Lebensdaten
1815 bis 1876
Geburtsort
Trier
Sterbeort
Trier
Beruf/Funktion
Bischof von Trier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119113309 | OGND | VIAF: 18024487
Namensvarianten
  • Eberhard, Matthias
  • Eberhard, M.

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Zitierweise

Eberhard, Matthias, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119113309.html [03.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1781–1851), Gastwirt, S des Metzgers Nikolaus (bis ca. 1767 isr.) in Dreis b. Wittlich;
    M Katharina Kraemer (1789–1817) aus Trier; 11 Geschwister aus 2. Ehe des V;
    B Balthasar (1831–67), Dr. theol., Prof. u. zuletzt Domkapitular in Trier.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Trierer humanistischen Gymnasiums (Mitschüler von Karl Marx) studierte E. Philosophie und Theologie am dortigen Priesterseminar und wurde 1839 Priester. Anschließend als Kaplan an Sankt Kastor in Koblenz tätig, 1842 von Bischof Wilhelm Arnoldi zum Professor der Dogmatik am Trierer Priesterseminar ernannt, dozierte E. bis 1849, war dann Regens des Seminars und Domprediger bis 1862, seit 1850 auch Domkapitular, 1852-56 Mitglied der II. Kammer des Preußischen Landtages (Katholische Fraktion, Mitarbeiter von August Reichensperger). 1862 erfolgte seine Ernennung zum Titularbischof von Paneas und Weihbischof von Trier. Am 16.7.1867 (nach dem Tode von Bischof Leopold Pelldram) wurde E. vom Domkapitel zum Bischof von Trier gewählt und am 13.11.1867 inthronisiert. Als Teilnehmer am Vatikanischen Konzil (1869/70) gehörte E. zur Gruppe der Minorität, die eine Definition des Dogmas von der Unfehlbarkeit des Papstes für inopportun hielt, stellte sich aber nach der Definierung auf den Boden der Entscheidung, die er ohne Vorbehalt für sein Bistum veröffentlichte. Der Kulturkampf brachte ihn in Konflikt mit den Staatsgesetzen. 1874 mußte er eine auf 9 Monate abgekürzte Haft im Trierer Gefängnis verbüßen. Durch die Wiederaufnahme seiner Amtshandlungen drohten ihm neue Verwicklungen, vor denen ihn sein durch ein Herzleiden verursachter Tod bewahrte. E. war einer der bedeutendsten Kanzelredner seines Jahrhunderts.

  • Werke

    De tituli „Sedis Apostolicae“ ad insigniendam Sedem Romanam usu antiquo et vi singulari, theol. Diss. München 1846;
    Kanzelvorträge, hrsg. v. Ä. Ditscheid. 6 Bde., 1877-83, Bd. 1, 2, 4, 6, 41904-14.

  • Literatur

    ADB 48;
    J. J. Kraft, M. E., 1878 (P);
    Ä. Ditscheid, M. E., Bischof v. Trier, im Kulturkampf, 1900, 21911 (P);
    Acta et decreta sacr. conciliorum recentiorum coll. Lacensis, T. 7, 1890;
    Th. Granderath, Gesch. d. vatikan. Konzils, hrsg. v. K. Kirch, Bd. 2, 3, 1903-06;
    R. Schwickerath, Bischof E. als Kanzelredner, in: Pastoralbl., St. Louis, Mo., 1900, Nr. 11 f.;
    K. Kammer, Trierer Kulturkampfpriester, 1926, S. 15-31;
    A. Donders, Meister d. Predigt, 1928, S. 357-73;
    LThK;
    Kosch, Kath. Dtld.;
    Enc. Catt.

  • Portraits

    Ölbild v. H. Steffgen (Generalvikariat Trier);
    Lith. v. E. G. May (Städt. Mus. Trier u. ö.).

  • Autor/in

    Hermann Ries
  • Empfohlene Zitierweise

    Ries, Hermann, "Eberhard, Matthias" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 241-242 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119113309.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Eberhard: Matthias E., Bischof von Trier, geboren am 1. November 1815 zu Trier, daselbst am 30. Mai 1876. Er besuchte von Herbst 1826—1834 in seiner Vaterstadt das Gymnasium, studirte dann seit Herbst 1834 Theologie am Priesterseminar daselbst und empfing am 23. Februar 1839 die Priesterweihe. Hierauf wirkte er zunächst in der Seelsorge als Caplan zu St. Castor in Coblenz, wo er insbesondere als Prediger beliebt war. 1842 berief ihn Bischof Arnoldi als bischöflichen Geheimsecretär nach Trier; dieses Amt bekleidete er aber nur kurze Zeit, da ihn der Bischof schon im Herbst desselben Jahres 1842 zum Professor der Dogmatik am Priesterseminar ernannte. Im Sommer 1846 verlieh ihm die Münchener theologische Facultät auf Grund seiner Dissertation: „De tituli 'Sedis Apostolicae' ad insigniendam Sedem Romanam usu antiquo ac vi singulari“ (Trier 1846) die theologische Doctorwürde. Im Herbst 1849 wurde er Regens des Seminars, welches Amt er bis Ostern 1862 verwaltete, 1850 auch Domcapitular und Domprediger. In den Jahren 1852—1856 war er auch Abgeordneter der zweiten preußischen Kammer. 1862 wurde er von Bischof Arnoldi zum Weihbischof erwählt, am 7. April von Papst Pius IX. als Bischof von Paneas (Cäsarea Philippi) präconisirt und am 3. August consecrirt. Nachdem er als Weihbischof unter den Bischöfen Arnoldi ( am 7. Januar 1864) und Pelldram (1865—67) gewirkt hatte, wurde er nach dem Tode des Letztern ( am 3. Mai 1867) am 16. Juli 1867 zum Bischof von Trier gewählt, am 20. September präconisirt, am 13. November inthronisirt. Als solcher ließ er sich die Bildung des Clerus, wie die Hebung des religiösen Lebens im Volk sehr angelegen sein und erfüllte die Pflichten des bischöflichen Amtes mit großer Hingabe. 1869—70 wohnte er in Rom dem Vaticanischen Concil bei. Hier schloß er sich an die Bischöfe der Minorität an, da er die Definition des Dogmas von der Unfehlbarkeit des Lehramtes des Papstes, obwohl die Lehre seiner persönlichen Ueberzeugung entsprach, für inopportun hielt. Nach der erfolgten Definition publicirte er aber die dogmatischen Decrete des Concils schon unter dem 8. August in seiner Diöcese. Als der sogenannte Culturkampf entbrannte, wurde E. eines der ersten Opfer desselben aus dem preußischen Episcopat. Da er auf Grund des unter dem 26. Mai 1873 an das Staatsministerium gerichteten Collectivprotestes der preußischen Bischöfe seine Mitwirkung zum Vollzug der neuen kirchenpolitischen Gesetze verweigerte, mußte er zuerst am Anfang des Jahres 1874 die polizeiliche Schließung seines Priesterseminars, dann nach Verurtheilung zu größeren Geldstrafen wiederholte Pfändungen, endlich am 6. März 1874 die Gefangennahme über sich ergehen lassen; von diesem Tage bis zum 31. December des Jahres war er in der Strafanstalt zu Trier als Gefangener. Nach der Freilassung nahm er mit ungebrochenem Muthe die Verwaltung der Diöcese wieder auf und ging neuen Verwicklungen entgegen; aber seine Gesundheit war durch die überstandenen Aufregungen und Leiden erschüttert und unerwartet rasch wurde er aus diesem Leben abberufen. — Seine Kanzelvorträge wurden nach seinem Tode von Aeg. Ditscheid in sechs|Bänden herausgegeben (Trier 1877—83; 2. Aufl. 1880—90; 3. Aufl. Freiburg 1894—1903).

    • Literatur

      P. Müller, Matthias Eberhard, Bischof von Trier. Würzburg 1874. — J. J. Kraft, M. Eberhard, Bischof von Trier. Trier 1878. — Aeg. Ditscheid, M. Eberhard, Bischof von Trier, im Culturkampf. Trier 1900.

  • Autor/in

    Lauchert.
  • Empfohlene Zitierweise

    Lauchert, Jakob, "Eberhard, Matthias" in: Allgemeine Deutsche Biographie 48 (1904), S. 227-228 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119113309.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA