Lebensdaten
1877 bis 1963
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Gewerkschafter
Konfession
evangelisch,konfessionslos/seit 1908
Normdaten
GND: 129966126 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Spliedt, Franz Mathias
  • Spliedt, Franz
  • Spliedt, Franz Mathias

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Spliedt, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129966126.html [21.02.2020].

CC0

  • Genealogie

    V N. N.;
    M N. N.;
    1895 (?) Mathilde Hoffmann (* 1880), aus Markirch (Elsaß).

  • Leben

    Nach dem Besuch der Volksschule 1883–91 absolvierte S. bis 1893 eine Tapeziererlehre. Anschließend in Deutschland und Großbritannien auf Wanderschaft, kehrte er 1895 nach Hamburg zurück. Er wurde Mitglied des Tapeziererverbands, dessen Hamburger Filiale er 1899/1900 leitete, und schloß sich der SPD an. Seit 1905 hauptamtlich als Funktionär im Verband tätig, wurde er dort 1906 Kassierer, wechselte 1908 mit der Verlegung des zentralen Verbandssitzes nach Berlin und war seit 1909 Vorsitzender des Verbandes, auch während des 1. Weltkrieges, an dem er kurzzeitig 1916 teilnahm. 1920 wurde er 2. Vorsitzender des neu gebildeten „Dt. Sattler-, Tapezierer- und Portefeuiller-Verbandes“, wechselte aber 1921 als Leiter der sozialpolitischen Abteilung in die Bundesverwaltung des Allgemeinen Dt. Gewerkschaftsbundes (ADGB). In dieser Funktion profilierte sich S. als sozial- und arbeitsmarktpolitischer Experte der freien Gewerkschaften. Regelmäßig schrieb er einschlägige Artikel im Organ des ADGB „Die Arbeit“, das seit 1924 erschien. Seit 1922 gehörte er dem Verwaltungsrat des Reichsamtes für Arbeitsvermittlung an und 1927, nach Verabschiedung des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, an dessen Vorbereitung er als Fachmann des ABGB mitgewirkt hatte, wurde er in den Vorstand der neu geschaffenen Reichsanstalt entsandt. Im Sept. 1931 wurde S. in den Vorstand des ADGB gewählt, wo er für den Bereich der Sozialpolitik, speziell für die Arbeitsmarktund Tarifpolitik verantwortlich war. Darüber hinaus hatte S. seit Juli 1932 ein Mandat für die SPD im Reichstag. Am 2.5.1933 mit anderen Vorstandsmitgliedern des ADGB verhaftet, saß er mehrere Wochen im Gefängnis in Berlin-Plötzensee. Nach seiner Entlassung blieb S. arbeitslos, bezog seit 1937 eine Altersrente und ging zurück nach Hamburg. Nach Ende des 2. Weltkriegs wirkte er maßgeblich am Wiederaufbau der Gewerkschaften mit. Im Sept. 1945 wurde er Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Freien Gewerkschaften Hamburgs, seit März 1946 war er Mitglied des vorläufigen Zonenvorstands der Gewerkschaften der brit. Zone, und im Nov. 1946 wurde er in den Bezirksausschuß Nordmark gewählt. 1946 war er vorübergehend Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und bis 1947 auch des Zonenbeirats. Dem Gewerkschaftsrat, der sich nach der Bildung der Bi-Zone im Nov. 1947 konstituierte, gehörte er aber ebenso wenig an wie später dem Bundesvorstand des DGB, der im Okt. 1949 gebildet wurde. Bis 1952 blieb er v. a. in der gewerkschaftlichen Pressearbeit tätig; zunächst Mitherausgeber und Redakteur der „Gewerkschaftszeitung“, war er seit April 1947 Redakteur des Verbandsorgans „Der Bund“ und seit Jan. 1950 von „Welt der Arbeit“. Darüber hinaus war er Mitbegründer und Gesellschafter des Bund-Verlages.

  • Auszeichnungen

    Gr. BVK (1952).

  • Werke

    zahlr. Aufss. in: Die Arbeit, Zs. f. Gewerkschaftspol. u. Wirtsch.kde., 1924–33;
    Gesetz üb. Arbeitsvermittlung u. Arbeitslosenvers. v. 16. Juli 1927, 1927;
    Die Gewerkschaften, Entwicklung u. Erfolge, ihr Wiederaufbau n. 1945, 1948;
    Nachlaß:
    Hamburger Forsch.stelle f. Zeitgesch.

  • Literatur

    D. Brunner, Bürokratie u. Pol., 1992, S. 123;
    I. Fischer, Versöhnung v. Nation u. Sozialismus?, 2004, S. 283;
    Schumacher, M. d. R.;
    Sozialdemokrat. Parlamentarier.

  • Autor/in

    Karl Lauschke
  • Empfohlene Zitierweise

    Lauschke, Karl, "Spliedt, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 730-731 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129966126.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA