Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
oberpfälzische Adelsfamilie
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 1045855812 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lengenfeld, Herren von

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Zitierweise

Lengenfeld, Herren von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1045855812.html [17.12.2018].

CC0

  • Leben

    Oberpfälz. (sächs.?) Adelsgeschlecht, genannt nach der „Stammburg“ Burglengenfeld (Oberpfalz), unweit dem schon im Diedenhofener|Kapitular 805 genannten bedeutenden Stapelplatz Premberg; weitere Benennungen bes. nach Pettendorf, Hopfenohe b. Auerbach (beide Oberpfalz). Über Genealogie und Verwandtschaftskreis dieser Familie erfahren wir nur Konkretes in den sächs. Pegauer Annalen (Mitte 12. Jh.).

    Geht man vom Besitz der Familie z. Zt. ihres Aussterbens (1119) aus, so lassen sich drei Schwerpunkte in der westl. Oberpfalz feststellen: im Raume Pettendorf – Burglengenfeld, wo er zumindest den Kern des späteren wittelsbach. Amtes Pettendorf (des größten Amtes des 1. wittelsbach. Herzogsurbars) darstellte, im Raum um Ensdorf (südl. Amberg), wo der letzte Lengenfelder noch die Basis für das Hauskloster Ensdorf schuf, und die „Herrschaft“ Waldeck im Raume zwischen Kemnath und Erbendorf.

    Wie bei den benachbarten Grafen von Sulzbach spielen auch beim Besitz der Herren v. L. Reichslehen und vor allem Bamberger Kirchenlehen eine entscheidende Rolle. Es scheint, daß ihre Vorfahren zu den großen Gewinnern der Auseinandersetzung Kg. Heinrichs II. mit Mgf. Hezilo von Schweinfurt gehörten. Trotzdem lag auch später noch ein Gutteil der Besitzungen der L. im Grafschaftsbereich der „Schweinfurter“ (weshalb sie trotz ihres erheblichen Besitzes erst nach ihrem Aussterben als „Grafen“ bezeichnet wurden).

    Um die Mitte des 11. Jh. müssen die L. bereits hohes Ansehen genossen haben, denn Sigena, Tochter des sächs. Gf. Goswin v. „Leige“, in 1. Ehe verheiratet mit Wiprecht I. v. Groitzsch, dem sie u. a. auch den ersten bedeutenden Dynasten des deutschen Ostens, Wiprecht II. v. Groitzsch, geboren hatte, vermählte sich in 2. Ehe mit Friedrich I. Der einzige Sohn aus dieser Ehe, Friedrich II., blieb aber söhnelos, so daß der gleichnamige Sohn seiner Schwester, die mit einem (noch nicht näher identifizierten) Gf. Ruotger vermählt war, das Lengenfelder Erbe antrat.

    Friedrich III. war nach Decker-Hauff mit Hadalwig, einer Tochter des Schwäb. Hzg. Friedrich v. Staufen, vermählt. Stimmt diese Zuordnung, dann wird wiederum der Rang der L. deutlich sichtbar. Da Friedrich III. ebenfalls keinen Sohn, sondern nur zwei Töchter hatte, starb mit ihm am 3.4.1119 das Geschlecht der L. aus. Vorher hatte er gemeinsam mit Bischof Otto I. von Bamberg (1103–39) den Grundstock zum Kloster Ensdorf gelegt. Als Friedrich III. starb, bestieg sein Bruder Ruotger ( 1125) den Erzbischofsstuhl von Magdeburg; dessen Magdeburger Vorgänger Adelgot ( 1119) war ebenfalls ein enger Verwandter. Das Oberpfälzer Erbe der Herren v. L. fiel über die Erbtöchter Friedrichs III. an die Pfalzgrafen von Wittelsbach (Otto I. heiratete Heilica v. L.) und die Landgrafen von Leuchtenberg.

  • Literatur

    16, S. 235, 250;
    J. Moritz, Cod. Traditionum Monasterii Ensdorf, in: M. Frhr. v. Freyberg, Slg. hist. Schrr. u. Urkk. II, 1829, Nr. 1, S. 180 ff.;
    Mon. Boica 36 I, S. 115-21;
    Die Kunstdenkmäler d. Kgr. Bayern V, 1906;
    H. Zitzelsberger, Die Gesch. d. Klosters Ensdorf v. d. Gründung b. z. Auflösung in d. Ref., in: Verhh. d. Hist. Ver. Oberpfalz u. Regensburg 95, 1954, S. 5 ff.;
    H. Patze, Adel u. Stifterchronik, in: Bll. f. dt. Landesgesch. 100, 1964, S. 8-81;
    H. Sturm, Kemnath, Landrichteramt Waldeck, Kemnath mit Unteramt Pressath (Hist. Atlas v. Bayern, T. Altbayern 40), 1975;
    H. Decker-Hauff, Das Stauf. Haus, in: Die Zeit d. Staufer, Gesch. -
    Kunst - Kultur III, 1977, S. 348 f.;
    L. Fenske, Adelsopposition u. kirchl. Reformbewegung im östl. Sachsen, 1977;
    W. Störmer, Die Hausklöster d. Wittelsbacher, in: H. Glaser (Hrsg.), Wittelsbach u. Bayern I/1, 1980, S. 139-50;
    H. Zitzelsberger, Gf. Friedrich III. v. Burglengenfeld, in: Oberpfälzer Heimat 26, 1982, S. 145-50.

  • Autor/in

    Wilhelm Störmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Störmer, Wilhelm, "Lengenfeld, Herren von" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 205-206 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1045855812.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA