Lebensdaten
1908 bis 1990
Geburtsort
Knittlingen (Württemberg)
Sterbeort
Neustadt/Weinstraße
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 127647422 | OGND | VIAF: 45331163
Namensvarianten
  • Steinhofer, Adolf
  • Steinhofer, Adolph

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Zitierweise

Steinhofer, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd127647422.html [29.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf;
    M Anna;
    1) Erna N. N., 2) Ursula Algermissen, verw. Niessen; kinderlos.

  • Leben

    Nach Abschluß der Oberrealschule in Würzburg studierte S. seit 1927 an der Univ. Freiburg (Br.) Chemie. 1933 wurde er hier bei Hermann Staudinger (1881–1965) mit der Arbeit „Beiträge zur Kenntnis des Polystyrols, Viskositätsmessungen an fettaromatischen Kohlenwasserstoffen“ promoviert und war während der folgenden zwei Jahre dessen Assistent. 1935 trat S. in das Hauptlabor der BASF ein, damals Werk Ludwigshafen der I. G. Farbenindustrie AG; erste Arbeiten galten der Synthese der Acrylsäure und der Polymerisation von Acrylamiden. Zunächst wirkte er dort als Mitarbeiter von Walter Reppe (1892–1969) an der Überführung verschiedener Verfahren in den produktionstechnischen Maßstab mit. S. war u. a. an der Ausarbeitung der technischen Synthese von Butindiol aus Acetylen beteiligt; andere Arbeiten galten der Acetylenfolgechemie.

    Seit 1950 stand die sog. Niederdruckabteilung unter der Leitung S.s, der in den folgenden Jahren die Umstellung der traditionellen Rohstoffbasis des Werkes Ludwigshafen von Kohle bzw. Koks auf die petrochemischen Ausgangsstoffe Erdöl und Erdgas einleitete. Als Teil dieser Neuausrichtung stellten S. und seine Mitarbeiter die Synthesegaserzeugung auf die kontinuierliche Vergasung von Koks mit Sauerstoff in Abstichgeneratoren um, die im Bedarfsfall auch schon flüssige oder gasförmige Kohlenwasserstoffe umwandelten; das Rohölspaltverfahren für die Herstellung von Äthylen wurde zur technischen Reife entwickelt. 1957 übernahm S. als Nachfolger Reppes die Leitung der BASF-Forschung. Ein Jahr später wurde er in den Vorstand der BASF berufen, dem er bis zu seinem Ruhestand (1972) angehörte. S. gab der BASF-Forschung neue Impulse, intensivierte ihre Arbeiten auf dem Gebiet der makromolekularen Chemie und schuf mit neuen Arbeitsgebieten (z. B. Pharmavorprodukte) die Voraussetzungen für die Diversifikation der Produktpalette des Unternehmens.

    Neben seiner unternehmerischen und wiss. Tätigkeit, die in ca. 50 Patenten ihren Niederschlag fand, setzte S. sich in verschiedenen Institutionen, Gremien und Verbänden für die Förderung der Wissenschaft ein. Als Vorsitzender des „Fonds der Chemischen Industrie“ (1964–72) widmete sich S. besonders der Förderung der chem. Forschung an den Hochschulen und der Verbesserung des Chemieunterrichts an Gymnasien. 1985 wurde erstmals der „Steinhofer-Preis“ für hervorragende Studien- und besondere wiss. Leistungen im Bereich Chemie an der TU Kaiserslautern vergeben. Mit Einrichtung der „Adolf-Steinhofer-Stiftung“ erhielt der Preis 1990 eine institutionelle Grundlage und wird aus deren Mitteln finanziert.

  • Auszeichnungen

    A Hon.prof. (Heidelberg 1961);
    Oskar-v.-Miller-Medaille d. Dt. Mus., München (1965);
    Carl-Engler-Medaille d. Dt. Ges. f. Mineralölwirtsch. u. Kohlechemie (1966);
    Dr. h. c. (Karlsruhe 1966, Kaiserslautern 1982);
    Mitgl. d. Vorstands d. Ges. dt. Chemiker (1962–64);
    Silber-Medaille d. schwed. Ak. d. Ing.wiss., Stockholm (1967);
    Ehrensenator d. Univ. Freiburg (Br.) (1969) u. Kaiserslautern (1988);
    Ehrenmitgl. d. Ver. Österr. Chemiker (1972) u. d. Dt. Bunsen-Ges. f. Physikal. Chemie (1985);
    Vors. d. Kuratoriums d. Fonds d. Chem. Industrie (1964–72);
    Leibniz-Medaille d. Ak. d. Wiss. u. d. Lit., Mainz (1973);
    Carl-Duisberg-Plakette d. Ges. dt. Chemiker (1973).

  • Werke

    Btrr. z. Kenntnis d. Polystyrole, 1935 (mit H. Staudinger);
    Die moderne Chemie u. ihre Auswirkungen, in: Schweißen u. Schneiden 12, 1958;
    Die Erzeugung v. Äthylen aus Rohöl in d. Wirbelschicht, in: Chemie Ing. Technik 1960, H. 12, S. 782–88 (mit O. Frey);
    Herstellung petrochem. Grundstoffe aus Rohöl, ebd. 1964, H. 9, S. 889–98;
    Neuere Erkenntnisse b. d. Erzeugung v. Äthylen aus Rohöl, in: Erdöl u. Kohle, Erdgas, Petrochemie 1963, S. 540–47;
    Die chem. Industrie als Partner d. kunststoffverarbeitenden Industrie, in: Kunststoffe 1965, H. 7, S. 546–54.

  • Literatur

    Bredereck, in: Nachrr. aus Chemie u. Technik 16/10, 1968, S. 173;
    H. Witte, in: Berr. d. Bunsenges. f. physikal. Chemie 77/5, 1973, S. 299–301;
    ebd. 87/5, 1983, S. I;
    ebd. 94/9, 1990, S. 900;
    W. Abelshauser, Die BASF, 2003, S. 483, 488, 527 u. 566;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1992, Nekr.;
    Pogg. VII a, VIII;
    Lex. Pfälzer;
    Qu
    BASF Untern.archiv (Ludwigshafen).

  • Autor/in

    Susan Becker
  • Empfohlene Zitierweise

    Becker, Susan, "Steinhofer, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 201-202 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd127647422.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA