Lebensdaten
gestorben um 790
Beruf/Funktion
Magistra in Ochsenfurt und Kitzingen
Konfession
-
Normdaten
GND: 137993528 | OGND | VIAF: 288151246509744130170
Namensvarianten
  • Tecla
  • Thekla
  • Tecla
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Orte

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Zitierweise

Thekla, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137993528.html [19.06.2021].

CC0

  • Leben

    T. war, wie die Vita Leobae um 836 berichtet, eine Verwandte und Schülerin der hl. Lioba. Eine eigenständige Vita hat T. nicht erhalten; die älteste Quelle, die über sie berichtet, ist ein Brief, den der hl. Bonifatius in den Jahren 742–46 an sie und Lioba gemeinsam richtete – mit der Bitte um Unterstützung im Gebet.

    Nach der Vita Leobae lebte T. einige Zeit in Tauberbischofsheim. Zwei spätere Quellen aus dem 11. Jh. liefern dann zusätzliche Informationen: Die 1062–66 von Otloh von St. Emmeram verfaßte Vita Bonifatii beschreibt, daß T. von Bonifatius in die am Main gelegenen Klöster „Kizzingun et Ohsnofurt“ geschickt wurde. Auf eine Gründungstätigkeit kann man daraus nicht schließen – zumal für Kitzingen die Gründung durch die Adelige Hadeloga definitiv bezeugt ist. Eine nähere Amtsangabe fehlt, doch könnte der für gebildete angelsächs. Missionarinnen benutzte Titel „Magistra“ auch für T. verwendet worden sein. Als Verantwortliche für religiöse Zucht wird T. auch in der Vita Quarta Bonifatii (um 1000, Hs. 13. Jh.) bezeichnet, da sie es gewesen sei, die Licht in den dunklen Ort Kitzingen gebracht habe. Offensichtlich war sie nicht die Vorsteherin, da sie in keiner der (spät überlieferten) Äbtissinnenlisten enthalten ist, auch ihr Todestag ist nicht bekannt.

    Der Versuch, die Tauberbischofsheimer T. (d. J.) von der Kitzinger bzw. Ochsenfurter T. (d. Ä.) zu unterscheiden, kann nicht ganz überzeugen, da in allen Quellen Lioba und T. als gleichzeitig handelnde Personen im Umkreis des Bonifatius präsentiert werden. Sicher zu unterscheiden ist T. von der angeblichen Paulusschülerin T. von Iconicum, die am 23. Sept. in den Kalendarien erscheint. Die fränk.-angelsächs. T. wird besonders in Kitzingen verehrt.

  • Quellen

    Qu Bonifatii et Lulli Epistolae, MGH Epistolae Selectae 1, 1916, S. 139 f., Nr. 67 (742–746); Vita Leobae, ed. in: MGH SS 15, S. 122, 128; Vita Quarta Bonifatii, ed. in: MGH SS rer. Germ. [57], S. 95; Vita Bonifatii auctore Otloho, ed. ebd., S. 138.

  • Literatur

    L J. M. Cruz-Salvadores, Saint Thecla of Kitzingen, A Commentary on the Attributes ascribed to her by the Bibliotheca Sanctorum, in: Würzburger Diözesangesch.bll. 45, 1983, S. 29 f.;
    H. Wagner, Die Äbtissinnen d. Klosters Kitzingen, ebd. 64, 2002, S. 9–76;
    W. Störmer, Entwicklungstendenzen in d. ostfränk. Klosterlandschaft d. Karolingerzeit, in: Mönchtum – Kirche – Herrschaft 750–1000, hg. v. D. R. Bauer u. a., 1998, S. 77–97, erneut in: ders., Ma. Klöster u. Stifte in Bayern u. Franken, hg. v. E. Lukas-Götz u. a., 2008, S. 159–84;
    K. Borchardt, Ochsenfurt, in: Germania Benedictina II/2: Bayern, 2014, S. 1535 f.; BBKL 16 (fehlerhaft).

  • Autor/in

    Helmut Flachenecker
  • Empfohlene Zitierweise

    Flachenecker, Helmut, "Thekla" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 92 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137993528.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA