Lebensdaten
um 1450 oder 1460 - nach 1499
Sterbeort
Wasserburg/Inn
Beruf/Funktion
Apotheker ; Wundarzt
Konfession
-
Normdaten
GND: 100963315 | OGND | VIAF: 12661537
Namensvarianten
  • Thomas von Wasserburg
  • Thomas, von Wasserburg
  • Wasserburg, Thomas von

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Zitierweise

Thomas von Wasserburg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100963315.html [03.08.2021].

CC0

  • Leben

    Der wundärztlich tätige Apotheker T. lebte in Wasserburg/Inn (nicht Wasserburg/Bodensee) und war noch 1499 tätig. Die Verbreitung seiner Rezepte und Kurztraktate, die sich Hans Seyff (um 1435-n. 1518) ebenso wie Johannes Stocker (1453/55–1513) notierten, und der Besitz einer Abschrift der „bewerten stugk“ (gemeint sind erprobte Arzneimittel) des Klaus von Matrei (um 1440-n. 1488) legen nahe, ihn mit dem bayer. bzw. Tiroler Hof in Verbindung zu bringen. Seine Identität mit dem 1477 vom Innsbrucker Hof besoldeten „Meister Thoman von der Vogelweid“ wurde erwogen, ist aber nicht gesichert.

    Die Thematik der unter T.s Namen überlieferten Kleinschriften reicht von der Traumatologie (Ätzmittel, Wundsalbe) über die Gastroenterologie (Ks. Karls Latwerge) bis zum pharmazeutischen Verfahren der „digestio“; seine Arbeiten zur pharmazeutischen Technologie (von meister T. v. W. gearbeidt) wurden ergänzt durch alchemische Experimente, die sein Ansehen in Alchemistenkreisen begründeten und den Apotheker als Autorität für iatrochemische Referenzwerbung geeignet machten: Der „Pars-cum-parte“-Text zum (pseudo)paracelsischen „Manuale“ (Straßburg 1605, 1618) ist pseudepigraphisch unter die Verfasserschaft des „Magister Thomas“ gestellt, und Andreas Libavius (n. 1555–1616) bezeichnet T. als „Lehrmeister Paracelsi“.

  • Literatur

    L G. Eis, T. v. W., Ein dt. med. Schriftst. d. 15. Jh., in: Med. Mschr. 2, 1948, S. 260ab;
    W. Lindner, Claus v. Metry u. T. v. W., ebd. 10, 1956, S. 814a–816b;
    J. Telle, Textnachweise z. d. spätma. Fachautoren Jakob v. Stockstall, Georg Tannstetter, Paulus Ricius u. T. v. W., ebd. 26, 1972, S. 564a-71b, hier S. 569 ff.;
    ders., Manuscripta medica d. Slg. Mellon, in: Sudhoffs Archiv 65, 1981, S. 77–96, hier S. 87, Anm. 31;
    A. Knapp, T. v. W., Ein oberdt. Wundarzt u. Apotheker d. 15. Jh., Diss. München 1954;
    R. Klemmt, Zwei neu aufgefundene Rezepte d. ma. Wundarztes T. v. W., in: Neuphilol. Mitt. 66, 1965, S. 313–21;
    P. Assion, Altdt. Fachlit., 1973, S. 23 f., 145, 212;
    ders., Der Hof Hzg. Siegmunds v. Tirol als Zentrum spätma. Fachlit., in: G. Keil (Hg.), Fachprosa-Stud., 1972, S. 37–75, hier S. 69 f.;
    M. Gröber, Das wundärztl. Manual d. Meisters Hans Seyff v. Göppingen (ca. 1440–1518), 1998, S. 14 f., 359 u. 453 f.;
    B. D. Haage u. a., Dt. Fachlit. d. Artes in MA u. Früher Neuzeit, 2007, S. 207;
    G. Keil, Die dt. Isaak-Judäus-Rezeption v. 13.–15. Jh., in: Fachprosaforsch., Grenzüberschreitungen 10, 2014, hier S. 251 mit Anm. 224;
    LexMA;
    Dt. Apotheker-Biogr., Erg.bd. II; Vf.-Lex. MA2

  • Autor/in

    Gundolf Keil
  • Empfohlene Zitierweise

    Keil, Gundolf, "Thomas von Wasserburg" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 182 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100963315.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA