Sulzbach und befreundeten Firmen die Wegbereiter der Industriepapiere an den süddeutschen Börsen. Gemeinsam mit Gebrüder Sulzbach betrieb das Bankhaus die Gründung der Eisenbahn-Rentenbank und der Eisenbahnbank. Die Firma von E. & Söhne ging 1904 durch Fusion in der Filiale Frankfurt/Main der Dresdener Bank auf.

  • Literatur

    Gesch. d. Handelskammer zu Frankfurt a. M., 1908;
    Mitt. d. Geneal. Ges. zu Frankfurt a. M., H. 2, 1920;
    E. Achterberg, Frankfurter Bankherren, 1956.

  • Autor/in

    Franz Lerner
  • Empfohlene Zitierweise

    Lerner, Franz, "Erlanger, Raphael Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 593 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135911702.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA