Lebensdaten
1842 – 1911
Geburtsort
Wertheim (Baden)
Sterbeort
während einer Reise nach Helgoland (Deutschland)
Beruf/Funktion
Brauereibesitzer ; Unternehmer ; Buchhalter
Konfession
-
Normdaten
GND: 1143984595 | OGND | VIAF: 736151051976133530005
Namensvarianten
  • Uihlein, Georg Karl August
  • Uihlein, August
  • Uihlein, Georg Karl August
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Zitierweise

Uihlein, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1143984595.html [08.08.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Josef Benedikt Ühlein (1813–74), Gastwirt, Hotelbes., Stadtrat in W., S d. Josef (1774–1834), aus Trennfurt b. Klingenberg/Main, u. d. Anna Maria Wengerter (1776–1839), aus Röllfeld/Main;
    M Katherina (1820–67), zuletzt in Miltenberg/Main, T d. Georg Krug, emigrierte 1850 n. M., u. d. Anna Marie Ludwig;
    Om August Krug (1815–56, ⚭ Anna Maria Weismann, 2] Joseph Schlitz, s. u.), aus Miltenberg, Bes. d. August Krug Brewery in M.;
    6 B u. a. Henry (1844–1922, ⚭ Helene Augustine Kreutzer, 1849–1921, aus Bonn), Brauer, Präs. d. Joseph Schlitz Brewing Company in M., Edward G. (1845–1921, ⚭ Augusta Manns, * 1875 aus Chicago, Illinois), Brauer, Vizepräs. d. Joseph Schlitz Brewing Company, Charles M. (Karl, Carl) (1847–1915, ⚭ Emma Manns, 1858–1946), Alfred E. (1852–1935. ⚭ Anna Pilger, 1854–1933), Brauer, Präs. d. Joseph Schlitz Brewing Company, Gustav (George C.) (1854–70), William J. (1859–1932, ⚭ Elizabeth Rather, 1865–1965), 2 Schw Anna (1850–1932, ⚭ Hermann Grohmann, 1846–1909), Laura (1857–1943, ⚭ Charles Werdehoff, * 1849, S d. Heinrich Werdehoff, s. u.); – Milwaukee 1872 Emily Werdehoff (1851–1910), T d. Heinrich (Henry) Werdehoff u. d. Charlotte Juergens;
    3 S Joseph Edgar (1875–1968, ⚭ Ilma Louise Vogel, 1983), Robert A. (1883–1959, ⚭ Mary Stevens Ilsley, 1894–1913), Erwin (Ike) C. (1886–1968), 5 T (2 früh †) Ida Charlot (1874–1968, Frederick August Pabst, 1869–1958), Paula (1877–1968), Thekla (1879–1947, ⚭ William Charles Frederick Brumder, * 1868); Verwandter Joseph Schlitz (1831–75, 1858 Anna Maria Weismann, 1819–87, Wwe d. August Krug, s. o.), Buchhalter d. August Krug Brewery, seit 1856 deren Bes., änderte d. Fa. zu Joseph Schlitz Brewing Company, Brauereiuntern. in M. (s. BJ XI, Tl.; L).

  • Biographie

    U. wanderte 1850 mit seinem Großvater Georg Krug nach Milwaukee aus. Er besuchte dort die 1853 gegründete „German-English Academy“ und studierte 1855–57 an der St. Louis Univ. 1858 trat er als Buchhalter in die „Joseph Schlitz Chesnut Brewery“ in Milwaukee ein, war 1860–67 Buchhalter und Betriebsleiter in der „Joseph Uhrig Brewing Company“ in St. Louis und seit 1867 wieder Buchhalter bei Joseph Schlitz (1831–75). Dieser bestimmte U. testamentarisch zu seinem Nachfolger in dem inzwischen stark vergrößerten Unternehmen. U. leitete nach Schlitz’|Tod mit seinen Brüdern Henry, Alfred und Edward die Brauerei, nach dem Tod der Witwe Schlitz’ wurde U. 1880 Vorstandsvorsitzender der „Joseph Schlitz Brewing Co.“. Diese Position behielt er bis zu seinem Tod.

    Die Brüder bauten bis 1895 Schlitz zur drittgrößten Brauerei in den USA aus, 1902 war das Unternehmen die größte Brauerei der Welt. U. war daneben in anderen Geschäftszweigen (u. a. Banken u. Immobilien) tätig.

    U. besaß ein großes Gestüt in Truesdell bei Kenosha und hatte Erfolge im Pferderennsport. Als Mäzen unterstützte er zahlreiche Institutionen in Milwaukee, wie die „German-English Academy“, die „Milwaukee Public Library“ und die „Milwaukee School of Engineering“, während andere Einrichtungen wie Hotels, Clubs und Biergärten eng mit seinem Namen (Uihlein Hall) oder dem der Brauerei verbunden waren, wie die Schlitz Tivoli Gardens, Schlitz Hotel & Palm Garden, Schlitz Park. U. hielt Verbindung zu seinen Verwandten in Deutschland. Während eines Aufenthalts dort verstarb er.

    Die Brauerei blieb jahrzehntelang in Händen der Familie Uihlein. Mit Einführung der Prohibition 1919 mußte die Brauerei ihre Produktion auf nichtalkoholische Getränke umstellen und geriet dadurch in beträchtliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. Mit dem Ende der Prohibition 1933 stieg die Bierproduktion enorm an. Die Firma wurde unter Führung von U.s jüngstem Sohn modernisiert und expandierte bis Mitte der 1950er Jahre zur größten Brauerei der USA, gab diesen Rang aber in den folgenden Jahren an „Anheuser-Busch“ in St. Louis ab. 1961 wurden erstmalig Aktien an familienfremde Personen ausgegeben, 1982 wurde die Firma an die „Stroh Brewing Company“, später an die „Pabst Brewing Company“ verkauft. Anfang der 1990er Jahre wurde die Bierproduktion im alten Werk eingestellt.

  • Literatur

    L One hundred years of brewing, A complete hist. of the progress made in the art, science and industry of brewing in the world, particularly during the nineteenth century, 1903;
    H. R. Austin, The Milwaukee story, 1946;
    D. L. Agnew u. a., Dict. of Wisconsin Biogr., 1960;
    S. Baron, Brewed in America, 1962;
    G. Korman, Industrialization, immigrants and Americanizers, The view from Milwaukee 1866–1921, 1967;
    R. W. Wells, This is Milwaukee, 1970;
    ders., The U.s of Milwaukee, in: Milwaukee Journ. v. 23. 4. 1972;
    ders., The Milwaukee Journ., An Informal Chronicle of its First 100 Years, 1981;
    W. Anderson, The Beer Book, An Illustrated Guide to American Breweriana, 1973;
    W. Kroll, Badger Breweries, Past and Present, 1976;
    G. J. Lankevich, Milwaukee, A Chronological and Documentary Hist. 1673–1977, 1977;
    J. Apps, Breweries of Wisconsin, 1992;
    D. P. Van Wieren u. D. Bull, American Breweries II, 1995;
    H. Schmahl, Rheinhess. Brauer in Milwaukee, in: Verpflanzt, aber nicht entwurzelt, Die Auswanderung aus Hessen-Darmstadt (Prov. Rheinhessen) n. Wisconsin im 19. Jh., 2000 (auch zu Joseph Schlitz); – Internet:
    Mus. of Beer & Brewing, Milwaukee

  • Autor/in

    Hartmut Keil
  • Zitierweise

    Keil, Hartmut, "Uihlein, August" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 555-556 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1143984595.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA