Lebensdaten
1877 bis 1956
Geburtsort
Dormagen (Rheinland)
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Unternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 111329272 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Stüssgen, Cornelius
  • Stüssgen, Kornelius

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Zitierweise

Stüssgen, Cornelius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd111329272.html [02.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (1848–91, Schlosser in D., Stommeln u. Ehrenfeld b. K.;
    M Anne Marie Pütz (1851–1909, Einzelhändlerin;
    Schw Maria (* 1880, 1] Josef Geyr, 1915, Kolonialwarenhändler in K., 2] Friedrich Bonn, Architekt);
    1) N. N., 2) N. N., 3) 1935 Lis Thun (1903–99;
    2 T aus 1), 2 T aus 2) u. a. Marys ( Peter Neufert, 1925–99, Architekt in K., s. Kölner Personenlex.; A. Ghise-Beer, Das Werk d. Architekten P. N., Diss. Wuppertal 2000, S d. Ernst Neufert, 1900–86, Architekt in Berlin u. Darmstadt, o. Prof. f. Baukunst an d. TH Darmstadt, s. NDB 19);
    E Sylvia Berger-S., Dr., Vf. v. „Ladenverschleiß (Store Erosion), Ein Btr. z. Theorie d. Lebenszyklus v. Einzelhandelsgeschäften“, Diss. Univ. München 1976, Mitgl. d. Aufsichtsrats d. Cornelius Stüssgen AG.

  • Leben

    S. wuchs zunächst in Stommeln, seit Ende der 1880er Jahre in Ehrenfeld auf. Nach Beendigung der Schulzeit trat er 1891 eine Lehre in der Kolonialwarengroßhandlung David Lippmann in Köln an, wo er als Angestellter übernommen wurde. 1895 wechselte er zur Agentur für Kolonial- und Fettwaren H. & S. Baum. 1897 machte S. sich mit der „Kölner Konsumanstalt“ im Haus seiner Mutter selbständig, 1899 eröffnete er das erste Filialgeschäft in Brühl, das seine Schwester leitete. Es folgte ein stetiger Ausbau einer Kette von Filialen, die erste in Köln 1902. Seit 1903 firmierte das Unternehmen als „Rheinisches Kaufhaus für Lebensmittel Cornelius Stüssgen“. S. führte Einheitskleidung für die Verkäuferinnen ein, ferner als Erster abgepackte Lebensmittel wie z. B. Mehl oder Hülsenfrüchte zur Verkaufsrationalisierung. Er erweiterte das Unternehmen u. a. durch Zukäufe von Kolonialwarenhandlungen bis zum 1. Weltkrieg auf über 100 Filialen im Rheinland, in Westfalen, in Hessen und in Süddeutschland. Bis 1924, als S. sich infolge der alliierten Besatzung auf das Rheinland beschränken mußte, hatte er ca. 350 Mitarbeiter. 1927 reiste S. in die USA, um neue Formen des Lebensmitteleinzelhandels kennenzulernen. Nach seiner Rückkehr baute er ein zentrales Lagerhaus in Köln-Braunsfeld, das u. a. die erste eigene Verpackungsabteilung eines dt. Lebensmittelunternehmens enthielt, mit vier automatischen Packanlagen und einer Tagesleistung von 40 t Lebensmitteln. Die Firma, seit 1907 OHG, wurde 1928 in eine AG umgewandelt, der Hauptteil der Anteile blieb in der Familie. 1930 wurde|eine unternehmenseigene Verkaufsschule eingeführt, 1932 in einigen Filialen praxisbezogene Abendschulung.

    Trotz der anfangs gegen Kaufhäuser und Filialbetriebe gerichteten NS-Mittelstandsideologie konnte S. seine Filialkette auch nach 1933 halten. 1937 gründete er verschiedene Stiftungen, u. a. eine zur Förderung des Nachwuchses im Einzelhandel, die noch heute bei der IHK Köln besteht. Er spendete u. a. 10 000 RM für ein Heim der Hitlerjugend. S. trat am 1. 7. 1940 in die NSDAP ein, vermutlich um Geschäftsschließungen im Zuge der Kriegswirtschaft zu verhindern. 1949 wurde er im Entnazifizierungsverfahren als „entlastet“ (Stufe V) eingestuft.

    Nach dem Krieg begann er mit dem Wiederaufbau und führte weitere Verkaufs- und Verpackungsrationalisierungen ein. 1952 eröffnete S.s erster Selbstbedienungsladen in Brühl. 1955 hatte das Unternehmen 94 Filialen in Westdeutschland mit 1430 Mitarbeitern.

    Nach S.s Tod führte ein familienfremder Vorstand das Unternehmen, Witwe und Töchter blieben Eigentümer. 1984 wurde die Mehrheit an der AG von der REWE-Gruppe übernommen, 1989 erwarb diese die restlichen Anteile und 81 Märkte mit 2071 Beschäftigten. 2006 wurden die letzten 47 S.-Märkte auf den Marktnamen REWE umgestellt.

  • Auszeichnungen

    A Konsul v. Haiti (1925).

  • Werke

    Fünfzig Jahre im Sattel, Aufzz. e. Kaufm., 1952 (P), Nachdr. 1985.

  • Literatur

    U. Spiekermann, Basis d. Konsumges., 1999, S. 330 u. 738;
    E. Lanzerath u. U. S. Soénius, C. S., erfolgreicher u. innovativer Unternehmer, 2009;
    Kölner Personenlex. (P);
    Qu
    REWE Archiv, Köln;
    Rhein.-Westfäl. Wirtsch.archiv, Köln.

  • Autor/in

    Ulrich S. Soénius
  • Empfohlene Zitierweise

    Soénius, Ulrich S., "Stüssgen, Cornelius" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 635-636 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd111329272.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA