Lebensdaten
1823 bis 1895
Geburtsort
Möhren bei Treuchtlingen
Sterbeort
Eichstätt
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Philosoph ; Domkapitular in Eichstätt ; Professor in Münster ; Politiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124639984 | OGND | VIAF: 27143418
Namensvarianten
  • Stöckl, Albert
  • Stöckl, Albert
  • Stoeckl, Albert
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Stöckl, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124639984.html [25.01.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Michael († 1874), Dorfschullehrer in M.;
    M Barbara Böswald.

  • Leben

    S. besuchte in Eichstätt 1835–38 die Lateinschule, dann das Knabenseminar und studierte seit 1843 am bfl. Lyzeum – einer am Vorbild der röm. Jesuitenschule orientierten Gründung des Bf. Carl August v. Reisach (1800–69) – Philosophie und Theologie. Nach der Priesterweihe 1848 wirkte S. als Wallfahrtspriester in Wemding, wurde 1850 als Dozent für Theoretische Philosophie an das Eichstätter Lyzeum berufen und 1852 zum Professor ernannt. 1855 wurde er mit einer Arbeit zum Thema „Der Nominalismus und Realismus in der Geschichte der Philosophie“ (gedr. 1854) in Würzburg zum Dr. phil. promoviert.

    1857 übernahm S. die Eichstätter Professur für Exegese und hebr. Sprache, vertrat zwischenzeitlich auch das Fach Kirchengeschichte und wechselte 1862 als Nachfolger von Franz Jakob Clemens (1815–62) auf die Professur für Philosophie an der Akademie in Münster. Diese gab er 1871 nach Auseinandersetzungen um Ignaz v. Döllinger (1799–1890) und das Erste Vatikanum als Vertreter|einer streng ultramontanen Position auf. S. kehrte in seine Heimatdiözese zurück, wurde Pfarrer von Gimpertshausen, 1872 Domkapitular in Eichstätt und dozierte auch wieder am dortigen Lyzeum (Philosophie, Ästhetik, Pädagogik, Geschichte der Philosophie). 1877 zog er als Abgeordneter der Bayer. Patriotenpartei für den Wahlkreis Eichstätt-Weißenburg in den Reichstag ein (bis 1881) und gehörte 1880 zu den ersten Mitgliedern der „Pontificia Academia Romana di S. Tommaso d’Aquino“.

    S. zählt zu den wichtigsten Vorkämpfern der Neuscholastik und des Neuthomismus in Deutschland; v. a. durch seine Lehrtätigkeit und seine zahlreichen religionsphilosophischen und -historischen Werke, wie z. B. „Geschichte der Philosophie des Mittelalters“ (3 Bde., 1864–67, Neudr. 1968), „Lehrbuch der Geschichte der Philosophie“ (1870, in 3 Bdn. 71892, 81905–12) und „Das Christentum und die großen Fragen der Gegenwart auf dem Gebiete des geistigen, sittlichen und sozialen Lebens“ (3 Bde., 1879/80), wurde Eichstätt zu einem Zentrum dieser phil.-theol.-apologetischen Geistesrichtung. Zugleich erwies sich S. als streitbarer Infallibilist und als früher Vertreter einer christl. Soziallehre in scharfer Gegenposition zu Liberalismus und Sozialismus.

  • Auszeichnungen

    A eichstätt. Geistl. Rat (1861).

  • Werke

    u. a. De Joannis Scoti Erigeniae philosophia, 2 Bde., 1867;
    Die Infallibilität d. Oberhauptes d. Kirche u. d. Zustimmungsadressen an Herrn v. Döllinger, namentl. d. Münster`sche, 1–21870;
    Grundriß d. Rel.philos., 1972;
    Lehrb. d. Päd., 1873, 21880;
    Lehrb. d. Gesch. d. Päd., 1876;
    Gesch. d. neueren Philos. v. Baco u. Cartesius bis z. Gegenwart, 2 Bde., 1883;
    Gesch. d. christl. Philos. z. Zeit d. Kirchenväter, 1891, Neudr. 1968;
    Grundzüge d. Philos., 1892, 21910;
    Grundriß d. Gesch. d. Philos., 1894, 41924;
    Lehrb. d. Apologetik, 2 Bde., 1895;
    Bibliogr.:
    F. S. Romstöck, Personalstatistik u. Bibliogr. d. bfl. Lyceums in Eichstätt, 1894, S. 157–62;
    Nachlaß:
    Diözesanarchiv Eichstätt.

  • Literatur

    [ J. Pemsel], Dr. A. S., Domcapitular u. Lycealprof. in Eichstätt, Lebensskizze vf. v. e. seiner Schüler, 1896;
    M. Wittmann, A. S. als Ethiker in seiner geschichtl. Stellung, in: Phil. Jb. 58, 1948, S. 106–20;
    J. Hirschberger, Die Philos.gesch. an d. Eichstätter Hochschule, in: 400 J. Collegium Willibaldinum, hg. v. d. Professoren d. Bfl. Phil.-theol. Hochschule Eichstätt, 1964, S. 216–32;
    A. Edmaier, A. S. als Wegbereiter u. Vorkämpfer d. christl. Soz.lehre, ebd., S. 267–77;
    P. Walter, Die neuscholast. Philos. im dt.sprachigen Raum, in: Christl. Philos. im kath. Denken d. 19. u. 20. Jh., hg. v. E. Coreth u. a., Bd. 2, 1988, S. 131–94, hier S. 176–78;
    J. Strötz, Kleruserziehung, Das Bm. Eichstätt im 19. Jh., 2003;
    ders., Das Eichstätter Domkap., 2003, S. 240–44 (W, L);
    Ll. Franken II, 1922, S. 440–43;
    Ziegenfuß;
    BBKL X (W, L);
    LThK2+3;
    RT-Abg. Zentrum;
    Kosch, Lit.-Lex. 3 (W, L).

  • Autor/in

    Manfred Weitlauff
  • Empfohlene Zitierweise

    Weitlauff, Manfred, "Stöckl, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 383-384 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124639984.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA