Lebensdaten
1835 bis 1925
Geburtsort
Lüneburg
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Zoologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 119059444 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ehlers, Ernst Heinrich
  • Ehlers, Ernst
  • Ehlers, Ernst Heinrich
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Zitierweise

Ehlers, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119059444.html [21.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilh. (1794–1863), Kaufm. in Lüneburg, S des Hausvogts Joh. Conrad;
    M Caroline (1806–84), T des Schneidermeisters Joh. Heinr. Meyer in Ebstorf;
    Marianne (* 1865), T des Karl Ewald Hasse (1810–1902), Prof. der Pathologie in Göttingen;
    K.

  • Leben

    E. studierte von 1857 an in Göttingen Medizin (F. G. J. Henle, L. K. Teichmann und Rud. Wagner, 1861 Dr. med.). 1863 habilitierte er sich hier an der medizinischen Fakultät für Anatomie, vergleichende Anatomie und Zoologie. Zur Zoologie, seiner vorgefaßten Lebensaufgabe, verhalf ihm insbesondere W. Keferstein. Bestätigend und voller Anregung waren seine Bekanntschaften mit E. Haeckel, Rud. Leuckart, C. Th. von Siebold und J. Johann S. Steenstrup. 1861-69 war E. Prosektor unter Henle. 1869 wurde er als ordentlicher Professor der Zoologie, vergleichenden Anatomie und Veterinärmedizin nach Erlangen berufen. Von 1874 an wirkte er als ordentlicher Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie (jetzt Philosophische Fakultät) 46 Jahre lang in Göttingen. – 1874 Dr. phil. honoris causa (Göttingen), Mitglied der Leopoldina, der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen (1893-1917 Sekretär der mathematisch-physikalischen Klasse); 1907 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien. – E. zeichnete sich aus durch einen offenen Sinn für Struktur und Ordnung, für Form und Formwandel. Seine wissenschaftliche Arbeit wurde beherrscht durch die Achtung vor dem Objekt und durch unbestechliche, selbständige Beobachtung. Er war ein hervorragender Lehrer, ein Mehrer unserer grundlegenden Kenntnisse über den Bau und die Verwandtschaftsverhältnisse der Tiere sowie ein Mitbegründer der heutigen akademischen Zoologie. Von 1875 bis zu seinem Tode hat er die Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie herausgegeben. Er gehörte (1890) zu den Gründern der „Deutschen Zoologischen Gesellschaft“ und schuf (1873-78), aufbauend auf dem Erbe Blumenbachs, das Göttinger Institutsmuseum. Bürgerliche Unabhängigkeit und Wohlhabenheit gestatteten ihm auch die Entfaltung individueller Interessen, die sich in die Gebiete der Anthropologie, Ethnographie und Vorgeschichte erstreckten und ihn gleich seinem Gefährten, dem Verleger Wilhelm Engelmann, zu einem Freund der Kunst, zum Kunstsammler und Kunsthistoriker machten. – E. frühe Arbeiten befassen sich vornehmlich mit „niederen“ Meerestieren aller Art und mit Nematoden. Auffallend ist das Fehlen der Arthropoden. Dazu kommen Arbeiten über Haie, Lungenfische, Menschenaffen und das seltsame Schuppentier, über Schwämme, Siphonophoren, Bryozoen, Tunicaten. Am bekanntesten sind seine Gephyreen- und Entoproctenstudien geworden. Allmählich konzentrieren sich seine zum Teil umfangreichen Veröffentlichungen auf die Gruppe, die er Jahrzehnte hindurch als internationale Autorität bearbeitet hat, die Polychaeten, rezente und fossile. Bis ins hohe Alter verfaßte er Arbeiten über Polychaeten und 2 kunsthistorische Abhandlungen, von denen die „Bemerkungen zu den Tierabbildungen im Gebetbuch des Kaisers Maximilian“ auch ein besonderes zoologisches Interesse besitzen (Jahrbuch der Königlich Preußischen Kunstsammlungen 38, 3, 1917, S. 151-76).

  • Werke

    Über Halycryptus spinulosus (v. Sieb.), in: Zs. f. wiss. Zool. 11, 1862, S. 401-13; Btrr. z. Kenntnis d. Verticalverbreitung d. Borstenwürmer im Meere, ebd. 25, 1874, S. 1-102;
    Die Borstenwürmer (Annelida chaetopoda) nach systemat. u. anatom. Unterss. dargest., 2 Abt., 1864/69;
    Hypophorella expansa, in: Abh. d. kgl. Ges. d. Wiss. in Göttingen 21 (Physikal. Kl.), 1876, S. 1-158;
    Btrr. z. Kenntnis d. Gorilla u. Chimpanse, ebd. 28, 1882;
    Zur Kenntnis d. Pedicellinen, ebd. 36 (Math.-physikal. Kl.), 1890;
    Report on the Annelids of Dredging Expedition of the U. S. Coast Survey Steamer „Blake“, = Mem. Mus. Cop.-Zool. Cambridge, Mass., 15, 1887;
    Die Polychaeten d. magellan. u. chilen. Strandes, in: Festschr. z. Feier d. 150j. Bestehens d. kgl. Ges. d. Wiss. in Göttingen, 1901;
    Die bodensässigen Anneliden aus d. Slgg. d. Dt. Tiefseexpedition, in: Wiss. Ergebnisse d. Dt. Tiefsee-Expedition auf d. Dampfer „Valdivia“ 1898/99, Bd. 16, 1912, S. 1-167;
    Die Polychaeten-Slgg. d. Dt. Südpolarexpedition 1901/03, in: Dt. Südpolar-Expedition, Bd. 13, Zool. 5, 1913; Die Gymnocopa d. Dt. Südpolarexpedition 1901/03, ebd. 16, Zool. 8, 1917. – Autobiogr. Göttinger Professoren, Lb. v. eigener Hand, in: Mitt. d. Univ. bundes Göttingen, 2.-4. Jg., 1920-23, S. 18-26. Hrsg.: Zs. f. wiss. Zoologie (1875–1926). – W-Verz. (bis 1905) in: Festschr. f. E. E., = Zs. f. wiss. Zool. 83, 1905, S. 733-41.

  • Literatur

    A. Kühn, in: Nachrr. d. Ges. d. Wiss. in Göttingen, Geschäftl. Mitt., 1925/26;
    ders., in: Zs. f. wiss. Zool. 128, 1, 1926, S. I-XV (P);
    K. Grobben, in: Alm., Ak. d. Wiss. in Wien 76, 1926, S. 198-200.

  • Portraits

    Reliefbild, Erztafel v. Seffner (Göttingen, Zoolog. Inst.).

  • Autor/in

    Werner Ulrich
  • Empfohlene Zitierweise

    Ulrich, Werner, "Ehlers, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 346 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119059444.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA