Zierold, Kurt
- Lebensdaten
- 1899 – 1989
- Geburtsort
- Bromberg (Bydgoszcz, Posen)
- Sterbeort
- Bonn
- Beruf/Funktion
- Jurist ; Vorsitzender der Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht ; Generalsekretär der Deutschen Forschungsgemeinschaft ; Ministerialrat
- Konfession
- evangelisch
- Normdaten
- GND: 116989289 | OGND | VIAF: 22907347
- Namensvarianten
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- Zierold, Kurt
- Zierold, Curt
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Personen in der NDB Genealogie
- Miessner, Herwart
- Mießner, Sonni / verheiratete
- Mießner, Sonni / verheiratete
- Trowitzsch, Joachim
- William, Lisette Clementine Josephine Hedwig / verheiratete
- William, Louis Georg Richard
- Zierold, Carl Louis Hermann
- Zierold, Charlotte Henriette Wilhelmine / verheiratete
- Zierold, Edith / verheiratete
- Zierold, Gudrun / verheiratete
- Zierold, Max
Personen im NDB Artikel
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Zierold, Kurt
| Jurist, Generalsekretär der Deutschen Forschungsgemeinschaft, * 5.2.1899 Bromberg (Bydgoszcz, Posen), † 31.5.1989 Bonn, ⚰ Bonn, Burgfriedhof. (evangelisch)
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Genealogie
V →Max(imilian) (* 1860, ev.), aus Altdamm, Hptm. u. Batteriechef, S d. →Carl Louis Hermann († n. 1898), Hptm., u. d. →Charlotte Henriette Wilhelmine Schmidt;
M →Edith (* 1872, ref.), aus Wollenthin b. Prenzlau, T d. →Louis Georg Richard William († v. 1898), Gutsbes., u. d. →Lisette Clementine Josephine Hedwig Menz († n. 1898);
– ⚭ 1941 →Gudrun (1916–2012), betrieb 1946–53 in Holzminden mit ihrer Schw →Sonni d. Trowitzsch Verlags OHG, e. Buch- u. Zss.verlag f. Gartenbau, T d. →Joachim Trowitzsch (1883–1930), Verl., 1904 Eigentümer d. kgl. Hofbuchdruckerei Trowitzsch &
Sohn in Frankfurt/Oder (s. Das Haus Trowitzsch & Sohn in Berlin, 1911; M. Maushake, Frankfurt an der Oder als Druckerstadt, 1936);
2 T; Schwägerin →Sonni Trowitzsch (1918–1991, ⚭ 1947 – um 1962 →Herwart Karl Erich Robert Mießner, 1911–2002, aus Bromberg), betrieb mit ihrer Schw →Gudrun 1946–53 in Holzminden d. Trowitzsch Verlags OHG, Gymnastiklehrerin, 1956–72 Stadträtin in Hannover (FDP, ab 1970 SPD), Gründerin u. Vors. d. Ges. d. Freunde d. Schauspielhauses ebd., Mitgl. d. Landesvorstands|d. Dt. Frauenrings, stv. Vors. d. Niedersächs. Verbraucherzentrale (s. K. Ehrich, Die Frauen im Rat d. Landeshauptstadt Hannover, 2012). -
Biographie
Z. wuchs in Stettin auf, wo er 1917 am König-Wilhelm-Gymnasium die Reifeprüfung ablegte. Nach kurzem Kriegseinsatz studierte er Rechtswissenschaften in München, Berlin und Greifswald und legte nach der Promotion zum Dr. iur. 1921 in Greifswald die 2. jur. Staatsprüfung in Berlin ab. Seine Laufbahn führte ihn nach Stettin, Koblenz und Mitte der 1920er Jahre in das Preuß. Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung in Berlin, wo er 1937 zum Abteilungsleiter aufstieg und zuständig war für Kunst, Literatur, Film, Rundfunk und Musik in Volksbildung, Erziehung und Wissenschaft sowie für die „Reichsstelle für den Unterrichtsfilm“. Nach internen Querelen wurde er 1937 zum Referenten abgestuft, ohne daß sich sein Tätigkeitsfeld wesentlich änderte. Z. gehörte nicht der NSDAP an, aber seit 1934 dem Reichsbund der Dt. Beamten.
Nach Kriegsende wechselte Z. in die Hochschulabteilung des niedersächs. Kultusministeriums, vermutlich berufen von →Adolf Grimme (1889–1963), den er im Preuß. Kultusministerium kennengelernt hatte. Hier trieb er u. a. die im Herbst 1945 ins Leben gerufene und als überregionale Dachorganisation konzipierte niedersächs. „Leibniz-Stiftung für Kunst und Wissenschaft“ voran, die sich gegen andere bestehende Länderforschungsräte durchsetzte und aus der die im Jan. 1949 (wieder)gegründete „Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft“ mit Sitz in Bonn-Bad Godesberg hervorging, deren geschäftsführender Vizepräsident Z. wurde. Durch die Fusion der Bonner Notgemeinschaft mit dem Dt. Forschungsrat entstand im Aug. 1951 die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“, in der Z. als erster Generalsekretär amtierte. Zunächst ging es um Integration der zahlreichen wissenschaftlichen Gruppierungen unter dem Dach der DFG sowie um Akquisition von Finanzmitteln und Etablierung von Förderinstrumenten. Bis 1953 wurden ausschließlich Einzelvorhaben (Normalverfahren) und Bibliotheken unterstützt. Hinzu kamen erste Planungsversuche durch Denkschriften und die sog. Grauen Pläne, die Z. und die Geschäftsstelle zusammenstellten. Die Position der „beschränkten Planung“, unter Präsident →Ludwig Raiser (1904–1980) noch eine Minderheitsposition innerhalb der DFG-Gremien, setzte sich unter dessen Nachfolger →Gerhard Hess (1907–1983) mit den ersten Schwerpunktprogrammen seit Anfang/Mitte der 1950er Jahre durch und dominierte mehr als ein Jahrzehnt die Förderpolitik. Diese mit der zunächst noch kleinen Geschäftsstelle in effektive Verwaltungsstrukturen umgesetzt zu haben, ist Z.s Verdienst, der 1964 aus seinem Amt ausschied. Zu erwähnen ist darüber hinaus seine publizistische Auseinandersetzung mit den hochschulpolitischen Themen der Zeit, etwa „Hochschulprobleme von heute“ (1948) oder „Geisteswissenschaften klein geschrieben? Ein Gespräch über den Wesensunterschied von Geistes- und Naturwissenschaften“ (1963).
Der Band „Forschungsförderung in drei Epochen“ (1968) stellt zudem eine wichtige Dokumentation zur Verwaltungsgeschichte der DFG dar.
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Auszeichnungen
|Gr. BVK.
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Werke
|Kennt d. Bürgerl. Gesetzbuch e. subjektives Erbrecht?, 1921 (Diss.);
Die Päd. Akademien, Amtl. Bestimmungen, ²1931 (mit P. Rothkugel);
Der Film in Schule u. Hochschule, Die amtl. Bestimmungen über d. Unterr.film, 1936;
Forsch., Lehre u. Erziehung, Aufss. aus d. Zeit d. Wiederaufbaus u. d. Neugründung Dt. Hochschulen, 1984;
– Qu Personalakte Z., BA Berlin (Lichterfelde), BDC, REM;
Personalakte Z., Niedersächs. HStA Hannover, Nds 400, Acc. 27/95 Nr. 64 u. 65. -
Literatur
|K. Orth (Hg.) Die DFG 1920–1970, Forsch.förderung im Spannungsfeld v. Wiss. u. Pol., 2010;
dies., Autonomie u. Planung d. Forsch., Förderpol. Strategien d. DFG 1949–1968, 2011, insbes. S. 32 f;
P. Wagner, Das Reservat d. Ordinarien, Die Gesch. d. Dt. Forsch.gemeinschaft (DFG) zw. 1920 u. 1970 (in Vorbereitung);
Munzinger;
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Porträts
|Photogrr. (DFG, Geschäftsstelle, Bonn).
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Autor/in
Karin Orth -
Zitierweise
Orth, Karin, "Zierold, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 688-689 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116989289.html#ndbcontent