Lebensdaten
1876 bis 1960
Geburtsort
Chemnitz
Sterbeort
Hof
Beruf/Funktion
Elektroingenieur ; Unternehmer
Konfession
-
Normdaten
GND: 1082311154 | OGND | VIAF: 169145542442196640791
Namensvarianten
  • Sterzel, Kurt August
  • Sterzel, Kurt
  • Sterzel, Kurt August
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Zitierweise

Sterzel, Kurt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1082311154.html [12.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Traugott (1841–1914, Dr. phil., Mineral., Geol., Oberlehrer, Gründer u. Kustos d. naturwiss. Slg. d. Stadt Chemnitz, Ehrenmitgl. d. dt. Lehrerver. f. Naturkde., korr. Mitgl. d. geol. Reichsanstalt in Wien u. d. naturforsch. Ges. Isis in Dresden, Prof., Rr.kreuz I. Kl. d. bad. Ordens v. Zähringer Löwen, Rr.kreuz II. Kl. d. sächs. Albrechtsordens (s. Wi. 1909; DBJ I, Tl.; Aus d. StadtA Chemnitz, H. 2, 1998), S d. August, Tierarzt, Landwirt, wanderte 1838 n. Dresden (Perry County, Missouri, USA) aus u. kehrte 1841 n. Niederfrohna b. Chemnitz zurück, u. d. Christiane Haupt;
    M Emilie, T d. Ludwig Kaibel;
    1 Schw;
    Minna Britz (Brütz?).

  • Leben

    S. besuchte das Gymnasium und studierte 1896–1900 Maschinenbau und Elektrotechnik an der TH Dresden. Nach dem Abschluß als Diplom-Ingenieur arbeitete er zusammen mit seinem Freund, dem Kaufmann und elektrotechnischen Autodidakten Franz Joseph Koch (1872–1941), in der Chemnitzer Firma „Nostitz & Koch, Schaltanlagen und Apparate“. Das Hauptaugenmerk dieser frühen Jahre lag auf dem Gebiet der Erzeugung von Gleichstrom aus Wechselstromnetzen. S. gelang es dabei, die Gleichrichterschaltungen und Bauelemente von Koch zu verbessern. Sein erstes Patent für eine Röntgenröhre erhielt S. 1904. Nach der Entdeckung der X-Strahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923) 1895 stellte diese Diagnosetechnik ein vielversprechendes Aufgabengebiet der jungen Elektrotechnikindustrie dar.

    Mit dem Kapital ihrer acht Patente gründeten die beiden Freunde 1904 in der Dresdner Altstadt die Firma „Koch & Sterzel, Spezialfabrik wissenschaftlicher Apparate und Instrumente“. Röntgenanlagen für medizinische Zwecke wurden zur ersten wirtschaftlich tragenden Säule. Dresden erwies sich dabei als geeigneter Standort: In der Stadt waren Einrichtungen der Hygienebewegung, Pharmaindustrie, Medizin- sowie Elektrotechnik vertreten. Das neugegründete Unternehmen S.s und Kochs entwickelte sich unter diesen Bedingungen innerhalb von vier Jahrzehnten zu einem international anerkannten Spezialbetrieb der Medizin- und Energietechnik. Die Erzeugnisse der vier Produktlinien Röntgen- und Medizintechnik (u. a. Reizstromgeräte), Transformatoren sowie Hochspannungsprüftechnik und Meßwandler genossen besonderes Renommee. Die enge Zusammenarbeit mit der TH Dresden sicherte dem 1920 in eine AG umgewandelten Unternehmen nicht nur Fachkräfte, sondern auch neue Ideen.

    S. war neben seiner administrativen Tätigkeit als Vorstandsmitglied und Direktor der Firma auch intensiv an Produktentwicklungen beteiligt: So gehen die Entwürfe von Stromwandlern für Wechselstrom-Leistungsmessungen und Wechselspannungsmeßgeräten der Fa. Koch & Sterzel im Wesentlichen auf ihn zurück. Sein wissenschaftliches Interesse konzentrierte S. jedoch auf die nichtmedizinischen Anwendungen der Röntgentechnik. Im firmeneigenen Strahlenlaboratorium entwickelte er Verfahren der Röntgenspektrographie, mit denen Werkstoffstrukturen untersucht werden konnten. Die Ergebnisse dieser Forschungen faßte er zu seiner Dissertation „Technische Strahlendiagnostik“ zusammen, die er 1922 an der TH Dresden einreichte (Dr.-Ing. 1922). Als Gutachter gewann er anerkannte Spezialisten der beteiligten Fachgebiete: den Maschinenbauer Franz Karl|Kutzbach (1875–1942), den Werkstoffwissenschaftler Wilhelm Schwinning (1874–1955) und den Schwachstromtechniker Heinrich Barkhausen (1881–1956).

    S. engagierte sich auch berufsständisch und wirkte im Verband Dt. Elektrotechniker mit, darüberhinaus publizierte er in dessen Organ, der „Elektrotechnischen Zeitschrift“. Bereits seit 1905 war die Fa. Koch & Sterzel korporatives Mitglied des Dresdner Elektrotechnischen Vereins, 1933 übernahm S. für ein Jahr dessen Vorsitz.

    Altersbedingt schied S. noch vor Beginn des 2. Weltkriegs aus der Firmenleitung aus. Die politischen Verhältnisse im geteilten Deutschland veranlaßten die Unternehmensleitung nach Kriegsende, die Firma 1950 in Essen neu zu gründen. In dieser Aufbauphase wirkte S. nochmals einige Jahre im Aufsichtsrat des auf Röntgentechnik ausgerichteten Unternehmens mit. Nach Kooperation mit dem franz. Unternehmen „Compagnie Générale De Radiologie“ in den 1960er Jahren und späterer Übernahme durch „General Electric“ firmiert die „K & S Röntgenwerk GmbH & Co. KG“ seit 1996 in Bochum.

    In der Sowjet. Besatzungszone wurde 1945 die Demontage der z. T. schwer zerstörten Dresdner „Koch & Sterzel AG“ verfügt. Nach Liquidation des Unternehmens gründete man 1948 aus den verbliebenen Resten den „VEB Transformatoren- und Röntgenwerk“. Mit einem ähnlichen Produktprofil wie dem des Vorkriegsunternehmens entwickelte er sich in der DDR zu einem branchenbestimmenden Betrieb. Seit 1990 entstanden aus der privatisierten „TuR GmbH“ kleinere und mittlere Unternehmen, die zahlreiche Produktlinien im Dresdner Raum fortführten.

  • Werke

    Weitere W Gleichstrom aus Wechselstromnetzen, in: Elektrotechn. Zs. 24, 1903, S. 841–44;
    Stromwandler f. Wechselstrom-Leistungsmessungen, ebd. 30, 1909, S. 489 ff.;
    Ein statisches Meßgerät f. sehr hohe Wechselspannungen, ebd. 45, 1924, S. 117 ff.;
    Grundlagen d. techn. Strahlendiagnostik, insbes. d. Eisens, Diss. TH Dresden 1922;
    Patente:
    Steuervorrichtung, insbes. selbsttätige Regelvorrichtung f. elektr. Größen, DRP 498672, 1928;
    Trockengleichrichter mit e. d. Anschlußenden überbrückenden Kondensator, DRP 548391, 1930;
    Tischoder wandartig ausgebildetes Röntgengerät, insbes. mit umlegbarer Stützwand, DRP 582405, 1931.

  • Literatur

    Siemens AG (Hg.), Koch & Sterzel – Transformatoren- u. Röntgenwerk – Siemens, 90 J. am Standort Dresden, 1994;
    M. Hoffmann u. a., Die Firma „Koch & Sterzel“ u. ihre Nachfolgebetriebe, in: Verband d. Elektrotechnik, Bezirksver. Dresden (Hg.), 110 J. VDE-Bezirksver. Dresden, 1892–2002, 2002, S. 121–39;
    Wenzel;
    Rhdb.;
    Lex. Elektrotechniker.

  • Autor/in

    Ralf Pulla
  • Empfohlene Zitierweise

    Pulla, Ralf, "Sterzel, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 304-305 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1082311154.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA