Lebensdaten
1855 bis 1941
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer Finanzminister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 127583386 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Engel von Mainfelden, August Ritter (1875-1910)
  • Engel, August (bis 1875)
  • Engel von Mainfelden, August Freiherr
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Zitierweise

Engel von Mainfelden, August Freiherr, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd127583386.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Anton Rr. E. (seit 1875, 1806-87), Bankier, Großhändler u. Generalrat der Österr.-Ungarischen Bank, S des Müllers Gg. E. in Hofheim/Taunus u. der Försterstochter Maria Anna Wohmann;
    M Luise (1824–89), T des Kleidermachers Josef Haider; ledig.

  • Leben

    Engel von Mainfelden studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Wien (1879 Dr. iur.). 1878 wurde er Konzipient in der Finanz-Prokuratur Wien und 1883 im Finanzministerium (1898 Ministerialrat, 1905 Sektionschef). Engel von Mainfelden war infolge seiner ungewöhnlichen juristisch-administrativen Begabung und eminenten Arbeitskraft seit Beginn des Jahrhunderts nicht nur der rangälteste, sondern auch der bestbeschriebene Beamte des Ministeriums, der als Hort der Ordnung galt und seinem Amt seine Züge aufzuprägen verstand: er war in Kredit- und Budgetsachen eine anerkannte, wenn auch wegen ihrer Strenge und Sparsamkeit gefürchtete Kapazität („Würge-Engel“). An der Schaffung einer eigenen Budgetsektion im Finanzministerium maßgeblich beteiligt, war er jahrelang Budgetreferent und Vertreter des Leiters der Budgetsektion, an deren Spitze er dann berufen wurde, wobei er immer auf die kulturellen und wirtschaftlichen Bedürfnisse der Monarchie Bedacht nahm. Der auch bei parlamentarischen Beratungen stets energisch auftretende Mann, der 5 Sprachen beherrschte, wurde 1913 mit der Vertretung des erkrankten Finanzministers W. von Zaleski, am 21.10.1914 mit der Leitung des Ministeriums betraut und im folgenden Jahr selbst Finanzminister im Kabinett Stürgkh. Als einer der damals seltenen Fachminister bereitete er die finanziellen Leistungen der Monarchie während des Krieges zur Sicherstellung des Geldbedarfes der Staatsverwaltungen vor, indem er in den ersten Monaten nach Erlassung eines weitgehenden Moratoriums die Notenbank durch Änderung ihres Statuts für die Geldbeschaffung in Anspruch nahm, aber erst Ende 1914 mit der Ausgabe von Kriegsanleihen begann. Dazu kamen Darlehen Deutschlands, Steuererhöhungen, die Schaffung von Kriegsgewinnsteuern und kleinere Kreditoperationen, so daß der Staatskredit zunächst erhalten blieb. Nach seinem vor allem durch Differenzen mit ungarischen militärischen und österreichischen parlamentarischen Kreisen herbeigeführten Rücktritt am 30.11.1915 wurde er in das österreichische Herrenhaus berufen.

  • Werke

    Betrachtungen üb. d. staatsfinanziellen Wiederaufbau Österreichs, in: Flugschrr. f. Österreich-Ungarns Erwachen 23/24, 1917.

  • Literatur

    A. Popovics, Das Geldwesen im Kriege, 1925, = Wirtsch.- u. Sozialgesch. d. Weltkrieges, österr.-ungar. Serie; A. Spitzmüller, „… Und hat auch Ursach es zu lieben“, 1955; ÖBL (L).

  • Autor/in

    Hanns Leo Mikoletzky
  • Empfohlene Zitierweise

    Mikoletzky, Hanns Leo, "Engel von Mainfelden, August Freiherr" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 507 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd127583386.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA