Lebensdaten
1664 bis 1716
Geburtsort
Iglau (Jihlava, Mähren)
Sterbeort
San Ildefonso de Yécora (Mexiko)
Beruf/Funktion
Jesuit ; Arzt ; Apotheker ; Missionar
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 1053277105 | OGND | VIAF: 43209510
Namensvarianten
  • Steinefer, Juan
  • Esteyneffer, Juan de
  • Steinhöfer, Johann
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Orte

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Zitierweise

Steinhöfer, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1053277105.html [05.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Andreas (auch Stainhöffer, Steighöffer), Bäcker;
    M Maria N. N.

  • Leben

    S. besuchte vermutlich ein Gymnasium und trat als Apothekergehilfe oder Apotheker mit medizinischer Vorbildung 1686 dem Jesuitenorden bei. Nach dem Noviziat arbeitete er 1690–92 als Apotheker und Gesundheitspräfekt des Ordens in Brünn. 1692 nahm S. an einer Expedition der Jesuiten nach Neu-Spanien teil. 1693–96 arbeitete er als Krankenpfleger im „Colegio Maximo“ in Mexiko-Stadt. Nach seiner Rückkehr legte er 1698 in Madrid die Ordensgelübde ab. 1698/99 wurde er auf seine Bitte hin in den Nordosten Mexikos gesandt, wo er zunächst als Krankenpfleger in der Mission San Pedro y San Pablo del Tubutama im Gebiet des heutigen Bundesstaates Sonora tätig war. Diese Mission war 1689 von Eusebio Francisco Kino (1645–1711) gegründet worden, mit dem S. über mehrere Jahre zusammenarbeitete. S. war der einzige Laienbruder der Jesuiten, der ins mexikan. Missionsgebiet gelangte, das ansonsten den Jesuiten-Padres vorbehalten war. Seit 1703 war er als Arzt und Apotheker in den mexikan. Jesuiten-Missionen in Mátape, Tecoripa, Arizpe und Sinoquipe tätig. 1712 erschien in Mexiko S.s umfangreiches Heilkräuterbuch „Florilegio medicinal de todas las enfermedades“ ( 21719, 41887, Nachdr. 1978). Das Gesamtwerk besteht aus 3 Teilen. Der erste behandelt die Innere Medizin, der zweite befaßt sich mit der Chirurgie (den Praktiken des Wundarztes) und der dritte enthält eine Aufstellung der damals in „Neu-Spanien“ und Europa üblichen Arzneimittel. Dieses Handbuch, das in sämtlichen Bibliotheken der Jesuiten-Kollegien in Spanisch-Amerika vorhanden war, lehnte sich inhaltlich stark an die zeitgenössischen europ. amtlichen Arzneibücher an. Es sollte den Missionaren bei der Herstellung und Auswahl von Arzneien helfen, indem es häufig auf vereinfachte Rezepturen zurückgriff. Auch bemühte sich S., gleichzeitig die damals in Europa vorherrschenden med. Lehren und Therapieauffassungen zu vermitteln. Die wissenschaftshistorische Bedeutung des „Florilegio“ liegt in der Verbindung europ. und amerik. Materia medica. Zudem war S.s Werk wegen seiner einfachen Darstellung des damaligen med.-pharmazeut. Wissens in Theorie und Praxis für die Laien- und Missionsmedizin von unschätzbarem Wert.

  • Literatur

    R. Gicklhorn, Missionsapotheker, Dt. Pharmazeuten im Lateinamerika d. 17. u. 18. Jh., 1973, S. 51–56;
    I. Schuler, Das „Florilegio Medicinal“ d. J. S., Diss. München 1973;
    M. Artschwager, The Florilegio Medicinal, Source of Southwest Ethnomedicine, in: Ethnohistory 24/3, 1977, S. 251–59;
    R. V. Aguilar, „Florilegio medical de todas las enfernedades“ de Juan de Esteyneffer y la medicina Jesuistica en el noroeste novohispano, in: Actas de XXXIII Congreso Internacional de Historia de la Medicina, Granada-Sevilla 1992, 1994, S. 327–36;
    B. Hausberger, Jesuiten aus Mitteleuropa im kolonialen Mexiko, 1995, S. 315–18;
    S. Anagnostou, Jesuiten in Span.-Amerika als Übermittler v. heilkundl. Wissen, 2001, S. 222–35;
    Diccionario Histórico de la compaña de Jesús;
    Dt. Apotheker-Biogr.;
    Qu
    Archiv Pfarramt Iglau- St. Jakob.

  • Autor/in

    Beatrix Bäumer
  • Empfohlene Zitierweise

    Bäumer, Beatrix, "Steinhöfer, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 201 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1053277105.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA