Lebensdaten
1778 bis 1848
Geburtsort
Solingen
Sterbeort
Koblenz
Beruf/Funktion
Weinhändler ; Sektproduzent
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 1143708431 | OGND | VIAF: 3102151051944433530006
Namensvarianten
  • Tesche, Karl Anton
  • Tesche, Carl Anton

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Zitierweise

Tesche, Karl Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1143708431.html [20.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus seit d. 17. Jh. in S. nachweisbarer Unternehmerfam. (auch Tesch, Tesse), d. als Klingenkaufleute u. Tabakfabrikanten tätig waren (s. ThB);
    V Johann Anton (1743–1800), Kaufm. in S., 1775 Bgm. ebd.;
    M Maria Helena (1741–1802), T d. Johannes Wüsten, kfl. pfälz. KR in S.;
    1805 Marie Françoise (* 1786), aus Malmedy, T d. Jean Nicolas Crépu (1755–1802), Lederfabr. in Malmedy, u. d. Anne Marguerite Gauthoye (* 1749);
    K u. a. T Anne Marie Natalie (* 1806), Emilie (1807–81, Auguste Remy Ruinart de Brimont, 1797–1881, aus Reims, Weinhändler, gründete 1831 in K. e. Niederlassung d. elterl. Kellerei Ruinart Père et Fils); Schwägerin Jeannette Crépu ( Thilmann Josef Nebel); Verwandte Bernhard Nebel (1775–1849), Lederfabr., Kaufm. in Koblenz, S d. Johann Nikolaus Nebel (1752–1829), Johann Friedrich Deinhard (1772–1827, ⚭ Barbara Ludovica Nebel, Schw d. Bernhard Nebel, s. o.), beide Mitbes. d. im Klostergebäude v. St. Thomas eingerichteten Nebel’schen Lederfabrik b. Andernach (s. L).

  • Leben

    T. war um 1800 im Tabakwarenhandel der Kölner Firma Langen, Tesche & Wencelius tätig, gleichzeitig versuchte er sich in Koblenz als Weinhändler zu etablieren. Durch Heirat wurde er Miteigentümer der Lederfabrik Crépu in Malmedy, damit ergaben sich auch eine Verschwägerung und enge wirtschaftliche Beziehung zu dem Koblenzer Kaufmann Bernhard Nebel und zum Weinhändler Johann Friedrich Deinhard; alle drei wurden|Teilhaber der Lederfabrik Crépu. 1807 vereinigte T. seine bescheidene Weinhandlung mit derjenigen Deinhards und firmierte fortan unter „Deinhard & Tesche“. Die Qualität franz. Champagners galt für dt. Winzer als unerreichbar, da die dt. Weine nicht den Anforderungen entsprachen und auch die Herstellungstechniken nicht vollends bekannt waren. T. versuchte viele Jahre, eine eigene Sektproduktion aufzubauen, was ihm gelang, als seine Tochter 1828 Auguste Remy Ruinart aus Reims heiratete. Dieser gründete 1831 eine Niederlassung der elterlichen Kellerei Ruinart Père et Fils in Koblenz, auch Deinhard & Tesche handelten mit Ruinart-Champagner. Durch Experimente mit Rotweinen von der Ahr gelang es T. 1833 erstmals, nennenswerte Mengen moussierender Weine herzustellen und zu vermarkten. T. befaßte sich intensiv mit der Erforschung weinbautechnischer Probleme und experimentierte u. a. mit neuen Keltern in seiner Kellerei. Nach T.s Ausscheiden bei der Firma Deinhard 1834 wurde die Sektproduktion dort weitergeführt.

    T. etablierte die Sektherstellung in Koblenz, womit er gleichzeitig vielen Winzern in einer existenziellen Krise des Weinbaus nach der Gründung des Zollvereins 1834 ein Ausweichen auf die Sektherstellung ermöglichte. Nach 1834 firmierte T.s Unternehmen unter „C. Tesche & Co.“ (seit 1840 Tesche & d’Ester), bereits 1844 wurden mit 25 Mitarbeitern 300 000 Flaschen „Ehrenbreitsteiner Champagner“ hergestellt. T. war 1835 Gründungsmitglied des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen. Neben Deinhard und Nebel war er im Koblenzer Handelsgericht aktiv, 1812 wurde er stellv. Handelsrichter. 1834–47 war er erster Präsident der neugegründeten Handelskammer, was seine zentrale Position innerhalb der Koblenzer Kaufmannschaft zeigt, nicht nur aufgrund seiner unternehmerischen Erfolge, sondern v. a. wegen seines Engagements für die Interessen der Winzer und Weinhändler der Region.

    T. war seit 1817 auch Mitglied des Direktoriums des Pfandhauses und von 1833 bis zu seinem Tod Mitglied des Koblenzer Stadtrats.

  • Auszeichnungen

    A Mitgl. d. Freimaurerloge Koblenz; KR (1840).

  • Literatur

    L W. Treue, Deinhard, Erbe u. Auftrag, hg. z. 175j. Jub. d. Firma Deinhard & Co., 1969;
    H. Prößler, KR K. A. T., in: Landeskundl. Vj.bll. 31, 1985, H. 3, S. 111–20;
    ders., 200 J. Deinhard, 1794–1994, 1994;
    ders., Johann Friedrich Deinhard (1772–1827) u. seine unternehmer. Aktivitäten, in: ZUG 39, 1994, H. 4, S. 244–65.

  • Autor/in

    Jürgen Weise
  • Empfohlene Zitierweise

    Weise, Jürgen, "Tesche, Karl Anton" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 40-41 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1143708431.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA