Lebensdaten
1847 bis 1921
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Otologe
Konfession
-
Normdaten
GND: 117680680 | OGND | VIAF: 74636378
Namensvarianten
  • Urbantschitsch, Viktor von (1918)
  • Urbantschitsch, Viktor
  • Urbantschitsch, Viktor von (1918)
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Urbantschitsch, Viktor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117680680.html [23.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Alois (1816–91), aus Höflein b. Bruck/Leitha, Dr. med., Primarius d. Elisabethinerinnen-Spitals in W., k. k. Reg.rat;
    M Wilhelmine Mengele ( 1901); – B Eduard (um 1850–1913), PD f. Zahnmed. in Graz;
    ⚭ Caroline Fröschl (um 1852–1932), T e. Privatiers in W.;
    S Richard (1875–1948), Dr. iur., Gen.anwalt b. Obersten Ger.hof in W., HR (s. Jb. d. Wiener Ges. 1929), Ernst (1877–1948, ⚭ Hilde Kny, T d. Hans Kny, 1851–1918, Dir. d. Gymn. in Oberhollabrunn, Reg.rat, Ehrenbürger v. Hollabrunn), Doz. f. Ohrenheilkde. in W., Reg.rat, Präs. d. Österr. Otol. Ges. (s. Fischer; Teichl; Hdb. österr. Autoren jüd. Herkunft), Rudolf v. Urban (Ps. Georg Gorgone) (1879–1964, 1] N. N., 2] Maria Mayen, 1892–1978, österr. Kammerschausp., 1] Emmerich Reimers, 1886–1970, Schausp., beide s. Kosch, Theater-Lex.), Psychoanalytiker, zuletzt in Carmel (Kalifornien) (s. Fischer; Personenlex. Österr.; Gale Dict. of Psychoanalysis; Hdb. österr. Autoren jüd. Herkunft), T Minna (* 1873, N. N. Desplé), Schriftst. (s. S. Pataky, Lex. dt. Frauen d. Feder, 1898); Schwager Karl Fröschl (1848–1934), Porträtmaler (s. ThB; ÖBL);
    E Victor (Urbancic) (1903–58), Dr. phil., Kapellmeister am Stadttheater in Mainz, Vizedir. d. Konservatoriums in Graz, emigrierte 1938 n. Island, Chefdirigent d. Nat.theaters in Reykjavik, Doz. am Konservatorium ebd., Komp. (s. BHdE II; Hdb. österr. Autoren jüd. Herkunft), Erich (* 1907), Dr. iur., RA, Elisabeth Urbancic (* 1925, Johannes Waltz, 1922–64, Bühnen- u. Kostümbildner), Bühnen- u. Kostümbildnerin;
    Ur-E Christoph Waltz (* 1956), Schausp., Regisseur (s. Munzinger).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Wien studierte U. Medizin an der dortigen Univ. 1870 wurde er hier zum Dr. med., 1871 zum Dr. chir. und zum Magister der Geburtshilfe promoviert. Überwiegend autodidaktisch widmete er sich der Ohrenheilkunde, für die er sich 1873 habilitierte. 1882 wurde er Leiter der Abteilung für Ohrenheilkunde der Wiener Poliklinik und 1885 Extra-Ordinarius für Ohrenheilkunde (1903 o. Titularprof.). Als Leiter der Wiener Universitäts-Ohrenklinik folgte er 1907 Adam Politzer (1835–1920) nach (em. 1918).

    U. gehört zu den Begründern der modernen Ohrenheilkunde. Gemeinsam mit Politzer und Josef Gruber (1827–1900) schuf er 1895 die Österr. Otologische Gesellschaft, in der er 1912 in den Vorstand und 1914 zum Vorsitzenden gewählt wurde. U. beschäftigte sich mit der Diagnostik und dem Verlauf der Ohrenkrankheiten, mit der Anatomie und Physiologie des Gehörorgans, mit Grundlagen für die therapeutische Beeinflussung der Tube und des Mittelohrs, mit Heilmethoden bei Mittelohreiterungen und Ohrpolypen, mit dem Einfluß von Kopfbewegungen auf die Schallempfindung und dem Einsatz des elektrischen Stroms in der otologischen Therapie. Seine Spezialgebiete waren physiologische und psycho-physiologische Themen. Er entwickelte methodische Hörübungen, die nicht allgemein Anklang fanden, aber erfolgreich die Hörreste der Taubstummen ausnützten. Sein Buch „Über Hörübungen bei Taubstummheit und bei Ertaubung im späteren Lebensalter“ (1895) war weltweit anerkannt. Ein Set von lackierten, heute nicht mehr gebräuchlichen Ohrbougies für das Aufdehnen der Eustachischen Röhre trägt U.s Namen. In ungefähr 90 Publikationen und Monographien bearbeitete er fast alle Bereiche der Ohrenheilkunde. Sein 1880 erstmals erschienenes „Lehrbuch der Ohrenheilkunde“ erlebte bis 1910 fünf Auflagen. Zu U.s Schülern zählen neben seinem Sohn Ernst u. a. der spätere Nobelpreisträger Robert Barany (1876–1936), Gustav Bondy (1870–1954), Erich Ruttin (1880–1940) und Emil Fröschels (1884–1972).

  • Auszeichnungen

    A HR (1913).

  • Werke

    W Über d. Bougierung d. Ohrtrompete b. chron. Erkrankungen d. Mittelohres, insbes. b. chron. Mittelohrkatarrh, in: Wiener Med. Presse 24, 1883 (Separatabdr.);
    Über subjektive Hörerscheinungen u. subjektive opt. Anschauungsbilder, 1908.

  • Literatur

    L O. Piffl, in: Archiv f. Ohren-, Nasen- u. Kehlkopfheilkde. 108, 1921, S. V–VIII;
    H. Neumann, in: Mschr. f. Ohrenheilkde. u. Laryngo-Rhinol. 55, 1921, S. 837–42;
    W. John, Personalbibliogrr. v. Professoren u. Dozenten d. Physiol., Psychiatrie u. Ohrenheilkde. an d. Med. Fak. d. Univ. Wien im ungefähren Zeitraum v. 1790–1878, Diss. Erlangen-Nürnberg 1971, S. 225–40;
    Pagel (P); Fischer.

  • Autor/in

    Albert Mudry
  • Empfohlene Zitierweise

    Mudry, Albert, "Urbantschitsch, Viktor" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 664 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117680680.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA