Lebensdaten
um 1523 bis 1589
Geburtsort
Salzburg
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
bayerischer Hofkanzler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116460105 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Elsenhaimer von Elsenhaim, Christoph (ab 1561)
  • Elsenheimer, Christoph
  • Elsenhaimer von Elsenhaim, Christoph (ab 1561)
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Zitierweise

Elsenheimer, Christoph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116460105.html [09.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wolfg. Christoph E., Ratsbürger u. Handelsherr in Salzburg, auf Württing (Oberösterr.), S des Ulrich, Ratsbürger in Salzburg, u. der Anna Steinhauff aus Passauer Ratsgeschlecht;
    M Elisabeth Wülffin;
    München 1558 Jacoba ( n. 1591), T des Dr. iur. Gg. Stockhammer v. Lichtenhag, bayerischer GR, Pfleger zu Dachau, Pullach u. Osterhofen, u. der Anna Elis. Stipf aus Münchener Patriziat;
    2 S, 4 T, u. a. Christoph Ulrich (1561–1630), Hofkammerpräsident in München.

  • Leben

    Nach dem Studium der Rechte, zeitweise auch in Italien, erscheint E. 1554 als Dr. iur. und salzburgischer Rat, ist 1554-58 Assessor am Reichskammergericht, seit 1558 in bayerischen Diensten, zunächst als Hofrat, seit 1563 als Geheimer Rat, seit 1574 (nach dem Tod Simon Ecks) als Hofkanzler. 1570 wird E. von Herzog Albrecht V. vergeblich für den Posten des Reichsvizekanzlers vorgeschlagen, 1571 wird er landsässig. – Vom Geist der katholischen Reform erfüllt und die dynastischen Interessen des Hauses Wittelsbach vor Augen, steht E. voll Eifer im Dienst der Gegenreformation bayerischer Prägung und gehört seit Ende der 60er Jahre zu den einflußreichsten Räten Albrechts V. Seit 1574 Leiter der bayerischen Politik, vereint E. mit Nachdruck die streng katholische Richtung mit dem Ziel der Erhöhung des wittelsbachischen Hauses und trägt hervorragend dazu bei, Bayern zur katholischen Vormacht im Reich zu erheben, vor allem im zähen Kampf um die Freistellung und den Erwerb von Bistümern für bayerische Prinzen, ein Kampf, der im Kölnischen Krieg und dem Erwerb der kölnischen Kurwürde gipfelt. Unter Wilhelm V. ist E. jedoch wiederholt gezwungen, dem religiösen Eifer seines Herzogs politische und materielle Rücksichten entgegenzustellen. Von vermittelndem Wesen, weniger energisch als S. Eck, hat sich E. als erfolgreicher, zuverlässiger, vorsichtiger und mit klarem Stil begabter Ratgeber seiner Herren erwiesen.

  • Literatur

    ADB 48;
    M. Lossen, Der Köln. Krieg I, II, 1882/89;
    ders., Dr. Ch. E., in: Jb. f. Münchner Gesch. 3, 1889, S. 439-70;
    W. Goetz, Btrr. z. Gesch. Hzg. Albrechts V. u. d. Landsberger Bundes, 1898;
    ders., Btrr. z. Gesch. Hzg. Albrechts V. u. d. sog. Adelsverschwörung v. 1563, 1913;
    S. Riezler, Gesch. Bayerns IV, 1899;
    M. J. Neudegger, Gesch. d. Geh.-Rates u. Min. in Bayern, 1921;
    Schottenloher I.

  • Autor/in

    Dieter Albrecht
  • Empfohlene Zitierweise

    Albrecht, Dieter, "Elsenheimer, Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 464 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116460105.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Elsenheimer: Dr. Christoph E., herzoglich bairischer Oberstkanzler, geboren zwischen 1520 und 1530, 1589. Er stammte aus einer salzburgischen Bürgerfamilie; über sein Geburtsjahr läßt sich, da er 1554 als Assessor ans Reichskammergericht kam, nur vermuthen, daß es zwischen 1520 und 1530, vielleicht bald nach 1520 fällt. Von seinen juristischen Studien in Deutschland und Italien ist nichts näheres bekannt; 1554 stand er als Rath und Dr. juris in salzburgischen Diensten und war vom Mai bis Juli gemeinsam mit dem bairischen Gesandten Schweiker in den Angelegenheiten Erzbischof Ernst's von Salzburg in Rom. Im gleichen Jahre kam E. als Assessor für den bairischen Kreis ans Reichskammergericht; 1558 trat er für den nach Wien berufenen Dr. Seld als Hofrath in bairische Dienste ein und gründete sich noch im selben Jahre in München seinen eigenen Hausstand (Hofzahlamtsrechnungen). E. wurde am bairischen Hofe ein eifriger Helfer des obersten Kanzlers Dr. Simon Eck und der gegenreformatorischen bairischen Politik jener Tage. In immer stärkerem Maaße hat er sich das Vertrauen Herzog Albrecht's V. erworben; spätestens seit Ende der 60er Jahre gehört|er zu den einflußreichsten Räthen des Herzogs. 1570 hat der Herzog ihn sogar — obwol er ihn nicht gern von sich lasse — für den Posten des Reichsvicekanzlers empfohlen und dabei Elsenheimer's juristisches Wissen, seine Beredsamkeit und katholische Gesinnung gerühmt — nur in Sprachen sei er nicht besonders geübt; doch hatte der Kaiser, ehe die Empfehlung eintraf, bereits einen andern ausgewählt. 1574, nach Eck's Tod, wurde E. bairischer Hof- und Oberstkanzler. Er hat die bairische Politik im Sinne Eck's weitergeführt: ihre streng katholische Richtung mit den dynastischen Interessen der Wittelsbacher vereinend, die Freistellung und jeden Fortschritt des Protestantismus bekämpfend und sich zähe um Bisthümer für die jüngeren Söhne der Herzöge bemühend. Er erscheint nicht als ein eigenartiger Staatsmann, auch nicht so energisch, so rücksichtslos wie Eck, aber als der zuverlässige, klare, vorsichtige Berather seiner Herren; das Vertrauen Albrecht's V. und dann Wilhelm's V. ist ihm bis zu seinem Lebensende erhalten geblieben, obwol er den allzukirchlichen Gedankengängen Herzog Wilhelm's wiederholt das staatliche Interesse entgegenstellen mußte. Er starb im J. 1589, das nähere Datum ist unbekannt.

    • Literatur

      Lossen, Dr. Christian Elsenheimer. Münchener Jahrb. III (1889); — Ders., Der Kölnische Krieg I (1882) und II (1897). —
      Goetz, Beiträge zur Geschichte Herzog Albrecht's V. und des Landsberger Bundes (1898). — Münchener Kreisarchiv, Hofzahlamtsrechnungen.

  • Autor/in

    W. Goetz.
  • Empfohlene Zitierweise

    Goetz, Walter, "Elsenheimer, Christoph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 48 (1904), S. 338-339 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116460105.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA