Lebensdaten
1706 bis 1775
Geburtsort
Königsberg (Preußen)
Sterbeort
Königsberg (Preußen)
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Geistlicher
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 129625760 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Arnoldt, Daniel Heinrich

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Zitierweise

Arnoldt, Daniel Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129625760.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Friedrich Arnoldt (1673–1720), Kaufmann aus Königsberg, aus ursprünglich schlesischer Beamtenfamilie;
    M Louise Krehoff (1683–1768), aus Kaufmanns- und Ratsfamilie;
    1) Königsberg 10.8.1733 Marie Juliane (1717–36), T des Kaufmanns Georg Rogall, ebenda, 2) ebenda 13.7.1737, Louise (1716–38), T des Kammerverwalters Jakob Lazarovius, ebenda, 3) 3.1.1739 Marie Charlotte, T des Theologieprofessor David Vogel; 5 K, u. a. Anna Louise, ( 1) Daniel Henrich Conradi, Hofrat in Königsberg).

  • Leben

    A. studierte in Königsberg (1721) und in Halle (seit 1724); am 25.10.1728 schloß er in Halle die Studienzeit mit dem Magisterexamen ab. Er war Pietist, aber er nahm auch die Anregungen des Rationalismus auf. In Königsberg stand er bald in dem Kreis der Männer um F. A. Schultz, der pietistische mit rationalen Motiven beispielhaft vereinte, unter starkem Hervortreten des Pietismus freilich. A. wurde 1729 Professor der Philosophie, 1733 Professor der Theologie, später auch Oberhofprediger. Er hat eine große literarische Tätigkeit entfaltet, wobei seine theologische wie philosophische Arbeit weniger bedeutsam ist. Desto mehr ist auch noch heute sein historisches Schrifttum wichtig, vor allem seine Historie der Königsberger Universität (zwei Teile, 1746, Zusätze 1756 und 1769); wichtig sind die reichlich beigegebenen Dokumente. Bemerkenswert ist ferner sein Kirchenrecht des Königreichs Preußen (1771) wie auch die kurzgefaßte Geschichte des Königreichs Preußen (1769). In beiden Büchern handelt es sich um die ostpreußische Geschichte.

  • Werke

    s. Jöcher-Adelung I, 1784, Sp. 1120 f.

  • Literatur

    ADB I;
    G. C. Pisanski, Entwurf einer preuß. Lit.gesch., hrsg. v. R. Philippi, 1886;
    G. v. Selle, Gesch. d. Albertus-Univ. z. Königsberg i. Pr., 1944.

  • Portraits

    Kupf. v. Schleuen (Berlin, Preuß. Staatsbibl.).

  • Autor/in

    Götz von Selle
  • Empfohlene Zitierweise

    Selle, Goetz von, "Arnoldt, Daniel Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 392 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129625760.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Arnoldt: Daniel Heinrich A., evangelischer Geistlicher und gelehrter Theolog, geb. 7. Dec. 1706 zu Königsberg in Preußen, ebendaselbst 30. Juli 1775. Seine Bildung empfing er auf den Schulen seiner Vaterstadt, der dortigen Universität und der von Halle. Hier eignete er sich die damals herrschende Wolfische Philosophie an, wie sie mit der protestantischen Scholastik unter dem Einfluß des späteren Pietismus einen engen Bund geschlossen hatte und lange Zeit hindurch auf fast allen Lehrkanzeln der deutschen Universitäten herrschte. Baumgarten, Breithaupt, Rambach, Anton. Francke u. A. waren seine Vorbilder, und durch A. geschah es vornehmlich, daß diese Wolfische sogenannte demonstrative Methode auch nach Königsberg verpflanzt wurde. Seine Neigung und Begabung führte ihn mehr auf die gelehrte als praktische Seite der theologischen Laufbahn, doch ward er durch die Umstände frühzeitig genöthigt, auch der letzteren seine Kräfte zuzuwenden. Sein Hauptgönner in Königsberg war der einflußreiche vom Könige Friedrich Wilhelm I. besonders hochgeschätzte Professor und Pfarrer Franz Albert Schultz. Durch ihn wurde A., nachdem er in Halle sich den Grad eines Magister erworben hatte, und schon 1729 außerordentlicher Professor der praktischen Philosophie in Königsberg geworden war, im J. 1732 Consistorialrath und Doctor der Theologie, 1733 außerordentlicher Professor der Theologie und Pfarr-Adjunct bei der Altstädtischen Kirche, 1734 ordentlicher Professor der Theologie und zweiter königl. Hosprediger an der Schloßkirche, rückte dann 1770 in die Adjunctur und 1772 in die wirkliche Oberhofpredigerstelle, in welcher Stellung er starb. Seine Predigergaben waren mäßig, daher er gegen seinen berühmten Amtscollegen Quandt sehr zurückstand. Nichts desto weniger war er bei Studenten und Collegen beliebt, und wegen seiner Gelehrsamkeit und braven Charakters geachtet. Auch wird ihm Witz und heitere Laune nachgerühmt. Seine zahlreichen Schriften (vgl. Meusel, Ler.), sind meistens Gelegenheitsschriften, und ohne höheren wissenschaftlichen Werth, wenn auch einige davon noch jetzt brauchbar sind. Dies sind nämlich folgende: „Ausführliche und mit Urkunden versehene Historie der Königsbergischen Universität.“ I. Theil 1743. II. Theil 1746. Zusätze 1756. Fortgesetzte Zusätze 1768. „Kurzgefaßte Kirchengeschichte des Königreichs Preußen.“ 1768. „Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern.“ Herausgegeben von Fr. W. Benefeldt. 1777. Dies letzte mit außerordentlichem Fleiße erst nach dem Tode Arnoldt's herausgegebene Werk ist eine Hauptquelle für die Specialkirchengeschichte Ostpreußens. Als Zeugniß von der geschmacklosen Art, die Wolfische Philosophie anzuwenden, kann noch sein „Versuch einer nach demonstrativer Lehrart entworfenen Anleitung zur Poesie der Teutschen“ 1740, angeführt werden.

    • Literatur

      Borowski in den Annalen des Königreichs Preußen, herausgegeben von L. v. Baczko. Königsberg 1793. II. Quartal S. 45—73.

  • Autor/in

    Erbkam.
  • Empfohlene Zitierweise

    Erbkam, Wilhelm Heinrich, "Arnoldt, Daniel Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 596 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129625760.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA