Lebensdaten
1839 bis 1908
Geburtsort
Erbach (Rheingau)
Sterbeort
Darmstadt
Beruf/Funktion
Ingenieur ; Tiefbohringenieur ; Bohrtechniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11761551X | OGND | VIAF: 32778506
Namensvarianten
  • Tecklenburg, Theodor Saladin
  • Tecklenburg, Theodor
  • Tecklenburg, Theodor Saladin

Biografische Lexika/Biogramme

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Zitierweise

Tecklenburg, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11761551X.html [25.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig Wilhelm (1806–64), Pfarrer in E., später Pfarrer u. Schulinsp. in Reichelsheim (Wetterau), S d. Wilhelm Theodor (1773–1850), Pfarrer in Staffel/Lahn, später Pfarrer u. Schulrat in Dauborn b. Bad Camberg, u. d. Sophia Amalia Umstädter (1782–1814);
    M Christine Caroline (1814–46), T d. Johann Gabriel Exter (1788–1872), Gerbereibes. in Neustadt/Weinstraße, u. d. Catharina Dorothea Klein (1791–1865);
    ⚭ Emilie Pauline (1852–1908), T d. Karl Dornseiff (1812–86), JR in Gießen, u. d. Auguste Christiane Melior (1819–1900);
    1 S Carl (1881–1913), Dipl.-Ing., Leiter d. Motorenwerke Dessau, 3 T.

  • Leben

    T. besuchte Grundschulen in Erbach und Eltville und wechselte 1850 auf das Gymnasium in Wiesbaden. Nach dem Abitur 1856 schrieb er sich für kurze Zeit an der Univ. Gießen ein, praktizierte im Sommerhalbjahr 1857 im Bergbau und besuchte anschließend die Bergakademie in Clausthal. 1860 legte er in Wiesbaden die Prüfung für den höheren technischen Dienst im Hzgt. Nassau ab und wurde bei der Staatsbahn eingestellt. In den folgenden Jahren war T. unter dem Eisenbahningenieur Moritz Hilf (1819–94) beim Bau der Lahntalbahn im Abschnitt Limburg-Nassau tätig. Später führte er zeitweilig den Betrieb einer Steinkohlengrube bei Hameln/Weser, bis er die Leitung der Bauarbeiten an einem Abschnitt der Eisenbahnstrecke Fulda-Hanau übernahm. 1870 trat er in den Dienst der Berg- und Salinenverwaltung des Ghzgt. Hessen über und war seit 1872 als Brunnendirektor und Salinenbeamter in Bad Nauheim tätig. In dieser Zeit begann er sich intensiv mit verschiedenen Problemstellungen der Hydrogeologie und den technischen Möglichkeiten zur Erschließung in größeren Tiefen liegender Wasservorkommen zu befassen.

    1876 holte der Oberbergrat Gustav Pfannmüller (1820–93) T. als seinen Vertreter und späteren Nachfolger an die Spitze der hess. Berg- und Salinenverwaltung nach Darmstadt. Unmittelbar danach entstand unter T.s maßgeblicher Mitwirkung das hess. Berggesetz. Neben der Förderung des Braunkohlen- und Erzbergbaus setzte sich T. für eine nachhaltige Entwicklung der für Hessen wichtigen Thermalsprudel und Mineralquellen ein. Er war an den Arbeiten am Krähbergtunnel beteiligt, dem mit über 3 km längsten eingleisigen Eisenbahntunnel Deutschlands, der 1879–82 im südl. Odenwald gebaut wurde. 1887 erschloß er die „Kaiser-Friedrich-Quelle“ in Offenbach/M., wobei er als einer der ersten in Deutschland das Diamantbohrverfahren einsetzte.

    Überregional bekannt wurde T. als Autor des „Handbuchs der Tiefbohrkunde“ (6 Bde., 1886–96; 5 Bde., 2 1900–14), des ersten umfassenden Werks in dt. Sprache auf diesem Sektor. Es gibt auf mustergültige Weise die Entwicklung und den damaligen Stand der Tiefbohrtechnik wieder und wurde wegweisend für das noch junge Fachgebiet. Infolge der wachsenden Bedeutung der Mineralölgewinnung rückte die Tiefbohrkunde zunehmend in den Blickpunkt wissenschaftlicher Forschung und technischer Entwicklung. T. gehörte neben Karl Köbrich (1843–96) zu den führenden Experten für Tiefbohrtechnik in Deutschland. 1881–87 war er Mitglied des hess. Landtags in Darmstadt als nationalliberaler Abgeordneter des oberhess. Wahlkreises Nidda-Ortenberg.

  • Auszeichnungen

    A Geh. Bergrat (1901); Ehrenmitgl. d. Ver. d. Bohrtechniker Wien (1907).

  • Werke

    W mehr als 150 Btrr. über Geol., Bergbau u. Tiefbohrkde.;
    Geognost. Beschreibung d. Krähbergtunnels, in: Zs. d. Dt. Geol. Ges. 35, 1883, S. 399–438;
    Bergbau u. Bergrecht in Oberhessen, 1873;
    Übersicht d. geol. Verhältnisse d. Prov. Starkenburg insinsbes. d. Umgebung v. Darmstadt, 1879;
    Übersicht über d. geol. Verhältnisse d. Prov. Oberhessen, 1880.

  • Literatur

    L D. Hoffmann, 150 J. Tiefbohrungen in Dtld., in: Erdöl-Zs. 75, 1959, S. 398;
    Nassau. Biogr.;
    A. Hoffmann, Hess. Lb. z. Kulturgesch. d. Wassers, 2005;
    zur Fam.: Wilhelm Tecklenburg, Stammbaum d. Fam. T., 1907;
    W. Serlo, Männer d. Bergbaus, 1937, S. 144 f.; – Qu Hess. StA Darmstadt.

  • Portraits

    P Photogr., Abb. in: Hdb. d. Tiefbohrkde. III, 21912, S. III.

  • Autor/in

    Albrecht Hoffmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoffmann, Albrecht, "Tecklenburg, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 2 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11761551X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA