Lebensdaten
1927 bis 1993
Geburtsort
Rittersdorf (Eifel)
Sterbeort
Koblenz
Beruf/Funktion
Rechtsanwalt ; Verleger ; Medienunternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 1079180788 | OGND | VIAF: 43179883
Namensvarianten
  • Theisen, Aloysius Werner
  • Theisen, Werner
  • Theisen, Aloysius Werner

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Zitierweise

Theisen, Werner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1079180788.html [26.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob (* 1889), Volksschullehrer;
    M Maria Katharina Kiefer (* 1894);
    2 B Klaus, Med., Otto (1924–2005), RA., Pol., 1971–79 Justizmin. v. RheinlandPfalz, JR (s. Munzinger);
    1956 Anneliese (* 1933), Erbin d. väterl. Anteils am „MittelrheinVerlag“, T d. Michael Weber (1903–56), Journ., Verl., Red.leiter d. „Trier. Volksfreunds“, mit Walterpeter Twer 1948–56 Mitgeschäftsführer d. „Mittelrhein-Verlags“ in K.;
    2 S Burkhard (* 1959), Olaf (* 1963), RA, Verl., 1 T Ruth (* 1958).

  • Leben

    Nach der Volksschule besuchte T. 1938–47 das Gymnasium Bitburg. Im Anschluß an das Abitur 1947 studierte er Rechtswissenschaft an den Universitäten Mainz und Bonn und legte 1951 sein erstes Staatsexamen in Köln ab. 1951–55 folgte ein Rechtsreferendariat am Landgericht Trier und beim Oberlandesgericht Koblenz. Nach der zweiten Staatsprüfung 1955 arbeitete T. wenige Monate in der Personalabteilung des neugegründeten Bundesministeriums der Verteidigung in Bonn, bevor er seine berufliche Tätigkeit als Rechtsanwalt in Prüm –1956–58 in einer eigenen Kanzlei – fortsetzte. 1980 wurde T. bei dem Presserechtler Martin Löffler (1905–87) an der Univ. Mainz mit einer Arbeit über „Verfassungs-Forderungen an Privatrundfunk-Normen dargestellt am Beispiel des Gesetzes über die Veranstaltung von Rundfunksendungen im Saarland“ zum Dr. iur. promoviert; bis zu seinem Tod war er langjähriges Mitglied des nach seinem Gründer benannten „Löffler-Kreises“, der sich im Rahmen regelmäßiger Tagungen mit Grundfragen des Presserechts und der Pressefreiheit auseinandersetzte.

    1974 wechselte T. in die Geschäftsführung des „Mittelrhein-Verlags“ in Koblenz, der zu einem Drittel seiner Ehefrau gehörte, und seit 1946 mit der „Rhein-Zeitung“ die führende Regionalzeitung für das nördliche Rheinland-Pfalz produziert. T. war bestrebt, die Geschäftsbasis des Tageszeitungsverlags in den Bereichen Privatrundfunk, privates Fernsehen und Fachinformation zu erweitern, was zu Konflikten mit den Miteigentümern des Unternehmens führte. Nach heftigen Auseinandersetzungen der Gesellschafterfamilien über den weiteren Kurs des Unternehmens schied T. 1986 aus der Geschäftsführung des „Mittelrhein-Verlags“ aus. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits an anderen Medienunternehmen beteiligt. 1977 kaufte er das traditionsreiche Limburger Unternehmen „P. P. Cahensly“, das 25 % Anteile an der „Limburger Vereinsdruckerei“ hielt. 1978 hatte T. für den „Mittelrhein-Verlag“ 17,5 % der Anteile des in Landsberg/Lech und München ansässigen Verlags „Moderne Industrie“ erworben und wurde Mitglied des Aufsichtsrats. 1983 übernahm er 82,5% des Unternehmens und den Vorsitz des Aufsichtsrats. Durch die Publikation von Periodika, wie dem „Industriemagazin“, technischen Fach- und Special-Interest-Zeitschriften sowie Managementliteratur verdoppelten sich die Umsatzzahlen des Verlags „Moderne Industrie“ in der Zeit von 1983 bis 1989. 1985 kamen der Buchverlag „Bonn aktuell“ und 1987 der „Günter Olzog Verlag“ in München hinzu. Zur mittelständischen T.-Gruppe, die 1990 zu den 15 größten Medienunternehmen Deutschlands zählte, gehörten weiterhin die „Vereinigten Fachverlage“ in Mainz und der „Verlag für Wirtschaft und Technik Meynen“ in Wiesbaden.

    Neben seiner anwaltlichen und verlegerischen Tätigkeit zeichnete sich T. durch ein langjähriges politisches und gesellschaftliches Engagement aus. 1960–69 saß er für die CDU im Koblenzer Stadtrat. Von 1969 bis zu seinem Tod war T., der selbst Violine spielte, ehrenamtlicher Intendant des 1808 als öffentliche Stiftung gegründeten Musik-Instituts Koblenz. Anläßlich seines 60. Geburtstags verpflichtete er sich, den Wiederaufbau des im 2. Weltkrieg zerstörten Reiterstandbilds Ks. Wilhelms I. am Dt. Eck in Koblenz zu finanzieren. Nach langwierigen politischen und öffentlichen Auseinandersetzungen in Rheinland-Pfalz konnte das zunächst umstrittene Reiterdenkmal kurz nach T.s Tod 1993 eingeweiht werden.

  • Auszeichnungen

    A Peter-Cornelius-Plakette (1978).

  • Literatur

    L H.-J. Jakobs u. U. Müller, Augstein, Springer & Co., Dt. Mediendynastien, 1990, S. 371–94 (P);
    M. Koelges, Chron. d. Wiedererrichtung d. Reiterstandbildes, in: Koblenzer Btrr. z. Gesch. u. Kultur, NF 3, 1993, S. 107–19;
    W. Schütz, in: Koblenzer Köpfe, hg. v. ders., 2 2005, S. 532 f. (P);
    Nachrufe: FAZ v. 7. 5. 1993; Rhein-Ztg. v. 8./9. 5. 1993 (P).

  • Autor/in

    Volker Bendig
  • Empfohlene Zitierweise

    Bendig, Volker, "Theisen, Werner" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 90-91 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1079180788.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA