Lebensdaten
1849 - 1919
Geburtsort
Münster (Westfalen)
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Verleger ; Buchhändler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 1073359131 | OGND | VIAF: 316514217
Namensvarianten
  • Theissing, Johannes Heinrich Franziskus
  • Theissing, Heinrich
  • Theissing, Johannes Heinrich Franziskus

Literatur(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Theissing, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1073359131.html [14.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Conrad (1798–1873), Verl., Buchhändler, übernahm 1826 d. väterl. Verlagshandlung in M., S d. Friedrich Christian (1759–1845), Verl., Buchhändler in M., gründete 1786 d. „Theissing’sche Verlagshandlung“ in M., u. d. Antonetta Westendorff (1767–1847);
    M Elisabeth Christina (1811–87), T d. Ferdinand Norbert Rintel(e)n (1783–1822), Schönfärber in Paderborn, u. d. Maria Theresia Gabriel (1788–1864);
    10 Geschw u. a. B Sigismund (1841–1923), Bernhard (1843–1918), beide Verl., Buchhändler in M., Hermann (* 1849); – ledig.

  • Leben

    T., der aus einer bekannten Buchhändler- und Verlegerfamilie stammte, durchlief seine Ausbildung im väterlichen Geschäft. Danach war er mehrere Jahre in der Kölner Buchhandlung J. & W. Boisserée tätig; dies wohl auf Vermittlung von deren Geschäftsführer Franz Theodor Helmken, der seine Ausbildung bei T.s Vater absolviert hatte. 1875 übernahm T. die 1873 in Köln gegründete „Görresvereinsbuchhandlung Baudri & Wolff“ und führte sie unter dem Namen „Heinrich Theissing, Görresvereinsbuchhandlung“ weiter. 1877 gliederte er seinem Buch- und Kunsthandel durch den Erwerb der Kölner Firma der Witwe Franz Kellerhovens (1814–72) eine Druckerei an. 1881 löste sich T. vom Görres-Verein.

    T.s Verlagsprogramm umfaßte hauptsächlich populäres kath. Schrifttum: Erzählungen, Schul- und Gesangbücher, Kalender und Bistumsblätter. Eine wichtige Rolle kam v. a. den regionalen Zeitungen und Zeitschriften für eine vorwiegend kath. Klientel zu, für die T. oft selbst als Redakteur verantwortlich zeichnete. Im Zentrum stand dabei der seit 1877 bei T. herausgegebene „Rheinische Merkur“, dessen Auflage beständig anstieg (1886: 7800; 1892: 11 600; 1912: 36 000). Hier erschienen eine Reihe von Beilagen, wie z. B. das „Rheinische Sonntagsblatt für das katholische Volk“ und „Im Familienkreise“. Weitere Periodika aus T.s Verlag waren etwa der „Siegbote“, „Feierstunden im häuslichen Kreise“, „Der Kölner Bote“, „Der kleine Kölner hinkende Bote“ und seit 1894 die von Adolph Kolping gegründeten „Rheinischen Volksblätter“.

    Zwischen 1883 und 1889 veröffentlichte Karl May (1842–1912) eine Reihe von Beiträgen in den „Feierstunden im häuslichen Kreise“ und „Im Familienkreise“. Damit spielte T.s Verlag für May in diesen Jahren eine bedeutende Rolle: Um sich für weitere Veröffentlichungen bei T. zu empfehlen, verlegte sich|May auf eine starke Betonung christl. und kath. Bilder und Themen.

    Der Beginn von T.s Wirken fällt in die Zeit des Kulturkampfes, als die kath. Publizistik versuchte, das Bedürfnis nach kollektiv-kath. Affirmation durch gesteigerte Produktion zu bedienen. Geprägt durch seinen familiären Hintergrund sowie durch das Geschäft seines Vaters und die Buchhandlung von J. & W. Boisserée, die sich hauptsächlich mit konfessionellem, kath. Schrifttum beschäftigt hatten, behielt T. diese Ausrichtung bei seinem Schritt in die Selbständigkeit bei. Die von ihm 1875 übernommene Buchhandlung war dem Kölner Görres-Verein (gegründet 1871) angeschlossen, der sich der Eindämmung des „schlechten Einflusses“ der bestehenden periodischen Presse und der Massenverbreitung guter, d. h. kath., Volksschriften in der Erzdiözese Köln verschrieben hatte. Der Titel „Rheinischer Merkur“ für T.s bedeutendste Zeitung kann in diesem Zusammenhang als Hommage an Joseph Görres (1776–1848) verstanden werden. T. wurde in den 45 Jahren seines Schaffens ein wichtiger Verleger populären kath. Schrifttums im Rheinland. Nach seinem Tod geriet die Firma 1920 in Konkurs und ging an den Verlag der St.-Joseph-Vereins GmbH über.

  • Auszeichnungen

    A Verleger d. Apostol. Stuhles (1899).

  • Literatur

    L H. Thiekötter, Verlag u. Buchhandlung T., Ein Btr. z. Gesch. d. Buchdrucks in d. westfäl. Metropole, in: Auf Roter Erde, 21. Jg., 1965, Nr. 75, S. 1 f.;
    Gesammt-Verlags-Kat. d. Dt. Buchhandels, VI., 1882, Sp. 595;
    Gesammt-Verlags-Kat. d. Dt. Buchhandels, XVI. Ergg., 1892, Sp. 1299 f.;
    Allg. Adreßbuch f. d. dt. Buchhandel (…), 1875–1888;
    Adreßbuch d. dt. Buchhandels, 1889–1921;
    A. Graf, Der Verlag v. H. T., Karl May u. d. kath. Publizistik, in: Jb. d. KarlMay-Ges. 1995, S. 93–118 (P); G. Jäger, Gesch. d. dt. Buchhandels im 19. u. 20. Jh., Bd. 1/2: Das Ks.reich 1870–1918, 2003

  • Autor/in

    Jürgen Kühnert
  • Empfohlene Zitierweise

    Kühnert, Jürgen, "Theissing, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 91-92 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1073359131.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA